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Pritzwalk Lebendige „Wendezeiten“ in der Museumsfabrik Pritzwalk
Lokales Prignitz Pritzwalk Lebendige „Wendezeiten“ in der Museumsfabrik Pritzwalk
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17:33 03.10.2019
Viele Gäste kamen zur Eröffnung der Ausstellung „Wendezeiten“ in die Museumsfabrik nach Pritzwalk. Quelle: Stephanie Fedders
Pritzwalk

Selten bietet eine Ausstellung so viel Gesprächsstoff wie die am Donnerstag eröffnete Dokumentation „Wendezeiten“ in der Pritzwalker Tuchfabrik. „Die Begegnungen hören nicht auf“, wusste Museumsleiter Lars Schladitz schon bei der Eröffnung, zu der viele interessierte Besucher gekommen waren. Er sollte Recht behalten.

20 Biografien erzählen persönliche Geschichten aus 1989

Der Platz in dem Raum für Sonderausstellungen reichte kaum aus, um das Publikum zu fassen. Erinnerungsstücke rund um das Thema Mauerfall und Wiedervereinigung wechseln sich ab mit 20 großen Aufstellern, auf denen ebenso viele Biografien, Fotos und Geschichten gedruckt sind.

Auch viele Fotos dokumentieren die Geschichte der Wendejahre in Pritzwalk und Winsen an der Luhe. Quelle: Stephanie Fedders

Es ist die gelungene Zusammenführung von Erlebnissen von vor 30 Jahren, die sich nicht nur in Pritzwalk im ehemaligen Bezirk Potsdam ereignet haben, sondern auch auf der anderen Seite der deutsch-deutschen Grenze, in Winsen an der Luhe.

Beide Städte gehören zu den Unterzeichnern der ersten Stunde von Partnerschaftsurkunden und sind seit dem 8. September 1990 vertraglich verbunden. „Bereits im Februar 1990 war eine Delegation aus Pritzwalk nach Winsen gefahren“, erinnerte der stellvertretende Bürgermeister Halldor Lugowski.

2018 wurde die Idee zur Ausstellung „Wendezeiten“ geboren

Im vergangenen Jahr entstand die Idee für das gemeinsame Projekt „Wendezeiten“, dass der Kooperation nicht nur ein Gesicht, sondern gleich ganz viele gibt. Da sind die Gäste aus dem Winsener Stadtrat, vergleichbar der Pritzwalker Stadtverordnetenversammlung. Thomas Kierschke als Vorsitzender des Kulturausschusses spricht die Grußworte und sieht in der gemeinsamen Ausstellung das „Ergebnis einer im Laufe der Jahrzehnte gewachsenen Beziehung“.

Hingucker im Foyer: Polo und Trabant als Symbole zweier Staaten. Quelle: Stephanie Fedders

Wolfgang Simon ist nicht nur als Augenzeuge auf einer der Tafeln verewigt, er spricht auch als Vorsitzender der Gesellschaft für Heimatgeschichte. Er sieht viele persönliche Erfahrungen aus Ost und West, die sich in der Ausstellung spiegeln. Natürlich auch seine eigenen, die nachhaltig durch einen ersten Besuch in Winsen im November 1990 geprägt sind.

All diese Geschichten zu recherchieren und mit den richtigen Worten wiederzugeben, daran haben sich dann Lars Schladitz und seine Kollegin Ilona Johannsen gemacht. Letztere leitet das Museum im Marstall in Winsen. Im März dieses Jahres begann für beide die heiße Phase. Es war zwar nicht viel Zeit für die Umsetzung, gab Schladitz zu, aber für das Thema sei nun mal jetzt ein guter Zeitpunkt, um sich damit zu beschäftigen.

Ein Buch soll die Erinnerung an die Ausstellung wach halten

Schladitz´ Aufforderung vor dem ersten Rundgang, ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen, davon machten viele Gebrauch. Auch dreißig Jahre später wurde wieder viel diskutiert, Entscheidungen evaluiert, die Themen am runden Tisch rekapituliert.

„Uns haben auch viele Leute angesprochen“, sagen Schladitz und Johannsen unisono, die bereits Pläne schmieden, damit nach Ende der Ausstellung nur die Tafeln, nicht aber die Geschichten ins Archiv wandern. Ein Buch soll die Erinnerung an die „Wendezeiten“ wachhalten. Aus beiden Städten gibt es bereits Signale zur Unterstützung.

Info: Die Ausstellung ist bis zum 1. März 2020 in der Museumsfabrik Pritzwalk zu sehen, anschließend vom 4. April bis zum 3. Oktober 2020 im Museum im Marstall Winsen.

Von Stephanie Fedders

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