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Pritzwalk Auf den Spuren der Familie Quandt in Pritzwalk
Lokales Prignitz Pritzwalk Auf den Spuren der Familie Quandt in Pritzwalk
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01:15 16.06.2019
Zusammen mit Uwe Büttner (l.) vom Wachstumskern Prignitz, Bürgermeister Ronald Thiel (3. v. l.) und Museumsleiter Lars Schladitz ging es für Daniela Trochowski hoch hinaus. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Pritzwalk

In der Museumsfabrik ging es hoch hinaus. Finanzstaatssekretärin Daniela Trochowski genoss die Aussicht vom Turm der alten Tuchfabrik. Sie besuchte am Donnerstagmittag den ersten Standort der Industriellenfamilie Quandt in Pritzwalk. Bürgermeister Ronald Thiel und Museumsleiter Lars Schladitz standen Rede und Antwort und erklärten ihr die Geschichte des Hauses.

Im Schnelldurchlauf erzählte Ronald Thiel von den turbulenten Anfängen der Museumsfabrik. Lars Schladitz führte weiter zu den bisherigen Sonderausstellungen. Es ging auf einen kleinen Rundgang durch das Museum von der Dauerausstellung bis hin zu den damaligen Lagerräumen im Obergeschoss. Sie plauderten über die langfristige Zukunft.

Einwohner ins Boot geholt

Zu sehen gab es allerhand: Uniformen von Soldaten, Polizisten und Postboten fanden in der Ausstellung Platz. „Wir sind schon im dritten Jahr des allmählichen Aufbaus“, sagt Lars Schladitz. Rund 10 Millionen Euro sind mit Unterstützung verbaut. „Wir haben die Einwohner mit ins Boot geholt und erklärt, was wir machen. Sie haben dafür Verständnis, dass manch andere Dinge dafür zurückstecken mussten“, erklärt Ronald Thiel.

Die Museumsfabrik ist eines der wohl größten Projekt in der Stadt, obwohl die Familie Quandt auch ihre Schattenseite hat. In der Zeit des Nationalsozialismus vermehrte und vergrößerte Günther Quandt den Familienbesitz teils auf Kosten unrechtmäßig enteigneter, meist jüdischer Konkurrenten und wurde zu einem großen Produzenten von Rüstungs- und Industriegütern im Dritten Reich. Die Quandts profitierten im Zweiten Weltkrieg vom Zwangsarbeitereinsatz in ihren Fabriken.

In zwei Jahren geht es um Industriekultur

„Ich frage mich, wie die Menschen in der Stadt damit umgehen, ob es Kritik gibt“, so Daniela Trochowski. Der Bürgermeister sieht eine Akzeptanz der Industriellenfamilie unter den Einwohnern. Sie seien noch heute aktiv, unterstützen die Bildungsgesellschaft und helfen auch die Museumsfabrik aufzubauen. „Das war damals eine völlig andere Generation.“

In zwei Jahren steht das Kulturlandthema im Land Brandenburg unter dem Titel „Industriekultur“. Bis dahin hofft Museumsleiter Lars Schladitz alles soweit für die Dauerausstellung fertig zu haben. Ein Ende sei das jedoch nicht. „Es gibt immer was zu tun und wir wollen uns auch immer weiterentwickeln“, sagt er. Die Museumsfabrik soll weiter wachsen.

Bahnhof wieder mit Leben füllen

Vor ihrem Besuch in Pritzwalk war Daniela Trochowski am Donnerstag in Wittenberge. Im Mittelpunkt stand die Zukunft des Bahnhofs. Die Wohnungsbaugesellschaft ist seit Ende 2018 Eigentümer des Empfangsgebäudes. Langfristiges Ziel ist es, dass historische Gebäude wieder mit Leben zu füllen – zum Beispiel mit Jobcenter, Technologie- und Gewerbezentrum oder den Räumen der Stadtbibliothek. Dazu sind umfängliche Sanierungsmaßnahmen notwendig und die kosten.

Daniela Trochowski lobte das Vorhaben als gutes Beispiel für die Reaktivierung historischer Bahn­infrastruktur. Bürgermeister Oliver Hermann hob die Bedeutung des Bahnhofes als Eingangsbereich in die Elbestadt hervor. Danach besuchte die Finanzstaatssekretärin noch das Unternehmen Schienenfahrzeug Wittenberge der Deutschen Eisenbahn.

Von Marcus J. Pfeiffer

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