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Pritzwalk Woidke auf Wahlkampftour in der Prignitz
Lokales Prignitz Pritzwalk Woidke auf Wahlkampftour in der Prignitz
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12:50 14.07.2019
Dietmar Woidke und Katrin Lange (rechts) warben um Wähler im Pritzwalker Hainholz. Quelle: Stephanie Fedders
Pritzwalk

Die Optik stimmt. Forschen Schrittes, mit hochgekrempelten Ärmeln und einem Lächeln im Gesicht betritt Dietmar Woidke das Waldschulzentrum im Pritz­walker Hainholz. Pünktlich. Der Ministerpräsident im Wahlkampfmodus. Hände schütteln, Smalltalk, Fotos machen. Routine.

„Schön, dass so viele gekommen sind“

Zwei Stunden nimmt sich Woidke Zeit, um die Direktkandidatin Katrin Lange zu unterstützen. Sehr häufig gebraucht er das Wort „schön“. Schön, dass so viele gekommen sind. Schön, dass so viele hier sind. Schön, dass sie alle Kaffee trinken.

Eigentlich ist vieles gerade nicht so schön in Brandenburg. In der Prignitz. In Pritzwalk. Für die SPD: Die AfD ist auf dem Vormarsch. Auf dem Weg, stärkste Partei im Land zu werden – nach der Landtagswahl am 1. September.

Den Sozialdemokraten dieses Privileg streitig zu machen, sollte eigentlich die Genossen vor Ort mobilisieren. Doch Aufbruchstimmung, Entschlossenheit oder ein „Jetzt-erst-Recht-Gefühl“ will sich nicht so richtig einstellen.

Woidke hat Platz genommen an der langen Tafel unterm Zelt. Eingerahmt von seiner Ehefrau auf der einen und Katrin Lange auf der anderen Seite.

„Wir stehen vor schwierigen Landtagswahlen“

Es gibt Kaffee und Kuchen, Bratwurst und Bier. Die Versorgung ist super, Woidkes Gesicht ernst: „Wir stehen vor schwierigen Landtagswahlen“, sagt er in die Runde und ertappt sich dabei, dass dieser Satz eigentlich alle fünf Jahre zutrifft.

Was folgt, ist ein Monolog zu Themen wie Innere Sicherheit, Katastrophenschutz, Energie und Verkehr. Es spielt gerade keine Rolle, dass der Ministerpräsident mitten in der Prignitz ist – das Wort fällt nicht ein einziges Mal. Schlusssatz. „Wenn sie ihr Kreuz bei der SPD machen, gehen sie mit dem guten Gefühl nach Hause, dass sie alles richtig gemacht haben.“ Verhalten der Applaus, als er fertig ist.

Jetzt wäre der Moment, die Gäste zu fragen, was sie auf dem Herzen haben, was sie von der Regierungspartei erwarten. Was sie ihrem Ministerpräsidenten mit auf dem Weg geben möchten. Doch diese Frage kommt nicht.

Prignitz-Express soll häufiger fahren

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Gastgeber im Hainholz, trägt ihre Sorgen vor. Es geht um die Zucht der Waldhühner. Katrin Lange ist bereits eingeweiht, Woidke fremdelt ein wenig mit dem Thema.

Wenig später poltert Manfred Glaser los: Was der Wolf in Deutschland verloren hat, will er wissen und nimmt kein Blatt vor den Mund. Dietmar Woidke bleibt ruhig, Katrin Lange wirkt genervt. „Mensch, wir kennen uns jetzt schon so lange“, sagt sie Glaser ins Gesicht.

Nach ein paar Minuten beruhigt sich die Situation. Und nach einer Stunde brechen die ersten auf. Der Gast aus Potsdam nimmt sich Zeit für kleine Gesprächsrunden. Jörg Schilling vom SPD-Ortsverein Pritzwalk hakt nach, wie denn Woidkes Pläne für die Prignitz aussehen.

Er kommt auf die Infrastruktur zu sprechen. „Wir sind mit dem Bund in Verhandlung, um die Frequenz des Prignitz-Expresses zu erhöhen“, antwortet der Regierungschef.

Dann berichtet er vom Stipendium für Mediziner und dem Versuch, diese damit in die ländlichen Regionen zu locken. „Das betrifft die Prignitz direkt.“

Gegen 18 Uhr bricht der Ministerpräsident auf. Noch ein Selfie. Noch mal Hände schütteln. Und lächeln.

Von Stephanie Fedders

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