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Pritzwalk Azubis tauschen an Pollo-Strecke Schwellen aus
Lokales Prignitz Pritzwalk Azubis tauschen an Pollo-Strecke Schwellen aus
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11:15 25.09.2019
16 Gleisbau-Azubis wechseln noch bis Donnerstag in Handarbeit Bahnschwellen auf der Pollo-Strecke aus. Quelle: Bernd Atzenroth
Mesendorf

Der Pollo wird immer beliebter. Selbst an Fahrtagen außerhalb der eigentlichen Saison ist mittlerweile immer etwas los. Wie am vergangenen Wochenende, als bei herrlichem Spätsommerwetter wieder viele Menschen einen Ausflug nach Mesendorf oder Lindenberg machten, um einmal mit der Kleinbahn fahren zu können.

Gleisbau-Azubis aus Königsborn sind derzeit in der Prignitz, um alte Schwellen auf der Pollo-Strecke gegen neue auszutauschen. Hier ein paar Eindrücke von den Arbeiten, die noch bis Donnerstag dauern.

Doch damit dies auch künftig so weitergehen kann, ist an der Strecke einiges zu tun. Die Schwellen auf dem Bahnkörper sind in die Jahre gekommen und müssen nach und nach ausgetauscht werden, zumal sie ohnehin von zuvor stillgelegten Strecken stammen. Für ihren Austausch hat der Verein Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg Spenden gesammelt.

Und die ermöglichen es immerhin jetzt, dass zwei Wochen lang intensiv an der Strecke gearbeitet werden kann. Das tun schon seit vergangener Woche 16 Gleisbau-Azubis aus Königsborn bei Magdeburg, die für zwei Wochen mal eine etwas andere Arbeitserfahrung auf der Pollo-Strecke machen.

„Die Arbeit selber ist ein ganz normaler Vorgang“

Ihre Lehrausbilder Andreas Marten und Matthias Richter sind auch dabei. „Die Ausbildung geht über drei Jahre“, erklärt Andreas Marten, „hier sind jetzt die Azubis aus dem zweiten und dritten Lehrjahr.“ Für sie ist auf dieser Baustelle einiges neu: „Es ist eine Schmalspurbahn, und sie hat eine Kiesbettung“, erklärt Marten, „aber die Arbeit selber ist ein ganz normaler Vorgang, der immer wieder vorkommt.“

Im Grunde ist es hier sogar noch ein wenig einfacher, denn die sonst üblichen Betonschwellen wiegen das Vierfache im Vergleich zu den hier benutzten Holzschwellen. Dafür kann an anderen Baustellen weit mehr maschinell erledigt werden.

Azubis sind in Groß Woltersdorf untergebracht

In der ersten Phase wechselten sie 80 Schwellen, darunter auch zwölf lange Weichenschwellen. Außerdem beseitigten sie laut Pollo-Verein einen Gleislagefehler nahe Klenzenhof. 300 Schwellen könnten noch bis zum Donnerstag verlegt werden – alle 65 Zentimeter eine, wie Michael Klaffert weiß. Was in dieser Zeit nicht zu schaffen ist, wollen dann die Mitglieder des Vereins selbst angehen.

Am Montag geht alles noch recht ruhig an. „Die müssen erstmal warmlaufen“, sagt dazu Michael Klaffert. Er kommt sich fast vor wie in seinem alten Beruf. 38 Jahre lang arbeitete er als Busfahrer. Seit er 2014 in Rente gegangen ist, engagiert er sich für den Pollo. Jetzt betreut er nicht nur die Baustelle, sondern fährt die Azubis mit dem Kleinbus auch herum. Sie sind im Jugendgästehaus in Groß Woltersdorf untergebracht und frühstücken in der Gaststätte „Hexe“. Den Kleinbus für den Transport hat dankenswerterweise der FHV Pritzwalk zur Verfügung gestellt. Ihm und auch der Stadt Pritzwalk dankt Klaffert.

Alte Schwellen müssen entsorgt werden

Ansonsten ist es für Klaffert eine Rückkehr zu seinen Ursprüngen: „Ich habe mal Gleisbau gelernt“, erklärt der gebürtige Brandenburger, „und ich habe die Bahn nie aus den Augen verloren.“

In Mesendorf gibt es einen eigenen Bauzug für die nur wenige hundert Meter entfernte Baustelle. Robert Große vom Verein ist da, um die Lok zu fahren. In einem Wagen ist eine Art Küchentrakt, in einem weiteren ein Werkzeuglager. Ganz vorne sitzen die Azubis, wenn sie zu ihrem derzeitigen Arbeitsplatz gebracht werden.

Die Diesellok hatte zuvor schon einen mit den Schwellen beladenen Anhänger für die in Höhe von Klenzenhof gelegene Baustelle gebracht. Ein Teil der Auszubildenden hatte sie bereits abgeladenen. Nun, eine gute halbe Stunde später, sind sie alle damit beschäftigt, die alten Schwellen zunächst auszubauen. Anfangen kann man mit ihnen nichts mehr – sie sind morsch und müssen entsorgt werden. Zunächst werden sie vorher bei Brünkendorf zwischengelagert.

Insgesamt geht es um 18 000 Schwellen

Es ist wirklich reine Handarbeit: Mit Schaufel und Spaten werden die alten Schwellen regelrecht ausgegraben, bevor sie ersetzt werden können. „Das ist Arbeiten wie im 19. Jahrhundert“, sagt Christian Gruss, ebenfalls Mitglied des Pollo-Vereins. Er war am Sonntag als Schaffner auf der Strecke unterwegs.

Ein gutes Hilfsmittel gibt es immerhin: Eine Stopfmaschine, die man sich in Mügeln geliehen hat. Mit ihr lässt sich der Boden unter den Schwellen verdichten: „Sie drückt unter der Schwelle die Erde zusammen“, erklärt Gruss. Der Berliner ist seit sechs Jahren im Pollo-Verein aktiv.

Wenn die Azubis am Donnerstag ihre Tätigkeit beenden, wird damit so oder so längst nicht alles fertig sein – insgesamt müssen 18 000 Schwellen nach und nach ausgetauscht werden. Aber die Vereinsmitglieder bleiben dran. Ihren nächsten Arbeitseinsatz haben sie am kommenden Wochenende.

Noch mehrere Fahrtage im Herbst und Winter

In diesem Jahr gibt es im Übrigen noch mehrere Fahrtage beim Pollo: am 5. und 6. Oktober, am 31. Oktober, am 2. und 3. November sowie die Nikolausfahrten am 7. und 8. Dezember. Hier wird diesmal etwas anders sein, denn die Fahrten gehen von Lindenberg aus nicht nur bis Brünkendorf, sondern bis Mesendorf. „Der Nikolaus hat dann im Zug auch mehr Zeit“, erklärt Christian Gruss. Am neuen Bahnhof in Mesendorf soll es dann auch einen kleinen Adventsmarkt geben – die Kleinbahner sind um neue Einfälle nie verlegen.

Wer mehr über den Pollo und seine Fahrtage wissen will, schaue auf www.pollo.de.

Von Bernd Atzenroth

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