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Pritzwalk Neuer Streit um das Stadtlogo
Lokales Prignitz Pritzwalk Neuer Streit um das Stadtlogo
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13:39 13.11.2018
Das neue Logo von Pritzwalk sorgt nun erneut für Diskussionen in der Stadt.
Das neue Logo von Pritzwalk sorgt nun erneut für Diskussionen in der Stadt. Quelle: Bernd Atzenroth
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Pritzwalk

Stadtmarketing ist seit jeher ein Streitpunkt im Pritzwalker Stadtentwicklungsausschuss. Ob man dem Thema Bedeutung bemisst und wenn ja, welche, hatte in der Vergangenheit zu teilweise erbitterten Debatten geführt. Nunmehr gibt es ein neues Stadtlogo, und dieser Umstand heizt die Kontroverse noch einmal an. Denn offenbar hatte die Stadt das neue Logo im Alleingang in die Welt gesetzt, ohne vorher die Stadtverordneten zu informieren und einzubeziehen. Dieser Umstand löste jetzt eine erneute Diskussion aus.

Christa Pfeifer (Freie Wähler Pro Prignitz) zeigte sich erbost darüber, dass sie als Stadtverordnete erst nach Veröffentlichung des Logos und des dazu gehörigen Wahlspruchs „Wie es Euch gefällt“ davon erfahren hat. Angestoßen hatte die Diskussion Marlies Ferner (SPD): „Wir haben Redebedarf über die Entwicklung des Logos“, sagte sie und erinnerte daran, dass das Thema Stadtmarketing eigentlich per Beschluss auf jeder Sitzung des Ausschusses erörtert werden solle, dies aber schon bei den letzten sieben Sitzungen nicht der Fall gewesen sei.

„Wir begrüßen das generell“, sagte sie zwar auch, „aber der Ausschuss ist in keiner Weise einbezogen worden. Das ist eine Verfahrensweise, die nicht angemessen ist.“ Ähnlich drückte es Christa Pfeifer aus: „Das Logo ist besser als das Vorgängerlogo“, gab sie zu, um dann einzuwenden: „Aber wir waren nicht beteiligt.“ Der Ausschussvorsitzende Michael Ballenthien (CDU) wiederum warf die Frage auf, ob nicht die Stadt alleine darüber entscheiden könne, wie sie ihren Briefkopf gestalte. Jörg Zeiger (ebenfalls CDU) ging noch weiter und sah aus der Sicht eines Unternehmers keinerlei Bedarf, in dieser Frage die Stadtverordneten zu fragen. Er sieht die Stadt selbst als Unternehmer. Für Christa Pfeifer wiederum lässt sich das nicht vergleichen, denn ein solches Logo müsse in ein Gesamtkonzept gestellt werden, mit dem sich die Stadt nach außen präsentiere. Sie befürchtet nun, dass es wieder einen Flickenteppich geben werde. Aber vor allem bestehe ihr Problem darin, „dass wir vor vollendete Tatsachen gestellt wurden“.

Hartmut Winkelmann (Linke) wollte nach eigener Aussage eine vermittelnde Position einnehmen stellte die Frage, ob dies als Merchandising oder als Stadtmarketing anzusehen sei. Ein „Geschmäckle“ atztestierte Winkelmann der Angelegenheit aber auch. Klaus Brandt (Freie Wähler) verwies darauf, dass für Briefbögen eigentlich per Stadtsatzung das offizielle Stadtwappen zu führen sei. Er möchte im Hauptausschuss das Thema noch einmal ansprechen.

Das ist auch nach Angaben von Vizebürgermeister Halldor Lugowski der richtige Ort dafür. „Das neue Logo ist kein amtliches Logo. Dafür hat die Stadt das Wappen“, betonte er. Das Logo sei aber als eine Art „Entlastung“ für das Wappen zu verstehen. Halldor Lugowski sagte zu, Bürgermeister Ronald Thiel über die Diskussion zu informieren, so dass dieser zum Thema einen Bericht im nächsten Hauptausschuss abgibt.

Von Bernd Atzenroth