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Pritzwalk Neue Brücke verbindet Museumsteile
Lokales Prignitz Pritzwalk Neue Brücke verbindet Museumsteile
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18:13 20.07.2018
Feierlich wurde die Brücke übergeben: (vorn, v. l.) Ulrike Gutheil und Bürgermeister Ronald Thiel durchschnitten das Band.
Feierlich wurde die Brücke übergeben: (vorn, v. l.) Ulrike Gutheil und Bürgermeister Ronald Thiel durchschnitten das Band. Quelle: Beate Vogel
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Pritzwalk/Meyenburg

Mit der Übergabe der stählernen Brücke zwischen der Museumsfabrik und dem alten Stadt- und Brauereimuseum fanden die Bauarbeiten am Komplex Tuchfabrik jetzt ein würdiges Ende. Pritzwalks Bürgermeister Ronald Thiel hatte den Besuch der Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil am Freitag für die Freigabe des Übergangs über den Dömnitzarm genutzt.

Rund Zehn Millionen Euro sind laut Thiel in das gesamte Ensemble investiert worden. Der Ausbau ist teils von der Investitionsbank des Landes Brandenburg, teils aus einer Spende der Familie Quandt, teils aus Fördermitteln und über viele andere Protagonisten finanziert wurden. „Das Projekt wird aber von den Bewohnern der Stadt getragen“, sagte der Bürgermeister. Ulrike Gutheil lobte besonders, dass in den Komplex, den auch die Bildungsgesellschaft nutzt, auch Wohnungen integriert wurden. „Das finde ich sehr gelungen. So ist hier Leben drin“, sagte sie.

Zunächst unübersichtliche Eigentumsverhältnisse

Dass das Projekt mit der Brücke umgesetzt wurde, sei vor allem der Hartnäckigkeit von Dietmar Sachs zu verdanken, blickte Bürgermeister Thiel zurück: „Wir wussten nicht, ob das klappt.“ Sachs hatte die vielen Projekte in der alten Tuchfabrik von Seiten der Stadt federführend begleitet.

Er informierte auf Nachfrage, dass in diesem letzten Bauabschnitt, zu dem die Brücke gehörte, auch die digitale Anbindung des alten an den neuen Museumsteil gehörte: „Überwachung, Feuermeldung, Alarm – Sie können jetzt alles vom neuen Museum aus überblicken.“ Sehr aufwändig sei gewesen, vor dem eigentlichen Baubeginn die etwas unübersichtlichen Eigentumsverhältnisse zu klären, berichtete Sachs. „Wir haben hier fünf Eigentümer, unter anderem die Industrie- und Handelskammer, die Stadt und den Kreis.“

Geld aus dem Topf „Kultureller Anker“

Mit im Boot bei der Ausgestaltung der Museumsteile ist nun auch der Verein Kunstfreunde Pritzwalk. Er hat jetzt die alten Räume des Stadt- und Brauereimuseums übernommen. „Es war ja das Ziel, dass wir voneinander partizipieren können“, sagte Horst Kontak, der Vorsitzende des Vereins. Im Oktober sollen zudem die Pritzwalker Landfrauen in ihre Räume einziehen.

Staatssekretärin Ulrike Gutheil brachte zudem einen Förderbescheid für die Museumsfabrik aus dem Programm „Kultureller Anker“ mit. Die knapp 40 000 Euro sollen beim Aufbau des Museumsteils helfen, der in der einstigen Tuchfabrik die zweite Phase der Industrialisierung um 1900 darstellen wird.

10 000 Euro für technische Ausstattung

Museumsleiter Lars Schladitz zeigte dem Gast aus dem Potsdamer Kulturministerium, dass im Verwaltungsteil des Museums bereits an der Aufarbeitung der ersten Uniformen aus dieser Zeit gearbeitet wird. Die Räume sollen nun mit der Ausstellung gestaltet werden.

Die Staatssekretärin besuchte am Nachmittag auch das Modemuseum in Meyenburg. Auch hier brachte sie einen Förderbescheid mit. Ebenfalls aus dem Programm „Kultureller Anker“ kommen 10 000 Euro, die in diesem Jahr für die technische Ausstattung des Modemuseums bereitstellt werden. Das Kulturministerium hatte bekanntlich in den vergangenen Jahren bereits den Ankauf eines Teils der Sammlung Josefine Edle von Krepls mit 500 000 Euro und die Sanierung des Schlosses mit 73 000 Euro unterstützt.

Von Beate Vogel