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Prignitz Planspielplatte für Wittenberger Wehr
Lokales Prignitz Planspielplatte für Wittenberger Wehr
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02:15 28.01.2018
Eine Planspielplatte für die Wittenberger Feuerwehr übergaben die jungen Mitglieder der Modellbahnfreunde Pritzwalk Klaus (r.) und Thomas Plogt (3. v. r.) von der Modellbaugruppe der Wehr.
Eine Planspielplatte für die Wittenberger Feuerwehr übergaben die jungen Mitglieder der Modellbahnfreunde Pritzwalk Klaus (r.) und Thomas Plogt (3. v. r.) von der Modellbaugruppe der Wehr. Quelle: Andreas König
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Pritzwalk

Die Jungs haben beinahe an alles gedacht: Autos, die gegen einen Baum oder die Leitplanke gefahren sind, haben sie zunächst mit dem Hammer, dann mit dem Lötkolben malträtiert, um ein möglichst realistisches Bild zu erzeugen.

Dabei haben Finn Gragert, Julian Friesel, Till Gruschka und Tino Winterhof keine Kulisse für ein Horror-Video gebaut, sondern eine Planspielplatte. Das ist eine maßstabsgerechte Kulisse, in der Führungskräfte, beispielsweise der Feuerwehr Einsatzszenarios üben können.

Ein Fest für Fans von Modellen

Auftraggeber und Empfänger ist die Feuerwehr Wittenberge. Als Abgesandte der elbestädtischen Wehr kamen am Donnerstag Klaus Plogt und sein Sohn Thomas nach Pritzwalk, um die neuste Errungenschaft abzuholen. „Wir haben ja in Wittenberge bereits eine Planspielplatte, aber die zeigt mehr die Gegebenheiten in der Stadt und an der Elbe“, sagt Klaus Plogt. Er selbst frönt dem Modellbau auch in seiner Freizeit. Über 400 Modellfahrzeuge hat er in seiner Sammlung.

Der Kontakt kam über Steffen Rösinger zustande. Der Pritzwalker ist sowohl Mitglied bei den Modellbahnfreunden als auch im Förderverein der Feuerwehr.

Beleuchtungsprobe mit Dunkelecke

Die Jungs haben viel Freizeit aufgewandt, um die Platte fertigzustellen. Entstanden ist eine Art komprimierter Übungslandschaft. Das fiktive Dorf verfügt sowohl über einen sehr nahe gelegenen Autobahnanschluss, als auch über Eisenbahngleise. Hinzu kommt eine Fabrik und ein dichtes Waldstück.

Die Platte ist beleuchtet, was es ermöglicht, auch nächtliche Szenarien zu stellen. Bei der Beleuchtungsprobe blieb ein nicht unerheblicher Teil des Übungsgeländes dunkel. Die fragenden Blicke eines älteren Modellbahnfreundes beantwortetet Finn Gragert fachmännisch: „Das ist der Wald, da muss es dunkel sein.“

Wieder mehr Zeit für die Modelleisenbahn

Etwa 30 Stunden haben die Jungs an der Platte gebaut. Fast jeden Donnerstag vervollkommneten sie ihre Landschaft. Das Ergebnis kann sich nicht nur sehen, sondern vor allem benutzen lassen.“ Gebaut haben sie es als Entgegenkommen an die Feuerwehr. „Wilfried“ (gemeint ist Wilfried Strecker von den Modellbahnfreunden) „sagt immer, die Feuerwehr ist unser größter Sponsor“, erklärt Julian Friesel. Sie sind sichtlich stolz auf ihre Arbeit, aber auch froh, dass die nun erst einmal geschafft ist. „Jetzt können wir uns andere Platten vornehmen oder auch mal wieder ein bisschen Modelleisenbahn fahren“, sagt Finn Gragert.

„Vielen Dank“, sagt Klaus Plogt. Dann wird gefachsimpelt, Modellbauer unter sich. Zu den Pritzwalker Modellbahnfreunden gehört neuerdings auch ein Mädchen. Debby Köhlert besucht seit drei Wochen die donnerstäglichen Treffs im Keller unter der Polizeiwache. „Ich habe eine Eisenbahn zu Weihnachten geschenkt bekommen“, sagt die Schülerin. Mit ihren zehn Jahren ist sie allerdings noch nicht das jüngste Mitglied. Diesen Titel hat Tom Gruschka inne. Er ist neun Jahre alt.

Von Andreas König