Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Pritzwalk Bürgerhaushalt: Kita-Projekt erhält die meisten Stimmen
Lokales Prignitz Pritzwalk Bürgerhaushalt: Kita-Projekt erhält die meisten Stimmen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:12 29.09.2019
Schon um kurz nach 10 Uhr mussten die Pritzwalker anstehen. Das Interesse am Bürgerhaushalt war groß. Quelle: Julia Redepenning
Pritzwalk

Die Einwohner von Pritz-walk und der Ortsteile haben am Sonnabend über den Bürgerhaushalt und damit über die Projekte abgestimmt, die nächstes Jahr umgesetzt werden sollen. Mit 99 gültigen Stimmen belegt die Pritzwalker Kita „Kinderland“ den ersten Platz. Für 4800 Euro soll der multisensorische Bereich ausgebaut werden.

Auf Platz zwei folgt der Kindergarten „Rappelkiste“ aus Kemnitz. Für 4170 Euro möchte die Kita ein Gartenhaus anschaffen und ein Frühbeet für die Mädchen und Jungen anlegen. Den dritten Rang belegt der Vorschlag, 70 Meter Zaun zwischen den Angelteichen und den erneuerten Containern am Platz zwei des Hainholzstadions zu erneuern.

Teilnehmerzahl mehr als verdoppelt

Knapp 900 Menschen waren ins Kulturhaus gekommen, um sich an der Abstimmung zu beteiligen. „Es ist wirklich außergewöhnlich, wie viele Pritzwalker ihre Stimme abgegeben haben“, sagte Bürgermeister Ronald Thiel. Er ist stolz auf die Bewohner seiner Stadt: „Ich finde es toll. Die Pritzwalker wollen mitbestimmen.“

Diese Projekte haben das Rennen gemacht

Platz 1 mit 99 Stimmen: Ausbau Multisensorischer Bereich in der Kita „Kinderland“;

2. Kita „Rappelkiste“ aus Kemnitz mit 88 Stimmen für das Gartenhaus und Frühbeet;

3. 68 Stimmen für die Erneuerung von 70 Metern Zaun zwischen den Angelteichen und den erneuerten Containern am Hainholzstadion;

4. Öffentliche Kinderspielgeräte für die Kinder in und um Streckenthin (58 Stimmen);

5. Mobiliar für den Außenbereich der Kita „Tausendfüßler“ (57 Stimmen);

6. Der Haupteingang der Sporthalle der Herbert-Quandt-Grundschule soll mit einem Vordach ausgestattet werden (45 Stimmen);

7. Die Erneuerung der sanitären Anlagen in der Waldschule im Hainholz (42 Stimmen);

8. Überdachung der Pflasterfläche am „Jugendklub“ in Steffenshagen (42 Stimmen);

9. Beveringen soll einen neuen Zaun um den Friedhof erhalten (42 Stimmen);

10. Mehr Bäume beziehungsweise Sonnensegel als Schattenspender und mehr Bänke als Sitzgelegenheit für das Hainholzbad (32 Stimmen).

An der Abstimmung für den ersten Bürgerhaushalt hatten sich im vergangenen Jahr 444 Einwohner beteiligt. Somit hat sich die Teilnehmerzahl mehr als verdoppelt. Nicht nur Bürgermeister Ronald Thiel war förmlich sprachlos bei diesem Ergebnis, sondern auch die Mitarbeiter des Rathauses, die die Wahl betreuten.

Die Auszählung startete um 16 Uhr

Um 16 Uhr wurden die Stimmen am Sonnabend ausgezählt. Und dann hieß es warten. Urne um Urne wurde geöffnet. Auch einige Zuschauer waren gekommen, um die Ergebnisse aus erster Hand zu bekommen.

Die zehn Vorschläge mit den meisten Stimmen erhalten eine Förderung durch den Bürgerhaushalt 2020. „Es können sogar mehr werden“, erklärte Thiel. Insgesamt stehen 50 000 Euro zur Verfügung. Jede Idee kann mit maximal 5000 Euro gefördert werden. Jedoch benötigen nicht alle die Maximalsumme, um ihr Projekt umsetzen zu können. Somit könnte noch Geld für ein weiteres Projekt übrig bleiben.

