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Pritzwalk Mysteriöse Hundekrankheit: Sind Tiere in der Region in Gefahr?
Lokales Prignitz Pritzwalk Mysteriöse Hundekrankheit: Sind Tiere in der Region in Gefahr?
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08:43 16.11.2019
Sie ist eine Gefahr: Die Norwegische Hundekrankheit ist in Deutschland angekommen. Hundebesitzer sind verunsichert. Quelle: Julia Redepenning
Pritzwalk

Sie ist da: Die mysteriöse Erkrankung, die den besten Freund des Menschen befällt und sogar zum Tode führen kann. Die sogenannte Norwegische Hundekrankheit bleibt weiterhin in Rätsel. Bei mehreren Tieren in Norwegen konnte die Magen-Darm-Erkrankung bereits nachgewiesen werden. Nun stellt sich die Frage: Sind Fellnasen in Brandenburg in Gefahr? Ein Veterinär aus der Prignitz klärt auf.

Kein bestätigter Fall in der Prignitz und Ostprignitz-Ruppin

Christian Kloß ist Tierarzt in Pritzwalk. Er versichert: „Bislang gibt es keinen bestätigten oder bekannten Fall bei uns in der Region.“ Auch in Deutschland sei dem Mediziner nichts bekannt, was auf die Erkrankung hinweist.

In der Prignitz und Ost-Prignitz gibt es bislang keinen bestätigten Fall. Trotzdem sollten Besitzer die Augen offen halten. Quelle: Julia Redpenning

Somit kann er vorerst Entwarnung geben. Trotzdem kursiert die Angst, denn andere Medien berichten: Die Krankheit ist in der Bundesrepublik angekommen. Erst kürzlich wurde verbreitet, in Boizenburg (Mecklenburg-Vorpommern), erkrankte ein Vierbeiner.

Bestätigt wurde dies jedoch nicht. Weitere drei Fälle wurden laut verschiedener Quellen in diesem Bundesland gemeldet. Bei einem verstorbenen Hund in Schleswig-Holstein konnte ebenfalls der mögliche Erreger der Hundekrankheit nachgewiesen werden.

Bereits 40 Tiere sind an der Krankheit gestorben

Seit diesem Sommer sind immer öfter Meldungen über infizierte Tiere bekannt geworden. „Insgesamt erkrankten 170 Tiere und 40 davon verendeten“, schildert Kloß. Das Tückische an der Infektion – sie verhält sich wie viele Haarausfallerkrankungen. Symptome wie blutiger Durchfall, Erbrechen, Müdigkeit und eine allgemeine Verschlechterung der Gesundheit treten auch bei anderen Leiden auf.

Tiere sterben innerhalb von 24 Stunden

Binnen 24 Stunden verschlechtert sich der Zustand des Tieres dramatisch. Besonders alte und bereits geschwächte Vierbeiner sind besonders gefährdet. Als Ursache steht das so genannte Parvovirus im Raum. Bei bakteriologischen Tests konnten bisher die Bakterien Providencia alcalifaciens und Clostridium perfringens festgestellt werden.

Diese siedeln sich im Darm an. „Die Tiere wurden genau unter die Lupe genommen. Die oberen Schichten des Magen-Darmtrakts waren zerstört“, erklärt der Veterinär Kloß. „Es kommt zu einem starken Verlust von Elektrolyten und Flüssigkeit“, und das kann schwere Folgen nach sich ziehen.

Besonders alte und bereits geschwächte Hunde können schnell an der Krankheit sterben. Quelle: Julia Redepenning

Andere Übeltäter wie Pilze, Bakterien und Parasiten werden ebenfalls in Betracht gezogen. Daher rät der Fachmann: Hunde sollten auf keine Fall aus Pfützen, Bächen oder anderen verschmutzten Gewässern trinken. Hier lauern sie – die Krankheitserreger. Die Sommertemperaturen begünstigten zudem ihre rasante Vermehrung.

Impfungen und regelmäßige Entwurmungen sind wichtig

Des Weiteren sollen Hundebesitzer lieber einmal mehr eine Tierarztpraxis aufsuchen, wenn der Vierbeiner plötzlich starke Veränderungen zeigt. Regelmäßige Impfungen und Entwurmungen der Vierbeiner sollten auch durchgeführt werden.

„Wenn Tiere sterben und es keine wirkliche Begründung gibt, ist es immer ein Problem und die Spitze des Eisbergs“, betont Christian Kloß. Eine Übertragung von Tier zu Tier schließt er soweit aus. Viel eher ist die Aufnahme von verunreinigtem Wasser eine unterschätzte Gefahr, so der Mediziner.

Seit Ende September ist die Anzahl der infizierten Tiere rückläufig. Trotzdem heißt es: Augen auf. Es wird davor gewarnt, nicht in Panik zu geraten. Auch wenn die entdeckten Erreger mit denen aus Norwegen stammenden identisch waren, ist die Krankheit so unspezifisch, dass eine Verwechslung mit anderen schnell passiert.

Sollte die Fellnase die bekannten Symptome aufweisen, heißt es – ab zum Tierarzt. Am Ende kann nur ein Fachmann ein klares Statement abgeben, eine Behandlung durchführen und dem Vierbeiner helfen.

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Von Julia Redepenning

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