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Pritzwalk Gefüllte Papierkörbe dank neuer Bonpflicht
Lokales Prignitz Pritzwalk Gefüllte Papierkörbe dank neuer Bonpflicht
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18:08 07.01.2020
Schon zur Mittagszeit ist der Papierkorb bei Christine Malert gut mit Kassenbelegen gefüllt. Quelle: Julia Redepenning
Pritzwalk

Mit dem Jahreswechsel wurde nicht nur lautstark 2020 eingeläutet, es gab auch Neuerungen und aktuelle Gesetze traten in Kraft. Neben einer Erhöhung des Mindestlohns und des Kindergeldes ist auch sie da – die umstrittene Kassenbonpflicht. Seit 1. Januar müssen alle Händler, auch der kleine Kiosk oder Friseur nebenan, einen Kassenbeleg anfertigen. Wer keine elektronische Kasse führt, muss jede Transaktion für das Finanzamt manuell so erfassen, dass sie nachvollziehbar ist.

Mehr Kosten für Ladenbesitzer

Die Idee: Damit soll künftig Steuerbetrug eingedämmt werden. Das stößt aber nicht nur auf Befürworter. „Es ist eine maßlose Verschwendung von Rohstoffen“, sagt Christine Malert, Besitzerin des Presse-Lotto und Tabak Ladens in der Pritz­walker Innenstadt. Sie und ihre Mitarbeiter sind jetzt angehalten, nach jeden Einkauf eines Kunden einen Bon auszustellen. Begeistert ist die Ladenbesitzerin nicht.

„Ich habe jetzt die doppelten Kosten für Rollen aus Thermopapier“, sagte sie. Eine weitere Neuheit in ihrem Geschäft: Ein Papierkorb vor dem Tresen, prall gefüllt mit Kassenbelegen. Nicht jeder Kunde möchte den Bon haben. Egal ob Kleinstbeträge für Kaffee, Cent-Artikel oder einem teureren Einkauf – alles wird dokumentiert und natürlich als Thermobeleg rausgegeben.

IHK ist ebenfalls ein großer Kritiker

Ebenfalls kritisch betrachtet René Georgius, Leiter des Regionalcenters Prignitz der IHK, die aktuelle Pflicht. „Die IHK ist ein großer Gegner“, sagte er. Das schwierige Thema, wie er es bezeichnet, sorge vielerorts für Kopfschütteln. „Es ist ein enormer Mehraufwand und die zusätzlichen Kosten, die dabei entstehen, kommen noch dazu“, erklärte er. An das Thema Umwelt möchte er gar nicht erst denken.

In anderen Ländern besteht sogar Annahmepflicht

In anderen europäischen Ländern wie zum Beispiel Italien oder Österreich ist die neue Pflicht nicht unbekannt. Hier sind Kunden zum Teil sogar verpflichtet, den kleinen Zettel mitzunehmen. Nach Verlassen des Geschäftes können sie in einigen Regionen aufgefordert werden, die Quittung vorzuzeigen.

Bonflut sorgt für mehr Abfall, auch auf den Straßen

Anders in Deutschland: Hier können Kunden selbst entscheiden. Jedoch sind Ladenbesitzer aufgerufen, mit einer technischen Sicherheitseinrichtung (tSE) eine fälschungssichere Quittung zu erstellen. Das System zeichnet jede Transaktion auf. Da jedoch keine Annahmepflicht für Belege seitens der Käufer besteht, füllen sich Papierkörbe, Mülltonnen und Bürgersteige mir ungewollten Kassenzetteln.

Für den Umweltschutz ist das Gesetz nicht förderlich. In Zeiten von Erderwärmung und den Fridays-For-Futures-Bewegungen ein Rückschlag für alle ökologisch-bewusst lebenden Menschen. Und wichtig: Kassenbelege gehören nicht in die Altpapiertonne, sondern in den Restmüll. Fast alle Quittungen sind sogenannte Thermobelege, also spezielle Papiere, bei denen der Druck ohne Farbauftrag durch Hitze erzeugt wird. Der Farbstoff des Papiers, Bisphenol A oder BPA, wird dabei chemisch entwickelt, ähnlich wie bei einem Foto.

Einen papierlosen Ersatz gibt es schon, nur leider noch zu wenig. Einige Geschäfte bieten eine elektronische Variante an. Mittels Smartphone und einer passenden App kann eine digitale Quittung erstellt werden. Doch bis sich diese Technologie durchgesetzt hat, heißt es weiterhin: Kassenzettelflut bei jedem Einkauf.

Von Julia Redepenning

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