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Pritzwalk Diese Pfarrerin ist nun Seelsorgerin im Pritzwalker Klinikum
Lokales Prignitz Pritzwalk Diese Pfarrerin ist nun Seelsorgerin im Pritzwalker Klinikum
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13:03 28.09.2019
Pfarrerin Friederike Trapp freut sich über ihre Aufgabe als Krankenhaus-Seelsorgerin. Quelle: Julia Redepenning
Pritzwalk

Wenn sie nicht in der Kirche oder in ihren eigenen vier Wänden zu finden ist, dann ist Friederike Trapp wahrscheinlich im Pritzwalker KMG-Klinikum. Die Pfarrerin ist dort die neue Krankenhausseelsorgerin – und immer dann zur Stelle, wenn sie gebraucht wird.

Drei Bereiche betreut Friederike Trapp

„Einige Patienten sind eher zurückhaltend und andere sprechen gleich die großen Themen an“, sagt sie. Ängste, Sorgen, Lebenskrisen oder auch den Tod sprechen die Patienten als Thema an und die Pfarrerin muss sich damit auseinandersetzen. Aber für sie ist das kein Problem: „Ich bin sehr zufrieden mit meiner neuen Aufgabe.“

Schwerpunktmäßig ist Friederike Trapp für das KMG-Klinikum in Pritzwalk zuständig. Jedoch betreut sie auch das dazugehörige Seniorenheim und das Seniorenzentrum Christophorus. „Im Krankenhaus sind es eher die plötzlichen Situationen und Krisen, die die Menschen beschäftigen“, sagt sie. Dies können ein schwerer Unfall, ein langer Genesungsweg oder auch das sich abzeichnende Lebensende sein.

Lebensbegleitung für Senioren

In den Heimen sieht die Lage anders aus. „Hier ist es eher eine Lebensbegleitung“, schildert Friederike Trapp. Die Senioren sind hier nicht für eine bestimmte Zeit, sondern leben in der Einrichtung. Daher unterscheiden sich ihre Aufgaben an diesen Orten vom Krankenhausalltag. „Ich erlebe auch Geburtstage von Bewohnern“, sagt sie.

Wer bei ihr Hilfe sucht, muss nicht zwingend dem christlichen Glauben angehörig sein. „Mein Angebot ist konfessionsübergreifend“, erklärt sie. Themen, die mit ihr besprochen werden, können von Gott handeln, aber sie müssen es nicht. Friederike Trapp macht an dieser Stelle keinerlei Unterschiede. Und: Sie ist zum Schweigen verpflichtet. „Was mir gesagt wird, bleibt auch bei mir.“

Von Bielefeld über Jena in die Prignitz

Geboren wurde Friederike Trapp 1983 in Bielefeld (Nordrhein-Westfalen). In Oerlinghausen, der Perle des Teutoburger Waldes, ist sie als Tochter eines Lehrers aufgewachsen. Schon als junges Mädchen wusste Friederike Trapp genau, was sie später einmal werden möchte. „Ich hatte eine tolle Religionslehrerin in der dritten Klasse und da kam mir die Idee“, berichtet sie. Jene Lehrkraft inspirierte sie.

Zwei Möglichkeiten zeichneten sich ab: Sie wird Lehrerin oder Pfarrerin. „Ich fand das Pfarramt toll und entschied mich dafür“, sagt sie. Fest entschlossen begann sie nach dem Abitur ein Studium, obwohl ihre Eltern anfangs nicht begeistert von der Idee waren. Ihre erste Station war Bielefeld.

Vikariat in Thüringen

Jedoch musste sie ihren Studienplatz wechseln. Nach reichlicher Überlegung entschied sie sich, nach Jena zu gehen und kam 2006 nach Thüringen. Von 2008 bis 2009 unterbrach sie ihre Tätigkeit. Ihr wurde die Möglichkeit angeboten, beim Deutschen Evangelischen Kirchentag mitzuwirken. Dann wurde sie Assistentin eines Pastors. „Das hat wahnsinnigen Spaß gemacht und ich erhielt viele Einblicke, was man alles machen kann“, sagt Friederike Trapp.

Nach dieser Erfahrung beendete sie ihr Studium. Für ein halbes Jahr ging sie nach Naumburg-Zeitz (Sachsen-Anhalt). Im Anschluss absolvierte sie ihr Vikariat in Rudolstadt (Thüringen). Danach führte sie ihr Berufsweg nach Jerichow (Sachsen-Anhalt). Dort betreute sie 750 Menschen, 17 Dörfer, 18 Kirchen und 14 Friedhöfe. „Es war eine unglaublich schöne Zeit dort“, sagt sie.

Am Ende war es eine harte Entscheidung, aber ihr weiterer Weg führte sie in die Prignitz, nach Bad Wilsnack. „Ich habe mich nur der Liebe wegen nach einer neuen Stelle umgesehen“, sagt Friederike Trapp. Seit dem 1. Mai ist sie nun Pfarrerin in Pritzwalk und die neue Krankenhausseelsorgerin.

Der Umgang mit den verschiedenen Schicksalen ist nicht immer leicht

Die Probleme anderer Menschen zu hören, ist nicht immer einfach. „Es gibt Momente, da muss auch ich lange meine Runden gehen“, sagt sie. Doch am Ende hat sie einen Weg gefunden, die Probleme nicht mit nach Hause zu nehmen. „Mein Halt ist mein Glaube“, erklärt die Pfarrerin. „Es ist nicht immer einfach und auch ich stelle Fragen, aber ich habe einen guten Weg für mich gefunden, die Dinge zu verarbeiten.“

Bald schon wird sie eine weitere Aufgabe übernehmen. „Ich werde Pfleger in der KMG-Pflegeschule unterrichten“, kündigt sie an. Mit ihrer Hilfe solle das Personal sensibilisiert werden. „Sie sollen schneller sehen, was ein Mensch in bestimmten Situationen braucht.“

Mit der Stelle im Pfarrsprengel Pritzwalk ist für die Pfarrerin ein Wunsch in Erfüllung gegangen. „Ich bin einfach nur glücklich“, sagt sie mit einem Lächeln.

Von Julia Redepenning

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