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Pritzwalk Als Zuckerrüben die Dömnitz verschmutzten
Lokales Prignitz Pritzwalk Als Zuckerrüben die Dömnitz verschmutzten
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12:40 16.10.2019
Historiker Reinhold Zilch erklärte, warum die Zuckerrübe nicht nur ein Segen für die Bevölkerung im Industriezeitalter war. Quelle: Julia Redepenning
Pritzwalk

Umweltkatastrophen und Verschmutzungen der Flora und Fauna sind in der heutigen Zeit in aller Munde. Wie die Bevölkerung zur Zeit der Industrialisierung handelte oder vielleicht auch nicht, erklärte der Berliner Historiker Reinhold Zilch mit seinem Vortrag in der Pritz­walker Museumsfabrik. Trotz weniger Besucher gab der Wissenschaftler einen Einblick in seine erworbenen Ergebnisse, die auch auf die Prignitz übertragbar sind.

Umweltverschmutzungen im Industriezeitalter

„Rübenzucker in Preußen“ – von der Umweltkatastrophe zum Umweltschutz, so lautete der Titel des Referates. Auch wenn es im ersten Moment nicht durchschaubar wirkte, warum Zuckerrüben für die Verschmutzung der Natur verantwortlich waren, erklärte Reinhold Zilch genau, was er recherchieren konnte. „Im Zeitalter der Industrialisierung gab es solche Verunreinigungen schon“, sagte er. Gerade als herausgefunden wurde, dass aus dem Rübengewächs wertvoller Zucker hergestellt werden kann, brachte das fatale Folgen mit sich.

„Rohrzucker war sehr teuer und daher wurde die Rübe zur Zuckergewinnung verwendet“, erklärte der Historiker. Die Abfälle, die während der Produktion anfielen, landeten oft im kleinen Bach oder Fluss, der in der Nähe der Fabrik zu finden war. „Aber irgendwann kippte der Fluss um, er stank, Fische starben und andere wurden krank“, sagte Zilch.

Noch heute wird sie in der Prignitz angebaut - die Zuckerrübe. Quelle: Julia Redepenning

Tragödien trafen auch die Pritzwalker Dömnitz

„Die Menschen wussten damals noch nicht, warum es passierte und welcher Grund sich dahinter versteckte“, erklärte Reinhold Zilch. Doch nicht nur der Berliner Raum war von diesem Phänomen betroffen. Pritzwalk litt ebenfalls unter den Einflüssen der Industriezeit. „Die Tuchfabrik hatte auch ihren Anteil“, sagte der Forscher. Stoffe wurden gewaschen, gebleicht und gefärbt und die Überreste dieser Vorgänge landeten oft in der Dömnitz.

„Umweltprobleme existierten damals wie heute“, so der Historiker. Auch in Pritzwalk beschwerte sich die Bevölkerung über den bestialischen Gestank des Flusses, und dutzende Tiere verendeten im Wasser. In Havelberg wurden ähnliche Szenarien beschrieben. Hier soll ungefähr um 1833 eine Zuckerfabrik gestanden haben. Erleichterung brachte erst die Errichtung einer Kanalisation. „Nach dem ersten Weltkrieg wurde diese in Pritzwalk errichtet“, konnte Reinhold Zilch herausfinden.

Weitere Forschungen auf dem Gebiet sind nötig

Passend zum Vortrag zeigte Zilch Zuckerrüben als Anschauungsmaterial. Noch heute werden diese in der Prignitz angebaut. „Wir betreiben Grundlagenforschung und möchten herausfinden, was passiert ist“, sagte Reinhold Zilch. In der heutigen Zeit ist der Wissensstand vielleicht größer, aber immer noch nicht ausreichend.

Von Julia Redepenning

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