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Prignitz Pilgerfest in Bad Wilsnack
Lokales Prignitz Pilgerfest in Bad Wilsnack
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16:50 25.07.2018
Das Pilgertheater mit seinen 25 Laienschauspielern wird wieder ein Stück Wilsnacker Geschichte auf die Bühne zaubern. Quelle: privat
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Bad Wilsnack

Einst galt Wilsnack als „Santiago des Nordens“ – heute lebt die lange und bedeutende Pilgertradition wieder auf. Zum großen Pilgerfest am Samstag, 18. August rund um die berühmte Wunderblutkirche in Bad Wilsnack werden wieder hunderte Wallfahrer und Kulturfans erwartet.

Das Fest mit Kunsthandwerkermarkt ist Höhepunkt der Pilgersaison in der Prignitz. Beim Pilgertheater „Wahres und Wunderbares aus Wilsnacks Vergangenheit“ steht der Bau der Kirche im Mittelpunkt.

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Mit leichter Seele wieder nach Hause

Das Pilgerfest wird in diesem Jahr schon zum 15. Mal vom Förderverein Wunderblutkirche Sankt Nikolai veranstaltet. „An diesem Tag soll das mittelalterliche Geschehen in Wilsnack als einst bedeutendes Wallfahrtsziel wieder lebendig werden“, sagt Vereinsmitglied Bärbel Mann.

Handel und Wandel machten damals den Ort zu einem wirtschaftlichen, politischen und geistlichen Mittelpunkt im nördlichen Europa. Hier waren Fürsten und Könige, Hanseaten und Pilger anzutreffen – alle mit unterschiedlichen Beweggründen, aber eine leichte Seele mit zurück zu nehmen war das Ziel aller Pilger.

„Die wilde Weiberei“ ist auch dabei

Getreu dem Pilgermotto „Müde Füße – leichte Seele“ beginnt das diesjährige Pilgerfest ganz traditionell um 10 Uhr mit einer Pilgerwanderung. Auf den letzten sieben Kilometern des Pilgerweges geht es von der Plattenburg zur Wunderblutkirche. Dafür gibt es um 9.15 Uhr einen kostenlosen Busshuttle von der Wunderblutkirche zur Plattenburg. Anschließend kann man die Stille der Kirche bei einer Andacht genießen oder an einer Kirchenführung teilnehmen.

Das Fest selbst beginnt 11 Uhr mit der Eröffnung des Kunsthandwerkermarktes im Goethepark hinter der Wunderblutkirche. Handwerk und Kunst sowie Speis und Trank warten auf Besucher und Pilger. „Kurzweil für Jung und Alt bieten unter anderem das traditionelle Pilgerzeichengießen, Basteln und Filzen. Musikalisch umrahmt wird das Fest von der Musikergruppe ‚Die wilde Weiberei’, die schon bei früheren Pilgerfesten das Publikum begeistert hat“, verrät Torsten Engelbrecht vom Stadtmarketing Bad Wilsnack. Gegen 12 Uhr wird es eine ökumenische Andacht geben und ab 14 Uhr eine Kirchenführung.

Hochzeit, Hinrichtung, Raubrittertum

Ein Höhepunkt ist die Aufführung des Pilgertheaters um 16 Uhr. 25 Laienschauspieler führen ein Spektakel zum Bau der Kirche auf. „Das soll alle Wilsnacker an schwierige Zeiten erinnern, dürfte sie aber auch mit Stolz erfüllen, da die Kirche nun ‚Denkmal nationaler Bedeutung‘ geworden ist“, sagt Bärbel Mann, die das Stück konzipiert und umgesetzt hat.

„Dennoch darf eine Hochzeit auf der Bühne nicht fehlen, und ein Galgen wartet auf die verurteilten Raubritter.“ Am Abend klingt das Pilgerfest im Goethepark unter dem Sternenhimmel am Lagerfeuer aus: Mitglieder verschiedener Wilsnacker Chöre bringen das Festgelände zum Klingen und auch die Besucher sind zum Mitsingen eingeladen.

Erinnerung an den Sommer 1383

Nicht zu kurz soll für die Feiergäste auch die Legende um die Wunderblutkirche kommen. Sie ist für all jene, die sich bislang noch nicht so intensiv mit dem sakralen Pilgerziel des Mittelalters beschäftigt haben sehr spannend.

Es wird wieder um die wundersamen Ereignisse des Sommers 1383 gehen, die das Dorf mit einem Schlag für die nächsten eineinhalb Jahrhunderte aus seiner Abgeschiedenheit rissen.

Von MAZ-online

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