Die Mitarbeiter des Rathauses bei der Auszählung der Stimmen. Quelle: Julia Redepenning

„Es ist schön, dass man mitentscheiden darf“, sagte am Vormittag Christina Gericke. Sie ließ es sich nicht nehmen, für ihr Wunschprojekt abzustimmen. Um 10 Uhr war der Startschuss für die Abstimmung gefallen. Es herrschte ein reger Andrang. Schon zu Beginn mussten die Pritzwalker anstehen, um eine Wahlkarte zu bekommen.

34 Vorschläge standen zur Auswahl

„Ich war auch im letzten Jahr schon dabei“, sagte Christina Gericke – damals sogar mit einem eigenen Vorschlag. Sie setzte sich für mehr Abfallbehälter in der Stadt ein. „Es hatte leider nicht geklappt“, berichtete sie. Für 2020 gibt es einen ähnlichen Vorschlag. „Ich denke, ich werde dafür abstimmen“, sagte sie.

Insgesamt 34 Vorschläge wurden zur finalen Wahl zugelassen. „Jeder bekommt eine Karte und hat auch nur eine Stimme“, erklärte Kämmerin Kornelia Wienke. Zur besseren Übersicht wurde jedem Vorschlag eine eigene Wahlurne zugewiesen und jede Idee wurde noch einmal genau beschriftet. Ein gut lesbarer Zettel mit Eckdaten und Bildern war außen an den Urnen angebracht.

Jeder konnte für ein Projekt abstimmen. Quelle: Julia Redepenning

„Ich habe mich vorher im Internet informiert. Ich finde es aber toll, dass ich jetzt noch einmal alle Informationen genau lesen kann“, sagte Christina Gericke. Gerade für die Bürger, die mit dem Internet nicht besonders vertraut sind, war es ein Segen. „Ich habe keinen Internetzugang und weiß auch nicht, welche Vorschläge eingebracht wurden“, erzählte eine Rentnerin. Sie nahm sich viel Zeit und studierte die Aushänge an den Urnen.

Umfrage zur Müllentsorgung lief parallel zur Abstimmung

Wer wollte, konnte auch an der nicht repräsentativen Umfrage zum Thema „Gelber Sack oder Gelbe Tonne“ teilnehmen. Symbolisch wurden hierfür beide Objekte als Wahlurne aufgestellt. „Es ist nur eine Umfrage und keine richtige Wahl“, erklärte Kornelia Wienke. Das Thema scheint die Pritzwalker zu bewegen. Auch hier konnte jeder eine Stimme verteilen. Nehmen ließ es sich keiner. Im Minutentakt wurde der Deckel der Tonne geöffnet oder der Gelbe Sack befüllt. „Es wird am Ende aber keine Konsequenzen geben“, erklärte die Kämmerin. Die Stadt ist bei dieser Sache nicht zuständig, sondern der Landkreis Prignitz. Aus diesem Grund dient die Abstimmung nur zur Bildung einer Meinung. „Wir möchten erfahren, wo sich die Pritzwalker sehen“, fügte sie hinzu.

Gelbe Tonne oder gelber Sack? Die Pritzwalker dürfen ihre Meinung dazu äußern. Quelle: Julia Redepenning

Von Julia Redepenning

Ein Spaziergang voller Geschichte durch die Pritzwalker Innenstadt: Die Museumsfabrik hatte zur Museumsnacht eingeladen. Gymnasiasten spielten Szenen aus der Stadtgeschichte.

28.09.2019

Friederike Trapp aus Bad Wilsnack ist hauptberuflich Pfarrerin. Doch sie übt noch ein anderes Amt aus. Sie ist Seelsorgerin im Pritzwalker Krankenhaus –konfessionsübergreifend.

28.09.2019

Sie wird immer beliebter, die Pritzwalker Museumsnacht. Gerade läuft ein Zug mit hunderten Pritzwalker auf den Spuren der eigenen Geschichte durch die Stadt durch die Stadt.

27.09.2019