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Pritzwalk Einblick in die alte Handwerkskunst
Lokales Prignitz Pritzwalk Einblick in die alte Handwerkskunst
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00:20 13.06.2019
Besitzer Andreas Plagemann erklärte den Weg des Getreides von der Anlieferung bis zum fertigen Mehl. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Pritzwalk

„Mit Wasserkraft ging es deutlich leichter“, sagt Lars Schladitz. Der Leiter der Museumsfabrik in Pritzwalk zeigte den Mitgliedern der Jugendfeuerwehr, wie noch vor Zeiten der Mühle das Mehl per Hand entstand. Gespannt schauten sie ihm über die Schulter und durften auch selbst ran. Mit einem großen Mahlstein mahlten sie das Getreide ganz fein auf dem Gelände der Kathfelder Mühle. Dort war am Pfingstmontag jede Menge los.

Traditionelle Handwerkskünste

Besitzer Andreas Plagemann führte am bundesweiten Mühlentag die vielen Gäste stolz durch seine Mühle. Im Zweijahrestakt veranstaltet die Museumsfabrik zusätzlich ein großes Museumsfest. Es gab jede Menge zu sehen: Neben dem Mühlenhandwerk haben die Veranstalter auch andere traditionelle Handwerkskünste ins Gedächtnis gerufen. Dabei erfuhren die Besucher etwas über das Korbflechten, den Seiler, das Spinnen, Weben und andere Handarbeiten.

Zum bundesweiten Mühlentag bekamen die Besucher der Kathfelder Mühle am Pfingstmontag in Pritzwalk einen Einblick in die alte Handwerkskunst. Gleichzeitig gab es von der Museumsfabrik ringsum ein großes Fest.

Es war jede Menge los: Während draußen die Sonne brütete, war es in der Mühle angenehm kühl. Die Leute drängten sich die schmalen Treppen vom Erdgeschoss bis hoch in die vierte Etage und wieder runter. Dabei konnten sie viel über das technische Denkmal erfahren und lernen. Es ging von der Transmission – dem Antrieb – im Erdgeschoss, über den Walzenboden, wo der eigentliche Mahlvorgang stattfand, hin zum Rohrboden und schließlich zum Sichterboden, auf dem der Grieß vom Mehl und bei dem wiederum die verschiedenen Feinheitsgrade voneinander getrennt wurden.

Strom aus Wasserkraft

Um den Familienbesitz noch besser zu verstehen und erklären zu können, absolvierte Andreas Plagemann vor vier Jahren in Niedersachsen eine einjährige Ausbildung zum freiwilligen Mülleriedersachsen. Der 49-Jährige ist sichtlich stolz auf das Anwesen. „Seit 1891 gehört es, bis auf die Unterbrechung während der DDR-Zeit, der Familie, mittlerweile in der vierten Generation“, erzählt er und zeigt die alten Maschinen aus den 30er-Jahren, wie sie noch bis zur Wende in Betrieb waren.

Die Technik stammt zumeist aus dem Jahr 1938, als die Kathfelder Mühle erweitert wurde. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Zuletzt mahlte Andreas Plagemann unter anderem Futter für die damalige LPG. Heute verlässt kein Mehl mehr die Mühle. Sie entwickelte sich zu einem technischen Denkmal. In den vergangenen 20 Jahren ist viel passiert, um die Technik noch lange in einem so guten Zustand erhalten zu können. Allein die Wasserkraft wird heute noch genutzt, um daraus Strom zu erzeugen. Bis zu 70 .000 Kilowattstunden lassen sich mit Hilfe der angrenzenden Dömnitz gewinnen. Die Kathfelder Mühle ist der letzte intakte Standort in Pritzwalk, an dem Besucher das technische Denkmal einer uralten Wassermühle besichtigen und erleben können.

Jugendfeuerwehr mit Programm

Währendessen hatte Lars Schladitz mit den vielen Besuchern nahezu einen halben Eimer an Mehl per Hand gemahlen – mit eher mäßigem Erfolg. Das Weben hingegen klappte einwandfrei. Passend zur Textilienausstellung in der Museumsfabrik konnten sich die Besucher des Mühlenfestes an deren Stand Freundschaftsbändchen weben und mit nach Hause nehmen.

Idyllischer Anblick: Die Kathfelder Mühle. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Viele Händler hatten ihre Zelte und Stände zum Mühlenfest an der Kathfelder Mühle aufgeschlagen. Zur Musik der Band „Vier und Ich“ stellten sie verschiedene alte Handwerkskünste vor, boten ihre Waren an und riefen zum Mitmachen auf. Auch die städtische Jugendfeuerwehr beteiligte sich mit einem kleinen Programm. Die jungen Besucher konnten mit der Kübelspritze spielerisch lernen, wie ein kleines Feuer gelöscht werden kann.

Von Marcus J. Pfeiffer

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