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Pritzwalk Dammbruch droht: Speicher muss Wasser lassen
Lokales Prignitz Pritzwalk Dammbruch droht: Speicher muss Wasser lassen
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01:15 30.03.2019
Das Absperrbauwerk am Flachlandspeicher Sadenbeck könnte brechen. Darum ist Handeln dringend geboten. Quelle: Bernd Atzenroth
Sadenbeck

Am Speicher Sadenbeck muss das Wasser abgesenkt werden. Der Grund: Standsicherheitsprobleme am Absperrbauwerk, so teilte das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MLUL) mit. Es bestätigte damit auch Beobachtungen, die in dieser Woche bereits von Anglern an die MAZ herangetragen worden sind.

Als Angelgewässer ist der Flachlandspeicher Sadenbeck ausgewiesen. Aber es gilt auch ein Badeverbot. Quelle: Bernd Atzenroth

Im Rahmen der Erarbeitung eines Standsicherheitsgutachtens zum Zustand des Absperrbauwerks des Flachlandspeichers Sadenbeck seien erhebliche Probleme festgestellt, die einen sofortigen Handlungsbedarf erforderten, heißt es in der Mitteilung. Eine kontrollierte Absenkung des Wasserspiegels sei unumgänglich.

Absenkung um circa 1,5 Meter wird sofort eingeleitet

Die eigens für die beabsichtigte Umgestaltung des Flachlandspeichers in einen Landschaftssee eingesetzte Steuerungsgruppe habe kurzfristig Maßnahmen zur Überwachung des Absperrbauwehres beschlossen.

Darüber hinaus hat die zuständige obere Wasserbehörde in ihrer Funktion als Talsperrenaufsicht die sofortige Wasserstandabsenkung um circa 1,5 Meter – auf 80,1 Meter über Normallnull – angeordnet. Die unverzügliche Wasserstandabsenkung ist erforderlich, um das festgestellte Risiko eines Dammbruchs kurzfristig zu verringern. Die Vorbereitungen zur Wasserstandabsenkung werden unverzüglich getroffen.

Ängste vor schleichenden Abschied vom See

Wie bei den Anglern, so kam auch gleich bei einem Politiker die Befürchtung auf, dass dies der Anfang vom Ende des Sees sein könnte. Der Landtagsabgeordnete Jan Redmann (CDU) erinnerte in einem Statement an den erfolgreichen Kampf um den Weiterbestand des Sees im vergangenen Jahr. „Deshalb warne ich nun vor einem schleichenden Abschied vom See durch die Hintertür. Das Land muss jetzt schnell für Klarheit sorgen,“ so der Abgeordnete.

Das Ministerium betont demgegenüber aber in seiner Mitteilung, dass der Speicher Sadenbeck nach Möglichkeit als beliebtes Naherholungsgebiet in der Prignitz dauerhaft erhalten bleiben solle.

Augustin: Machbarkeitsstudie kommt im Mai

Kurt Augustin, Abteilungsleiter Wasser und Boden im MLUL, erklärte auf Nachfrage der MAZ, dass man habe handeln müssen. Parallel dazu laufe aber auch die Machbarkeitsstudie weiter, in der Varianten für den Umbau des Sees zu einem Landschaftssee erarbeitet werden. „Im Mai liegt diese Studie vor“, sagt Augustin. Eine der Varianten soll dann die Grundlage für das Verfahren zur Umgestaltung des Sees werden. Dieses Verfahren wird aber mehrere Jahre beanspruchen.

So hat sich das Ministerium nun dazu ein entschieden, die Staumauer im laufenden Jahr zu sanieren, damit wieder Wasser zulaufen kann. Die Sanierung soll aber schon in einer Weise geschehen, die dem weiteren Umbau nicht entgegensteht, sondern ihn gewissermaßen vorwegnimmt.

Land gewährleistet für fünf Jahre die Instandhaltung

Das Land hatte nach einem Arbeitsgespräch zu dem See im August 2018 in Meyenburg zugesagt, für einen Zeitraum von fünf Jahren die Instandhaltung des Sees zu gewährleisten. Zudem einigte sich die Runde darauf, dass man anstrebt die Staumauer umzubauen, und zwar so, dass sie nicht mehr als Talsperre gilt. Ziel ist es, dabei die Wasserfläche in der jetzigen Größe zu erhalten. Auch die ökologische Durchlässigkeit solle beibehalten werden. Wie all das gemacht werden kann, wird in besagter Machbarkeitsstudie ermittelt. Klar ist auch, dass das Land den See nach dem Umbau des Staudamms an einen anderen öffentlich-rechtlichen Träger übergibt.

Von Bernd Atzenroth

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