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Pritzwalk Für den Ernstfall: Katastrophenschutz rät dazu, mehr Vorräte anzulegen
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20:30 03.02.2020
Bei der Jahreshauptversammlung der Schnelleinsatzeinheit Pritzwalk wurde viel über das Thema Vorsorge gesprochen – zum Beispiel über Maßnahmen zur Vorsorge. Quelle: Julia Redepenning
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Pritzwalk

Die Zeiten haben sich geändert – eine allgemeine Krise kann schon morgen Realität sein. Bei ihrem jüngsten Treffen in der Prignitz haben die Mitglieder der Schnelleinsatzeinheit Pritzwalk dazu aufgerufen, dass jeder Einzelne persönlich mehr Vorsorge für den Katastrophenfall treffen müsse. Dazu gehöre es auch, Lebensmittelvorräte anzulegen.

Die Schnelleinsatzeinheit Prignitz bei einer Übung. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Während der Jahreshauptversammlung der Schnelleinsatzeinheit Pritz­walk wurden verschiedene Szenarien angesprochen. „Die Welt wird gerade nicht ruhiger“, betonte Marcus Bethmann, Sachbereichsleiter für Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Prignitz.

Katastrophenfälle werden häufiger

Er erinnerte an den Cyberangriff, der kürzlich die Verwaltung der Landeshauptstadt Potsdam ereilte. Schutzmaßnahmen rückten immer mehr in den Fokus und das nicht nur bei Themen wie diesem. „Erinnert euch noch einmal an die große Übung mit dem langanhaltendem Stromausfall“, sagte der Fachmann bei seiner Ansprache. Oft seien es kleine Dinge, die im Ernstfall eine wichtige Stellung einnehmen.

Bockwurstexperiment ist kein Thema zum Lachen

Die Mitglieder des Katastrophenschutzes wollen, dass die Bevölkerung wieder mehr an ihre eigene Vorsorge denkt – Stichwort Lebensmittelvorräte. Vor diesem Hintergrund ist auch das sogenannte Bockwurstexperiment entstanden. Was witzig kling, ist völlig ernst gemeint.

Ulf Meier, seit mehr als zehn Jahren Teil der Pritzwalker Einheit, erklärte worum es eigentlich geht: „Wir haben eine Konserve gefunden, die bereits abgelaufen war“, sagte der Ehrenamtler. Bis heute ist sie ungeöffnet und das seit bald sieben Jahren. 2023 wird der Versuch beendet und der Inhalt der Dose verkostet – zehn Jahre nach Ablaufdatum.

Warum? Um zu schauen ob das Lebensmittel immer noch genießbar ist. „Die Menschen werfen alles einfach viel zu schnell weg und sorgen kaum noch für den Notfall vor“, sagte Meier. Dabei sei es so wichtig. Schon der simple Fall wie ein Stromausfall könne ein komplettes System zum Sturz zwingen. Einfach Dinge wie Kaffeekochen oder Wasser aus der Leitung bekommen, sei ohne Strom nicht möglich.

Es wird zur Vorsorge geraten

Aus diesem Grund rät die Schnelleinsatzeinheit dazu, wieder Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Genügend Lebensmittel für mehrere Tage, ein kleiner Gaskocher und andere Gegenstände für den täglichen Bedarf sollten sicher Zuhause verwart werden. Und wichtig: „Nur weil ein Lebensmittel laut Datum abgelaufen ist, muss es noch lange nicht schlecht sein“, so Ulf Meier.

„Wir haben ein super Stromnetz und trotzdem kann der Strom ausfallen“, sagte Marcus Bethmann. Nicht nur Szenarien wie dieses rücken immer mehr in den Vordergrund und lassen die Einheit des Katastrophenschutzes eine immer wichtige Rolle spielen. Aktuelle Ereignisse wie der Ausbruch und die Verbreitung des Coronavirus aus China oder die immer noch wütende Afrikanische Schweinepest sollten nicht verharmlost werden.

Brand- und Katastrophenschutz soll eine Einheit werden

Aus diesem Grund sollen die Feuerwehren und die Einheiten des Katastrophenschutzes mehr und intensiver zusammen arbeiten. „Ihr seid ein Teil der Brandschutzeinheit der Prignitz“, sagte Bethmann zu den Mitgliedern des Pritzwalker Katastrophenschutzes. Am Ende kommt es allen zugute.

Auch in diesem Jahr möchte die Schnelleinsatzeinheit Pritzwalk wieder auf zahlreichen Veranstaltungen präsent sein und intensive Aufklärung betreiben. Einsatzübungen wie der simulierte Stromausfall sind ebenfalls wieder in Planung. Die Bevölkerung soll dazu bewegt werden, sensibler mit Themen wie Vorsorge umzugehen. „Frau Merkel rät auch dazu, aber das reicht längst nicht aus“, verwies der Ehrenamtler Ulf Meier sogar auf die Bundeskanzlerin.

Von Julia Redepenning

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