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Pritzwalk Hilfsaktion für den an Leukämie erkrankten Jonas aus Beveringen
Lokales Prignitz Pritzwalk Hilfsaktion für den an Leukämie erkrankten Jonas aus Beveringen
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00:22 20.04.2019
Der FHV Pritzwalk will seinem an Leukämie erkrankten Spieler Jonas helfen. Quelle: privat
Pritzwalk

Das Schicksal des 21-jährigen Jonas aus Beveringen (Stadt Pritzwalk) hat jetzt eine große Hilfsaktion ausgelöst. Der junge Mann, der in der Feuerwehr und im Sportverein aktiv ist, ist akut an Leukämie erkrankt. Um zu helfen, organisieren seine Familie, Freunde, die Freiwillige Feuerwehr Beveringen und der FHV Pritzwalk gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspende (DKMS) eine Registrierungsaktion.

Diese ist für Samstag, 4. Mai, von 10 bis 15 Uhr terminiert. Auch der Kreisfeuerwehrverband Prignitz hat dazu aufgerufen, die Aktion zu unterstützen. Und über die sozialen Medien zieht sie bereits weite Kreise – allein der Aufruf des FHV hat schon andere Sportvereine bis hin nach Falkensee zur Unterstützung ermuntert.

Bisher wurde noch kein passender Spender gefunden

Jonas hat gerade sein Abitur gemacht, ist zu Hause ausgezogen, hat sein Studium begonnen. Jetzt die niederschmetternde Diagnose: Blutkrebs. Im Moment unterzieht er sich einer Chemotherapie. Gerade hat er den ersten Teil – sieben Tage und 24 Stunden am Stück – mit allen Nebenwirkungen hinter sich gebracht. Nun ist erstmal drei Wochen Ruhe. Dann wiederholt sich dieselbe Prozedur noch dreimal.

Die beste Chance für eine Heilung ist eine Stammzellentransplantation. Bisher konnte kein Spender gefunden werden – es bestand zwar eine Chance, dass seine Schwester dafür in Frage kommt, doch ist die Übereinstimmung nur bedingt ausreichend, wie Jonas’ Mutter Gabi Ferner gegenüber der MAZ sagte.

Freunde und Bekannte koordinieren die Hilfe

Genau dies hat dazu geführt, dass gleich mehrere Freunde und Bekannte die Initiative ergriffen haben. Etwa Tino Gutsche vom FHV, Janine Gellert und Guido Altenburg.

Zu den Unterstützern zählen auch die Meyenburger Möbelwerke als Arbeitgeber von Jonas und der landwirtschaftliche Betrieb Hagemann, Arbeitgeber seines Vaters. In Beveringen wird die Hilfe koordiniert – Gabi Ferner freut sich, dass all diese Menschen das für Jonas tun.

Wer bisher in keiner Spenderdatei ist, wird von der DKMS gebeten, sich möglichst am 4. Mai von 10 bis 15 Uhr in der Jahn-Sport Halle Pritzwalk registrieren und typisieren zu lassen. Das geht ganz einfach und ist unkompliziert.

Familie Ferner hatte sich übrigens vor zehn Jahren bereits komplett typisieren lassen – im Zuge einer anderen Hilfsaktion

Je mehr Leute sich registrieren, desto höher ist die Chance

Viele werden sich noch an die letzte größere Typisierungsaktion in Pritzwalk erinnern. Damals bewegte die schwere Erkrankung der jungen Schönhagenerin Sophie Kukuk viele Menschen, sich als Spender registrieren zu lassen – es gelang am 8. Oktober 2016, die Zahl der potenziellen Spender in der Stadt auf insgesamt etwa 700 zu verdreifachen. Wer sich bei jener Aktion schon hat registrieren lassen, muss dies natürlich nicht erneut tun.

Auch anderen Menschen kann das Lebebn gerettet werden

Doch je mehr Leute sich registrieren, desto höher ist die Chance, dass es eine Übereinstimmung gibt. Und wenn die Merkmale nicht zu Jonas passen, kann eine Knochenmarkspende auch anderen Menschen das Leben retten. Das ist damals als Folge der Aktion für Sophie Kukuk auch geschehen.

Und: Für Jonas gibt es eine größere Chance, jemanden zu finden, der passt, als dies bei Sophie Kukuk der Fall war – sie hatte eine andere seltene Erkrankung, für die die Übereinstimmung der Spender weit größer sein muss. Sophie und Jonas stehen übrigens miteinander in Kontakt.

Jeder zwischen 17 und 55 Jahren ist gefragt

Wer am 4. Mai keine Zeit hat, kann sich auf der Internetseite der DKMS Deutschland registrieren lassen. Grundsätzlich kann jeder im Alter zwischen 17 und 55 Jahren als potenzieller Stammzellspender registriert werden. 17-Jährige werden ab dem 18. Geburtstag für den weltweiten Suchlauf berücksichtigt.

Alle Details wie Ausschlusskriterien stehen auf der Internetseite. Nach der Online-Registrierung kommt per Post das DKMS-Registrierungs-Set. Formulare ausfüllen und mit dem Wattestäbchen, mit dem man einen Abstrich von der Wangenschleimhaut macht, zurückschicken, fertig.

Die Gewebemerkmale werden dann in pseudonymisierter Form an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) geschickt; die registrierten Spender stehen für Patienten auf der ganzen Welt zur Verfügung. Sogar bis zum 61. Lebensjahr ist noch eine Stammzellspende möglich.

Die Spende selbst ist unproblematisch

Bei höchstens fünf Prozent der potenziellen Stammzellspender kommt es innerhalb der nächsten zehn Jahre zu einer Stammzellspende. Für junge Spender beträgt die Wahrscheinlichkeit etwa ein Prozent innerhalb des ersten Jahres nach der Typisierung. Die Spende selbst ist unproblematisch.

Jede Registrierung kostet die DKMS 35 Euro. Spenden an: DKMS Spendenkonto. IBAN DE60 7004 0060 8987 0000 75. Verwendungszweck: Jonas

Von Bernd Atzenroth

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