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Pritzwalk 700 Kinder machten beim 10. Prignitzer Theatertag mit
Lokales Prignitz Pritzwalk 700 Kinder machten beim 10. Prignitzer Theatertag mit
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00:26 08.06.2019
Pritzwalker Jahnschüler erklärten ihre Schule zur "Drachenschule", das Publikum war begeistert. Quelle: Bernd Atzenroth
Groß Woltersdorf

Das war ein ganz schön heißer Prignitzer Theatertag, vor allem, wenn man auf den Rängen der Freilichtbühne im Waldlehrpark von Groß Woltersdorf saß. „Wie in einer Bratröhre“ sei es, fand auch Pritzwalks Bürgermeister Ronald Thiel, bei dem natürlich die Mütze zum Sonnenschutz genauso wenig fehlte wie bei seinem Stellvertreter Halldor Lugowski.

Das war ein Gewusel in Groß Woltersdorf an diesem heißen und sonnigen Tag: 700 Kuinder machten beim Prignitzer Theatertag mit. Den Wanderpokal gewann diesmal die Pritzwalker Jahnschule. Aber sehen Sie selbst.

Der ist gleichzeitig Vorsitzender des Groß Woltersdorfer Wahrberge-Vereins, der den Waldlehrpark gemeinsam mit der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) und der Landesforstverwaltung Brandenburg bewirtschaftet und somit am Mittwoch Gastgeber war.

Wanderpokal an die Pritzwalker Jahnschule

Vor der Bühne drängten sich viele Kinder im Schatten, den die Bühne selbst warf, doch viele harrten auch in der prallen Sonne aus, um die schönen Darbietungen dieses Vormittags sehen zu können. Sie wussten ja auch: Abkühlung gibt es auf dem Gelände, zum Beispiel den Marterpfahl, der sich bei genauerem Hinsehen als Dusche erwies und an diesem Tag dementsprechend beliebt war.

Und in den schattigen Ecken des Geländes sah man lauter Eis schleckende Kinder. Geboten wurde dazu Maskenbasteln, Trommeln, Kinderschminken und erstmalig eine Foto-Ecke.

Pritzwalker Jahnschüler erklärten ihre Schule zur "Drachenschule", das Publikum schaute begeistert zu Quelle: Bernd Atzenroth

Fünf kleine Aufführungen gab es auf der Bühne, bei denen sich Prignitzer Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicap als Schauspieler ausprobierten. Moderiert wurde alles von Renate Groenewegen, Chady Seubert und Daniela Dörfel, die in bewährter Manier die Kinder auch unterhielten. Im Anschluss wurden die fünf Darbietungen prämiert. Der Wanderpokal beim Prignitzer Theatertag ging diesmal an die Pritzwalker Jahnschule. Doch für jeden gab es etwas.

Neun Apfelbäume eingepflanzt

Den Auftakt hatten Kinder der CJD-Christophorusschule gemacht, die den „Räuber Klemens“ aufführten – inspiriert von einem Besuch beim Pritzwalker Bürgermeister, der ihnen die Geschichte des Räubers erzählt hatte. Die Walulas von der Albert-Schweitzer-Schule in Wittenberge zeigten dann ihren „Tanz der Kulturen“. Und als drittes kamen dann die Kinder der Kita Clownematz aus Kehrberg mit ihren Biene-Maja-Tanz dran.

In der „Apfelpause“ gratulierten auf der Bühne Chady Seubert und Daniela Dörfel dem Revierförster Bodo Wichura zum Geburtstag und überreichten ihm neun kleine Apfelbaum-Sämlinge zum Einpflanzen. Was Bodo Wichura dann hinterher mit ein paar Kindern zusammen auch tat.

„Pfaff der Zauberdrache“ begeisterte

Währenddessen ein wenig Leerlauf auf der Bühne, den Chady Seubert zu überspielen trachtet. Sie holt ein paar Kinder auf die Bühne und fragt sie: „Wollt Ihr Lückenbüßer sein?“ Wollten sie und sagen ein Lied.

Nun kam die Stunde der Pritz­walker Jahnschüler. Die Klasse Flex B begeisterte mit „Pfaff der Zauberdrache“ und änderte dabei den Modus der Abmeldung an der Schule, die jetzt auch Drachenschule sei.

Moderation mit Stoffhasen: Renate Groenewegen. Quelle: Bernd Atzenroth

„Große Dinge werfen ihre Schatten voraus“, sagte nun Renate Groenewegen bei der Ankündigung der letzten Schuldarbietung, „wenn es denn genug Schatten gäbe.“

Wo die Hexe zur „Super-Nanny“ wurde

Aber sie hatte nicht zu viel versprochen: Ganz zum Schluss hielten Groß Pankower Schüler über Hänsel und Gretel Gericht. Die sollen ihre „Super-Nanny“, wohinter sich die Hexe verbirgt, in den Ofen gestoßen haben. Belastet werden die beiden von Aschenputtel, Dornröschen Schneewittchen – am Ende aber werden alle wahlweise zu zwei Jahren Dschungelcamp oder zu zwei Jahre im Big-Brother-Container verurteilt.

Hänsel und Gretel (Links) vor Gericht. Neben ihnen ihre "Super-Nanny", die Richterin und gegenüber Aschenputtel, Dornröschen und Schneewittchen. Alles gespielt von der 6. Klasse an der Grundschule Groß Pankow. Quelle: Bernd Atzenroth

Das Urteil der Jury, die aus dem Kurs Darstellendes Spiel am Pritz­walker Gymnasium besteht, sollte dann noch eine Stunde auf sich warten Zeit für das Mittagessen, das der neue Betreiber der Groß Woltersdorfer Gaststätte „Zur Hexe“ und Mitglieder des Wahrberge-Vereins zubereiteten.

„Wir schaffen eine Bühne für die vielen Kinder“

700 Voranmeldungen hatte es für diesen Tag bereits im Vorfeld gegeben. Schon das war Beleg genug dafür, wie sehr diese Veranstaltung mittlerweile angenommen wird. Das war am Anfang durchaus nicht so, wie sich jetzt Jörg Stricker erinnerte. Renate Groenewegen hatte vor zehn Jahre sich selbst die Frage gestellt, ob der Begriff Prignitzer Theatertag nicht zu hoch gegriffen sei – das aber hat sich erledigt angesichts der hohen Resonanz, die die Veranstaltung jetzt hat.

An dem Erfolg haben viele ihren Anteil: die Gemeinde Groß Pankow und die Stadt Pritzwalk, einige private Unternehmen und der Wahrberge-Verein. Träger ist das CJD Prignitz: „Wir wollen so ein Stück zurückgeben an die Region“, sagt dazu Jörg Stricker. „Wir schaffen eine Bühne für die vielen Kinder, und die sehen, dass die Prignitz lebenswert ist.“ Unterstützung hat der Theatertag in Inklusionsveranstaltung auch von der Aktion Mensch. Die Jugend- und Kulturstiftung der Sparkasse Prignitz hat zudem 2500 Euro gegeben.

Von Bernd Atzenroth

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