Haus Kunterbunt wird zehn Jahre alt
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17:31 19.11.2019
Die Trommlergruppe vom Haus Kunterbunt in Giesensdorf hat schon einige schöne Auftritte hinter sich. Quelle: Bernd Atzenroth
Giesensdorf

Seit jeher liegen Petra Friese Kinder am Herzen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in ihrer eigenen Familie leben können. Zunächst half sie ihnen viele Jahre als Pflegemutter, seit Ende 2009 betreibt sie das „Haus Kunterbunt“ in Giesensdorf. Zehn Jahre gibt es die Einrichtung bereits, und das soll mit einem Tag der offenen Tür am Montag, 2. Dezember, von 10 bis 18 Uhr gefeiert werden.

„Anlässlich des 10. Geburtstags unserer Einrichtung möchten wir allen Interessenten die Möglichkeit geben, uns näher kennen zu lernen“, sagt dazu Petra Friese, „wir sind eine Wohngruppe mit traumapädagogischen Angeboten, die Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenssituationen ein neues Zuhause bietet.“

„Wir führen eigentlich eine ganz normale große Familie“

Eins ist ihr besonders wichtig: „Wir möchten mit alten Bildern von Heimerziehung aufräumen und auch den Mitarbeitern, den Kindern und Jugendlichen eine Möglichkeit geben, sich und ihr Lebensumfeld zu präsentieren.“

„Wir führen eigentlich eine ganz normale große Familie“, beschreibt sie , was im Haus passiert, „wir machen eine Hausführung, damit man sehen kann, wie man hier wohnt und wie man hier arbeitet.“ Das Haus sei für die Kinder ein „sicherer Ort, den sie vorher nicht hatten“.

Um das Haus betreiben zu dürfen, eignete sich Petra Friese vor einem guten Jahrzehnt in einer eineinhalbjährigen Ausbildung, die sie in Berlin absolvierte, die Qualifikationen in Zivilrecht, Sozialrecht, Erziehungsberatung, Wirtschaft und Konzeption an. Auch ein pädagogischer Teil gehörte dazu. Seit dem 1. Dezember 2009 hat sie die Betriebserlaubnis des Landesjugendamtes.

Alle Betreuer haben eine Ausbildung in Traumapädagogik

Traumapädagogik – das ist für Petra Friese, die vor fast 25 Jahren als Pflegemutter angefangen hatte, ein entscheidender Aspekt. Ziel der Traumapädagogik ist es, die Kinder emotional und sozial zu stabilisieren. Petra Friese selbst hat darin ein Seminar belegt und hat einen Abschluss als Traumafachberater.

Mittlerweile haben alle, die hier die Kinder betreuen, auch eine Ausbildung darin. Wer sich über die Methoden der Traumapädagogik informieren will, der ist an diesem Tag im Haus Kunterbunt richtig. Ein Kernstück sind musische und künstlerische Projekte – ein paar Kostproben davon sind für den Tag versprochen.

„Wir versuchen, Integrationsprojekte zu machen“

Im Betreuungspersonal gibt es große Kontinuität. Patrick Bräutigam etwa ist schon seit zehn Jahren dabei. Fünf Erzieher, Petra Frieses Mann, eine Hauswirtschaftskraft, drei Praktikanten und eine Studentin betreuen in Giesensdorf neun Kinder. Und die Einrichtung bringt sich auch ein: „Wenn in der Stadt etwas los ist, machen wir eigentlich immer mit“, sagt Petra Friese. Beim Herbstleuchten zum Beispiel.

„Wir versuchen, Integrationsprojekte zu machen“, sagt sie und verweist dabei auf das Wichtelmusical, das unter Beteiligung des Hauses Kunterbunt, aber auch vieler anderer Kinder und Einrichtungen bei den Seniorenweihnachtsfeiern der Stadt aufgeführt werden soll. Intensiv ist auch ihre Zusammenarbeit mit dem CJD in Giesensdorf und der CJD-Schule in Hoppenrade.

Viel Stress, aber auch viele schöne Zeiten

Das Engagement für die Kinder geht über die Betreuung im Haus hinaus: In den Schulen und Kindergärten sollen die Lehrkräfte für die Kinder sensibilisiert werden, denn „sie haben alle eine Vergangenheit und tragen ihren Rucksack“. Die Unterstützung hört auch nicht auf, wenn die Kinder mit 18 Jahren das Haus verlassen. Trotzdem- und das betont Petra Friese nachdrücklich – haben diese Kinder auch ihre eigentliche Familie.

Alles in allem bedeutet die Betreuung im Haus Kunterbunt „ viel Stress, aber auch viele schöne Zeiten. Das wollen ein bisschen herüberbringen“, sagt Petra Friese.

Von Bernd Atzenroth

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