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Prignitz Persiuskirche ist bald saniert
Lokales Prignitz Persiuskirche ist bald saniert
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00:19 29.01.2018
Maler Roland Vogel streicht die Holzteile an der kleinen Winterkirche in der Brügger Persiuskirche mit einer Grundierung.
Maler Roland Vogel streicht die Holzteile an der kleinen Winterkirche in der Brügger Persiuskirche mit einer Grundierung. Quelle: Beate Vogel
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Brügge

Sorgfältig streicht Maler Roland Vogel von der Pritzwalker Firma Color Vision die Stützbalken unter der Empore in der Persiuskirche in Brügge (Amt Meyenburg). Die Holzelemente schimmern in zarten Pastelltönen: Beige und Grau. „Das ist aber nur die Grundierung“, erklärt er und zeigt auf einen Balken, der in Bodenhöhe einen holzfarbenen Abschnitt aufweist. „So soll das später aussehen“, sagt Vogel. Die holzfarbene Lasur gleicht der, die die Pritzwalker Firma bereits vor einigen Jahren an der sanierten Balkendecke unter dem Kirchendach aufgetragen hat.

Für den Anstrich hatte sich der Bauherr, der Förderverein Persiuskirche Brügge, extra eine Farbrestauratorin eingeladen, erzählt der Vereinsvorsitzende Georg Zander. „Sie hat die alten Farben und Oberflächen aufgenommen und festgestellt, wie der Anstrich zur Entstehungszeit der Kirche ausgesehen haben muss“, so Zander. „Daran orientieren wir uns jetzt.“

Reparaturen an Turm, Kanzel und Taufbecken

Zum letzten Bauabschnitt in und an der Persiuskirche, an dem die Handwerker derzeit arbeiten, gehören die Rekonstruktion von Filialendächern am Turm mit Schiefereindeckung und Bekrönung, die Sanierung der Empore mit Einbau von Teeküche und Sanitäranlage, die Restaurierung der Kanzel und der Taufschale, Bleiverglasungen der Apsisfenster, eine Beleuchtungsanlage sowie die Überarbeitung des Glockenstuhls und eine neue Läutanlage. Für die Installation der Anschlüsse für Teeküche und WC mussten 1,50 Meter dicke Wände überwunden werden. Insgesamt sind laut Zander rund 160 000 Euro für den diesen Bauabschnitt eingeplant, die zu 75 Prozent aus dem ILE-Fond und dem Leader-Programm gefördert werden. Den Rest des Geldes bringen der Förderverein und der Kirchenkreis auf.

Über der Grundierung bringen die Maler, wie diese Probe zeigt, später eine Holzlasur auf. So stellen sie die Optik wiederher, die die Kirche zur Entstehungszeit hatte. Quelle: Beate Vogel

Weil im vergangenen Jahr nicht wie geplant Handwerker zu bekommen waren, musste der Terminplan ein wenig nach hinten korrigiert werden, so der Vorsitzende. Außerdem sind im Bereich des Glockenstuhls einige zusätzliche Sicherungsmaßnahmen im Turm nötig, die vorher nicht geplant waren. Das sind auch zusätzliche Kosten. Eine der Glocken – die Bronzeglocke – musste der Glockenbauer laut Zander abnehmen. „Da war eine der drei Sicherungshalterungen abgebrochen, deshalb kann sie nicht hängen bleiben.“ Die beiden anderen Glocken sind aus Stahl.

Zwei Hochzeiten und ein Gemeindefest

Im August müssen die Arbeiten abgeschlossen sein. „Dann müssen wir beim Fördermittelgeber abrechnen“, so Zander. Die ersten Veranstaltungen dürften in der frisch sanierten Kirche dann schon über die Bühne gegangen sein: „Anfang Juni haben wir wieder ein Konzert im Rahmen von ’Musikschulen öffnen Kirchen’.“ Außerdem gibt es für dieses Jahr Anmeldungen für zwei Hochzeiten. Die nette Location in der Prignitz hat sich offenbar bis nach Berlin herumgesprochen. Zander freut es, dass die Kirche genutzt wird. „Wir sind auch froh, dass unser Pfarrer Johannes Kölbel da sehr aufgeschlossen ist.“ Für Ende Juni ist ein Kirchengemeindefest geplant.

Die Kirche in Brügge aus dem Jahr 1865/66 ist das erste Werk des späteren Hofarchitekten Reinhold Persius. Sie wurde bis 1945 genutzt, danach verfiel sie. Seit 1997, nach einer Pause wieder ab 2006, engagierten sich Bürger für ihren Erhalt. 2012 gründete sich der Förderverein, der auch Fördermittel beantragen kann. Nach ersten Sicherungsmaßnahmen begann 2014 die denkmalgerechte, umfangreiche Sanierung des Gebäudes.

Von Beate Vogel