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Pritzwalk Viel Arbeit für eine kleine Bahn
Lokales Prignitz Pritzwalk Viel Arbeit für eine kleine Bahn
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14:44 28.12.2018
Quelle: Und tschüss: Der Nikolaus unterzieht die Schwellen einem letzten Härtetest, bevor viele von ihnen ausgetauscht werden. Stephanie Fedders
Mesendorf

Der kleine Hinweis auf der Internetseite des Vereins Prignitzer Kleinbahnmuseum steht gleich über der Rubrik „Mitglied werden“: Hier wird nicht nur gearbeitet, sondern auch gefeiert. Letzteres haben sich die engagierten Männer und Frauen wirklich verdient, war doch das Jubiläumsjahr 2018 vollgepackt mit Projekten und Veranstaltungen, für die jede helfende Hand gebraucht wurde.

Im Jahr 25 nach der Vereinsgründung war nicht nur der Einsatz während der zahlreichen und gut besuchten Fahrten abzudecken. Es gab darüber hinaus auch einige Extra-Aufgaben, die ohne das ehrenamtliche Engagement der Pollo-Freunde nicht zu bewältigen wären.

Malerarbeiten im neuen Bahnhofsgebäude

Am sichtbarsten ist die Veränderung am Bahnhof Mesendorf, der durch den originalgetreuen Neubau des Empfangs- und Nebengebäudes eine deutliche Aufwertung erfahren hat. Mitte Dezember waren die letzten Arbeiten im Innern auf den Weg gebracht. Parallel dazu machten sich Vereinsmitglieder an die Planung der Küche. „Im Winter wollen wir noch streichen und dann im Frühjahr die Rampe vor dem Behinderten-WC in Eigenleistung bauen“, verriet Vorsitzender Sven Lieberenz. Für Mai ist dann die offizielle Einweihung der beiden rund 140 000 Euro teuren Schmuckstücke geplant.

Ein paar Meter weiter, im Schuppen, wartet der Personengepäckwagen mit Postabteil auf seinen Einsatz. In dem Original-Waggon der Prignitzer Kleinbahn stecken bereits etliche Stunden Handarbeit, damit er im kommenden Jahr für die barrierefreie Beförderung eingesetzt werden kann. Das gute Stück musste von Grund auf restauriert werden und bekam zudem neue Drehgestelle, die mit Hilfe von Spendengeldern gekauft werden konnten.

1000 Schwellen müssen erneuert werden

Einen längeren Weg hat die alte Dampflok des Vereins noch vor sich, die ebenfalls im Schuppen in Mesendorf zu bestaunen ist. Hier ist noch gar nicht absehbar, welche Investitionen für einen Betrieb notwendig wären. Viele Jahre im Freien haben ihre Spuren hinterlassen, der Rost zeugt davon.

Auf finanzielle Unterstützung baut der Verein auch bei seiner umfangreichen Sanierung der Strecke zwischen Mesendorf und Lindenberg. Auf dem neun Kilometer langen Abschnitt liegen rund 54 000 Schwellen, die die Schienen tragen. Ein großer Teil davon muss erneuert werden, im nächsten Jahr alleine 1000 Stück. Der nasse Sommer 2017 und die diesjährige Hitze haben den Gleisen nicht gut getan.

Zwischen Brünkendorf und Vettin haben die Hobby-Eisenbahner bereits 300 Meter Gleis repariert und 150 Schwellen ausgetauscht. In einer Kurve auf einem Damm hatten sich die Schienen nach außen verschoben, hier mussten die Bögen in ihre ursprüngliche Position gebracht werden. Eine Knochenarbeit, die keinen Aufschub duldet. „Die Strecke soll ja tadellos befahrbar bleiben“, unterstreicht Sven Lieberenz.

Spender gesucht

Für 2019 ist ein Spendenaufruf zur Unterstützung dieser Arbeiten geplant, Schwellen können dann symbolisch erworben werden. Mit dem Geld will der Verein nicht nur den Kauf neuer Schwellen finanzieren, er muss sich auch um die Entsorgung der ausgedienten Exemplare kümmern. Die sind allesamt mit Teeröl getränkt – und das ist Sondermüll. Sven Lieberenz ist aber zuversichtlich, dass er gemeinsam mit seinen Vereinskameraden auch diese Aufgabe bewältigt. Dann gebe es nach der ganzen Arbeit auch wieder einen guten Grund, ein wenig zu feiern.

Von Stephanie Fedders

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