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Pritzwalk Mehr Treibjagden im Prignitzer Raum
Lokales Prignitz Pritzwalk Mehr Treibjagden im Prignitzer Raum
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13:42 07.12.2019
Auffällig oft: Treibjagden in der Prignitz. Quelle: Peter Geisler
Pritzwalk

„Vorsicht, hier könnte Wild über die Straße laufen!“ Aussagen wie diese lesen gerade Autofahrer derzeit häufiger an Straßenrändern in der Prignitz. Mit wehenden Fahnen und neonfarbenen Warntafeln werden Passanten auf eine Treibjagd hingewiesen. Auffällig: In diesem Jahr scheint es öfter solche Veranstaltungen zu geben. Es stellt sich die Frage, warum und aus welchem Grund vermehrt Wild erlegt wird.

Milde Winter haben Wildpopulation ansteigen lassen

Werner Sperling ist Vorsitzender des Jagdverbandes Pritzwalk. Der Fachmann erklärt, warum 2019 vermehrt auf die Pirsch gegangen wird. „Natürlich gibt es mehr, als es normal ist“, gesteht der Waidmann. „Das hat aber seine Gründe.“

Die letzten Winter waren besonders mild – gute Bedingungen für Pflanzen und Jungtiere, die dadurch eine geringere Sterblichkeitsrate hatten. Das immer größer werdende Nahrungsangebot durch zum Beispiel Eicheln kommt besonders dem Schwarzwild zugute. Im Vorjahr wurde zudem deutlich weniger Wild geschossen. Explosionsartig haben sich die Bestände vermehr, was nicht jeden erfreut. Wildschweine hinterlassen ihre Spuren, graben tiefe Furchen in Waldgebieten und an Wegrändern, nähern sich dich bewohnten Gebieten.

Wildschweinbestände müssen ausgedünnt werden

Folglich: Unfälle mit solchen Tieren oder verursachte Schäden rauben vielen die letzten Nerven. Doch es gibt noch einen weiteres Aspekt, der den Jägern Sorgen bereitet. Es ist nicht zu vernachlässigen, wie rasant Krankheiten sich bei derartigen Massenaufkommen ausbreiten könnten. „Wir haben auch die Afrikanische Schweinepest im Auge“, so Sperling. Mehr Schweine bedeuten, die Gefahr einer Ansteckung oder Auslösen einer Epidemie ist dramatisch höher. „Daher müssen wir den Bestand ausdünnen, als Vorsorge“, sagt der Jäger.

Thema nicht nur ein Prignitzer Problem

Nicht nur die Prignitzer beklagen eine rasant wachsende Population. So berichten andere Medien, dass in Schleswig-Holstein die Rüsselträger nicht einmal Halt vor Wohngebieten machen und sich ihre Anzahl trotz intensiver Jagd vermehrt hat. Mecklenburg-Vorpommern will auch handeln. Nun müssen Jäger und Verbände eingreifen – denn es gehört zu ihren Aufgaben.

Gibt es von einer Tierart, wie zum Beispiel dem Schwarzwild oder dem Hirsch, zu viele, müssen Tiere erlegt werden. Große Massen auf engem Raum können große Schäden an den Bäumen und Pflanzen anrichten. Nicht selten werden sie dann auch zu einer Gefahr für andere Waldbewohner. Und wichtig: Die Seuchengefahr steigt immer weiter an.

2019 verzeichnet eine Rekordstrecke

Pro Treibjagd fallen mehrere Sauen. „Wir haben auf der letzten 50 erlegt und insgesamt schon mehr als 100“, berichtet Sperling. Er spricht von einer Rekordstrecke. Aber er betont ein weiteres Mal, dass diese Maßnahme notwendig ist, um den aktuell hohen Tierbestand einzudämmen. „Es hat alles seinen Zweck und wir müssen handeln, damit wir die Populationen wieder auf einen normalen Stad bringen.“ Daher auch die enorm hohe Anzahl an Treibjagden in 2019.

Bis Januar kann noch geschossen werden

In diesem Jahr wird es noch weitere rund um Pritzwalk und in der Prignitz geben. Geplant sind diese bis Ende Dezember oder sogar bis in den Januar hinein. Wichtig ist dem Waidmann Sperling: „Passanten sollen bitte die Beschilderung beachten.“ In den Gebieten kommt es häufiger zu Wildwechsel. Daher sollten Autofahrer die Geschwindigkeit reduzieren, Spaziergänger die markierten Bereiche meiden und ihre Hunde an die Leine nehmen.“

Von Julia Redepenning

Abgespeckt hat er auch in diesem Jahr nicht: Wie es gute Tradition in Pritzwalk ist, blieb der Nikolaus am Donnerstagabend wieder im Pritzwalker Rathaus stecken – und musste von der Jugendfeuerwehr gerettet werden. Die hievte den etwas beleibten Bärtigen per Drehleiter auf den Boden.

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