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Pritzwalk Polizei kontrolliert an der Jahn-Grundschule
Lokales Prignitz Pritzwalk Polizei kontrolliert an der Jahn-Grundschule
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18:47 24.10.2019
Halt!: Bei diesem Mädchen sieht Burkard Arend genauer hin. Ihr Licht funktionierte nicht ordnungsgemäß. Quelle: Julia Redepenning
Pritzwalk

Morgens, sieben Uhr in der Nähe der Friedrich-Ludwig-Jahn-Schule Pritzwalk. Die Nacht scheint noch nicht vorbei zu sein. Es ist finster und die Straßenbeleuchtung erleichtert nur mäßig die Sicht. Revierleiterin Doreen Kohls und ihr Kollegen Revierpolizist Burkhard Arend stehen auf dem Gehweg. Ihre Aufgabe: die Kontrolle der Lichter an Kraftfahrzeugen und Fahrrädern.

Ohne Licht geht es nicht weiter

Sehr schwer erkennbar kommt ein Radfahrer auf die Ordnungshüter zu. Der Junge ist dunkel gekleidet und fährt ohne Licht. Kurz darauf wird er angehalten. „So kannst du hier nicht weiter.“ Polizeihauptmeister Burkhard Arend fängt den Schüler auf dem Bürgersteig ab, dessen Lampen defekt sind.

Der Junge schaut erstaunt. Der Polizist weiß, wie er jetzt handeln muss. Er möchte ihn nicht maßregeln, sondern aufklären. Polizeihauptkommissarin Doreen Kohls macht ihm einen Reflektor um das Handgelenk. „Jetzt bist du besser zu sehen“, erklärt die Beamtin dem Jungen.

Mit einem Dankeschön und einem Lächeln im Gesicht verabschiedet der sich von den Polizisten. „Sag deinem Papa bitte, er soll das Licht reparieren“, gibt Burkhard Arend dem Schüler mit auf den Weg. Von jetzt an muss der Kleine sein Rad schieben, denn es ist nicht verkehrssicher.

Aktionstage sollen für mehr Sicherheit sorgen

Mit einer Kontrollaktion ist die Polizei vermehrt im Umfeld von Schulen unterwegs – auch in Pritzwalk. Das Netzwerk Verkehrssicherheit Brandenburg initiiert landesweite „Tage der Sichtbarkeit.“ Diese sollen für mehr Sicherheit in der dunklen Jahreszeit sorgen. Die Beamte prüfen dabei intensiv Beleuchtungsanlagen. Gerade jetzt im Herbst sollen Rad- und Autofahrer für das Thema Sichtbarkeit im Verkehr sensibilisiert werden. Das Pritzwalker Revier beteiligt sich an der Kampagne.

Die Beamten klären auch die Kleinsten auf: Sichtbarkeit ist ein Thema für alle Altersklassen Quelle: Julia Redepenning

Eine ausreichende Beleuchtung kann Unfälle verhindern 

Ein Auto nähert sich langsam. Schon vom Weiten zu erkennen, eine Glühbirne ist defekt. Die Fahrerin wird angehalten. „Ich weiß, dass sie kaputt ist“, erklärt die Frau. Sie ist sich der Gefahr bewusst und verspricht, sich umgehend zu kümmern. Die Beamten belassen es in diesem Fall bei einer Verwarnung. „Man muss nicht immer gleich ein Bußgeld veranschlagen“, sagt Arend. Die Dame darf ihre Fahrt fortsetzen. Noch einmal sollte sie sich aber nicht erwischen lassen, sonst muss sie eine Strafe zahlen.

Auch Fahrräder ohne ordnungsgemäße Beleuchtung sind eine oft unterschätzte Gefahr. Doch Unfälle wegen schlechter Sicht lassen sich vermeiden. „Wir klären auf, geben wichtige Hinweise und verteilen auch Zubehör“, sagt Doreen Kohls. Warnwesten, Bauchtaschen und Neonarmbänder sollen für mehr Sicherheit sorgen. „Die schenken wir den Kindern“, so die Beamtin. Auch an diesem Morgen kann die Revierpolizistin einige Mitbringsel verteilen – ganz zur Freude der Schüler.

Schülerlotsen sorgen für Sicherheit an der Jahn- Grundschule

Damit alle Kinder gefahrlos bis zu ihrem Ziel kommen, gibt es an der Pritzwalker Jahn-Grundschule Verkehrshelfer, auch Schülerlotsen genannt. Es sind nicht etwa Erwachsene, sondern Schüler der Klassenstufe sechs. Debby ist eine von ihnen. „Wir wurden dafür extra ausgebildet“, sagt sie. Mit neongelber Weste und einer Kelle in der Hand steht sie am Zebrastreifen. Kommt ein Bus, geleitet sie aussteigende Kinder sicher über die Straße.

Schülerlotsin Debby regelt an ihrer Schule den Verkehr. Quelle: Julia Redpenning

Ihre Kelle geht hoch und ein deutliches Handsignal zeigt allen anderen Verkehrsteilnehmer, sie müssen jetzt warten – und sie tun es auch. Danach gibt Debby die Strecke wieder frei und alle Wartenden dürfen passieren.

Ausbildung in der Verkehrswacht mit Prüfung 

Die Abteilung Prävention unter Leitung von Polizeibeamtin Grit Weber gibt zudem regelmäßig Kurse in der Verkehrswacht in Perleberg für Jungen und Mädchen, die sogar eine theoretische und praktische Prüfung ablegen. „Es dauerte ungefähr ein Vierteljahr“, sagt Debby. Im Anschluss dürfen die Lotsen vor ihrer Schule tätig werden. Ein großes Lob erhält Debby schon einmal von Revierpolizistin Kohls. „Sie macht das wirklich gut.“

Bilanz ist positiv  

Die Bilanz am Ende des Einsatzes ist vielversprechend: „Schon die Anwesenheit von zwei Polizisten reicht aus und die Leute sind aufmerksamer“, sagt Doreen Kohls. Drei Kinder wurden auf Mängel an ihren Rädern hingewiesen und zwei Kraftfahrer angehalten. Es gibt viel zu tun. „Wenn die Busse kommen, dann wird es hier richtig voll“, so Kohls. Die zwei Beamten sind zufrieden mit dem Tagesergebnis. Mit dem Ertönen der Schulglocke beenden sie mit ihren Einsatz vor der Schule.

Mit der Aktion versuchen die Beamten nicht nur aufzuklären, sondern suchen auch das Gespräch. „Eine Belehrung reicht oft und wir wollen hier niemanden ärgern“, so Kohls. Der Tipp der Beamten: Auf helle Kleidung achten und vor jeder Fahrt die Lichter prüfen. So komme jeder sicher und unfallfrei durch die Dunkelheit.   

Von Julia Redepenning

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