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Pritzwalk Das wünschen sich die Pritzwalker
Lokales Prignitz Pritzwalk Das wünschen sich die Pritzwalker
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17:26 26.09.2019
Anna Koch (links), Stefan Fulz, Charles Toulouse (rechts) und Marleen Wolter wollten erfahren, was die Pritzwalker bewegt. Quelle: Julia Redepenning
Pritzwalk

Durch die Landpartie wollte der Verein „Die Vielen“ gemeinsam mit Estaruppin mit den Ortschaften Brandenburgs ins Gespräch kommen. Drei Tage waren sie nun mit ihren Caravan zu Gast in Pritzwalk. Charles Toulouse, Anna Koch, Marleen Wolter vom Verein „Die Vielen“ und Stefan Fulz von Estaruppin führten knapp 30 intensive Gespräche mit Pritzwalkern und erläuterten die Ergebnisse.

Die Pritzwalker sind pessimistisch, aber glücklich

„Ich glaube das Format lockte Menschen an, die sich angezogen fühlten“, erklärte Charles Toulouse. Jugendliche, Erwachsene und viele Rentner nahmen das Angebot an und erzählten ihre Geschichten. „Die Gespräche waren lang und oft sehr intensiv“, fügte Marleen Wolter hinzu.

Nach der Auswertung waren sich die Vier einig – die Pritz­walker sind oft pessimistisch was die Zukunft anbelangt, aber sie sind auch sehr glücklich mit ihrer Heimat. Neben den großen Themen Arbeitslosigkeit, zu geringe Rente und dem Gefühl, es sei zu wenig los, gibt es auch positive Stimmen. „Viele erklärten es sei hier sehr idyllisch, friedlich, und man komme gut miteinander aus“, sagte Marleen Wolter.

„Ich habe viel Pessimismus heraushören können“, erzählte Stefan Fulz. Die Angst, noch mehr Menschen könnten wegziehen, weniger Kinder könnten geboren werden und am Ende leben weniger Menschen in der Stadt, beschäftigte viele Bürger. Das Wendethema wurde auch mehrfach angesprochen. „Viele meinten, damals ging es uns besser“, sagte Fulz.

Das vermissen die Pritzwalker

Eine Aufgabe, die jeder Gesprächsteilnehmer hatte, war es über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft zu sprechen. „Der alte Rossmann in der Innenstadt wird sehr vermisst“, sagte Anna Koch. Gleich mehrfach wurde darauf hingewiesen. Ebenfalls ist die Schließung der Brauerei, der Molkerei, der Rollschuhbahn und der Apfelplantage für einige Pritz­walker ein großes Problem. „Sie beschweren sich, dass zu wenig los ist“, sagte Marleen Wolter.

Der alte Rossmann in der Pritzwalker Innenstadt ist ein heißes Diskussionsthema gewesen. Quelle: Julia Redepenning

Auch für die Zukunft gab es konkrete Pläne. Vorschläge wie ein Bioladen oder eine Metzgerei in der Innenstadt standen ganz oben auf der Liste. „Einer wünschte sich einen Mischwald“, erklärte Anna Koch. Um diese genannten Dinge auch zu veranschaulichen, wurde ein Modell gebastelt. Auffällig ist, dass die Ideen rund um den Marktplatz angesiedelt wurden.

Kyritzer sind deprimiert, Templiner stellten klare Forderungen und Pritzwalker sind offener

Mit der Abschlussvorführung auf dem Pritzwalker Markt beenden die Vier ihr Projekt. Drei Orte hatten sie besucht und können eine interessante Schlussfolgerung ziehen: „In Templin wurden klare Forderungen gestellt“, sagte Stefan Fulz. Der Wunsch nach mehr Bänken in der Stadt war oft ein Diskussionspunkt.

"Die Vielen" machten Halt in Pritzwalk. Charles Toulouse (links), Stefan Fulz und Anna Koch wollten über die Zukunft Pritzwalks sprechen und kamen mit vielen Bewohnern ins Gespräch. Quelle: Julia Redepenning

„Die Kyritzer waren oft sehr deprimiert“, sagte er. In der Knatterstadt wurde viel mehr gemeckert als in den anderen beiden Orten. Ein wirkliches Zusammenleben soll es dort kaum noch geben. Das war das Ergebnis der Gespräche. „Die Unterschiede sind auch heftig. Die einen fühlen sich arm und beneiden die, die aus ihrer Sicht reich sind“, erklärte Marleen Wolter.

Auf Nachfrage, wie die Pritz­walker sich in den drei Tagen verhalten haben, konnten alle eine klare Aussage geben. „Hier sind die Menschen viel offener“, sagte Stefan Fulz. „In Kyritz sind die Menschen nur schwer aus ihrer Komfortzone gekommen. Das war hier anders“. Alle Eindrücke und Ergebnisse möchten die Vereine zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen. In welcher Form, geben sie noch bekannt.

Von Julia Redepenning

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