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Pritzwalk „Karriereplus“ in Pritzwalk: Nach der Messe ist vor der Messe
Lokales Prignitz Pritzwalk „Karriereplus“ in Pritzwalk: Nach der Messe ist vor der Messe
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09:54 19.01.2020
Gut besucht war die dritte Berufsbildungsmesse in Pritzwalk. Es kamen mehr Interessierte als noch vor einem Jahr. Quelle: Stephanie Fedders
Pritzwalk

Ansehen, anfassen, ausprobieren – das Interesse der Besucher und damit der potenziellen Auszubildenden zu gewinnen, war für die Teilnehmer der Berufsbildungsmesse in Pritzwalk das A und O für die Kontaktaufnahme. Wer es schaffte, Interesse zu wecken und die jungen Leute an seinen Stand zu locken, der zog nach der dritten Auflage der „Karriereplus“ eine positive Bilanz.

50 Aussteller boten 300 Ausbildungsplätze an

An Auswahl mangelte es nicht in der Turnhalle der Freiherr-von-Rochow-Schule. Rund 50 Aussteller waren dabei und boten mehr als 300 Ausbildungsplätze an. Auf der anderen Seite kamen gut 500 Besucher – „mehr als im vergangenen Jahr“, stellte Schulleiterin Gisa Michaelis zufrieden fest.

Dem Himmel ganz nah: Dachdecker Marcel Lublow testet seine Virtual-Reality-Brille, die den Arbeitsplatz perfekt simuliert. Quelle: Stephanie Fedders

Für sie war es ein positives Zeichen, dass viele Schüler ihre Eltern mitgebracht hatten. Eine davon ist Mara. Sie geht in die 8. Klasse der Rochow-Schule und wird von ihrem Vater begleitet. Praxislernen und damit das Hineinschnuppern ins Berufsleben ist ein Thema.

Am Stand der Meyenburger Elektrobau sucht Ausbilder Dirk Radatz das Gespräch. Noch ist Mara unentschlossen. Aber vielleicht hilft der USB-Stick, den Radatz ihr schenkt. Der Zugang zu allen wichtigen Informationen rund ums Unternehmen.

Mithilfe der VR-Brille dem Dachdecker ganz nah

Eine Vorstellung zu vermitteln, was hinter den Firmen und ihren Jobs steckt, das ist an diesem Tag die große Herausforderung. Nicht alle haben es so einfach wie Sabine Görtler von IOI Oleo Chemical aus Wittenberge, die mit Schalen, Spachtel und Ölen einlädt, Cremes herzustellen.

Selber machen: Sabine Görtler zeigt, wie Cremes hergestellt werden. Quelle: Stephanie Fedders

Marcel Lublow hat daher in Technik investiert, einen großen Bildschirm aufgehängt und die Virtual-Reality-Brille ausgepackt. Einmal aufgesetzt und schon tut sich um einen herum der Arbeitsplatz eines Dachdeckers auf. Das wollen viele ausprobieren und sie können so zumindest ein bisschen besser einschätzen, ob ihnen die Arbeit in luftiger Höhe zusagt.

So leicht hatte es Anja Lüdemann nicht. Die Mitarbeiterin der Eisenbahngesellschaft Potsdam sucht händeringend Lokführer für Güterzüge und geht daher ein ums andere Mal in die Offensive. „Junger Mann, kann ich helfen?“ So beginnen viele Gespräche an ihrem Stand. Es ist ein wenig mühsam, aber erfolgreich. „Nach den Messen kommen die Anfragen“, weiß Lüdemann aus Erfahrung. „Von daher ist es gut, dass man sich präsentiert.“

Neue Teilnehmer entdecken das Messeformat für sich

Diese Erfahrung muss Lars Kieckbach erst noch machen. Der Unternehmer aus Dannenwalde ist das erste Mal auf der Messe in Pritzwalk vertreten. Er sucht angehende Raumausstatter, hat aber schon einige Jahre keine Azubis mehr eingestellt. Der Neustart scheint vielversprechend. „Das werden wir öfter machen“, sagt Kieckbach am Ende der Messe.

Anfassen und angucken: So gelang es manchen Firmen am ehesten, ihre Berufe vorzustellen. Quelle: Stephanie Fedders

Angetan von dem Veranstaltungsformat zeigt sich auch Claudia Münn, die für die Augentagesklinik Groß Pankow nach Personal gesucht hat. Das Unternehmen geht diesen Weg zum ersten Mal. „Es hat sonst immer so geklappt“, sagt Münn. Doch nach schlechten Erfahrungen sind jetzt neue Ideen gefragt. „Die Generation unter 30 kennt uns ja gar nicht.“ Das soll sich ändern.

Die „Karriereplus“ hieß für Münn „gucken und lernen“. Sie nehme viele Sachen mit, die beim nächsten Mal anders gemacht werden sollen. Und das nächste Mal lässt nicht lange auf sich warten. Am 15. Februar ist der 6. Prignitzer Karrieretag im Oberstufenzentrum Wittenberge. Da werden sich bestimmt einige wieder sehen.

Von Stephanie Fedders

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