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Offene Gärten in der Prignitz starten im Mai

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11:00 23.04.2021
In diesem Jahr stehen naturnahe Gärten im Fokus – also Finger weg von Pflanzenschutzmitteln!
In diesem Jahr stehen naturnahe Gärten im Fokus – also Finger weg von Pflanzenschutzmitteln! Quelle: Foto: Lukas Häuser
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Rühstädt

Die länger werdenden Tage bringen wärmere Temperaturen, die Gartensaison beginnt. Viele Haus- und Gartenbesitzer zieht es hinaus, um ihren Garten auf Vordermann zu bringen, Blumenbeete zu gestalten oder Gemüsebeete anzulegen. Doch wie am besten vorgehen? Wie wird eine wilde Ecke mit heimischen Wildpflanzen angelegt und welche Pflanzen vertragen sich gut? Die Offenen Gärten in der Prignitz zeigen attraktive und nachahmenswerte Lösungen. Auch an den Terminen 2021 laden wieder viele naturnahe Gärten zum Besuch ein. Die erste Chance besteht in diesem Jahr am 2. Mai. Weitere Informationen und Standorte gibt es unter: www.dieprignitz.de/gaerten.html-

Ein naturnaher Garten ist ein lebendiges System

Ein strukturreicher Garten mit verschiedenen Pflanzen zieht Insekten, Vögel, Säugetiere und Amphibien an – er ist ein lebendiges System von Pflanzen und Tieren, in dem Lebewesen aufeinander angewiesen sind und voneinander profitieren. Schmetterlinge und Wildbienen bestäuben Pflanzen, Regenwürmer verbessern die Bodenfruchtbarkeit und dienen Vögeln als Nahrungsquelle. In Hecken und Büschen findet der Igel ein Versteck, ein kleiner Teich dient als Tränke und Lebensraum für Erdkröten.

Bloß keine Pflanzenschutzmittel benutzen!

Der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel ist ein wichtiger Schritt zum naturnahen Garten. Stattdessen helfen Mischkulturen, den Gemüsegarten pestizidfrei und dennoch ertragreich zu bewirtschaften. Ätherische Öle der Pflanzen können deren abwehrende Wirkung auf andere Pflanzen übertragen. So schützt das Bohnenkraut die Bohnen und der Kerbel den Kohl vor Blattlausbefall. Petersilie, Zwiebeln und Minze bewähren sich gegen ungebetene Gäste im Gemüsebeet. Meerrettich, Spinat und Kümmel halten den Kartoffelkäfer fern.

Schlechte Nachbarn, gute Nachbarn

Doch es gibt auch schlechte Nachbarn – etwa Pflanzen, die sich durch ihre Wurzelausscheidungen gegenseitig schaden. Dazu gehören Erbsen und Kartoffeln und Tomaten, Kohlrabi und Chinakohl oder Zwiebeln und Rettich. Gute Nachbarn unterstützen sich gegenseitig, sowohl oberhalb als auch unterhalb der Erdoberfläche. So wachsen Gurken hervorragend, wenn sie Kohl oder Rote Beete als Nachbarn haben, verschiedene Salatarten sprießen neben Möhren und Knollenfenchel. Auch Lauch und Sellerie begünstigen sich gegenseitig.

Wilde Ecken mit heimischen Pflanzen

Für Farbenpracht im Garten sorgt eine wilde Ecke mit heimischen Wildpflanzen. In der Umgebung gesammelte Samen sind bestens an vorherrschende Bodengegebenheiten und lokale klimatischen Bedingungen angepasst. Im Ergebnis verkraften sie Fraßschäden durch Insekten besser. Wildbienen und Schmetterlinge lassen sich mit dem Gewöhnlichen Natternkopf, der Kornblume oder der Wilden Möhre in den Garten locken.

Burg Lenzen bietet Termine an

Tipps zum grünen Gärtnern bekommen Interessierte auch im BUND-Besucherzentrum Burg Lenzen. In den Schaubeeten wachsen alte und rare Sorten. Tomatensorten wie „Rote Murmel“ oder „Ida Gold“ sind bewährte Freilandsorten und bringen auch ohne Gewächshaus Ertrag. Kräuter und essbare Wildblumen werden an anderer Stelle sprießen. Am 8. Mai soll eine Pflanzentauschbörse stattfinden, auf der Gartenfreunde ihre vorgezogenen Pflanzen tauschen können. Saatgut und Literatur erhalten die Gäste direkt im Shop. Zu den Terminen der Offenen Gärten werden - falls möglich - ebenfalls Vorträge stattfinden. Alle Termine sind unter www.burg-lenzen.de zu finden.

Anbaumethoden in Rühstädt

Das NABU-Besucherzentrum Rühstädt präsentiert verschiedene Anbaumethoden: Hochbeete, Kübel, Tomatendach und Kartoffeltürme machen Vielfalt trotz begrenztem Raum möglich. Vor allem in den Hochbeeten können Interessierte ein Gartenjahr vom Samenkorn bis zur Samenernte verfolgen. Neben dem Anbau einiger Pflanzen- und Gemüseraritäten stellt das Besucherzentrum die Saatguternte in den Fokus. Am 13. Juni lädt das NABU-Team zum „Tag des Gartens“ ein und informiert mit Vorträgen und Führungen rund um die Pflanzenwelt. Ein buntes Programm bringt Familien und Nachwuchsgärtnern Inspiration. Infos zu aktuellen Terminen sind unter www.facebook.com/nabu.biz.ruehstaedt abrufbar. Darüber hinaus steht eine Liste regionaler Gartenpflanzen zum Download bereit: www.elbe-brandenburg-biosphaerenreservat.de/hier-leben/garten.

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Von MAZonline

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