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Pritzwalk Sie bringen die Wirtschaft in den Unterricht
Lokales Prignitz Pritzwalk Sie bringen die Wirtschaft in den Unterricht
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15:36 02.01.2020
Die Lehrer Andreas Pils und Helga Bonacker spielen eine Schlüsselrolle im Bereich Praxislernen der Freiherr-von-Rochow Oberschule. Die Schule hat eine beispielhafte Zusammenarbeit mit der Wirtschaft aufgebaut. Quelle: Frank Pieperhoff
Pritzwalk

„In den Jahren 2004 bis 2005 ging es los. Wir erfuhren eine starke Unterstützung aus Potsdam“, sagt Andreas Pils, Lehrer an der Freiherr-von-Rochow-Oberschule in Pritzwalk. Gemeint ist der „Projektverbund Praxislernen“ hervorgerufen durch das „Netzwerk Zukunft. Schule und Wirtschaft Brandenburg“. Es geht darum, Wirtschaft und Schule enger miteinander zu verflechten.

In der Rochow Oberschule findet die Berufsmesse Karriereplus statt

Inzwischen wird die Rochow-Oberschule bereits zum dritten Mal Gastgeber der Berufsmesse Karriereplus. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Kreishandwerkerschaft organisieren diese Berufsmesse gemeinsam mit der Bildungsgesellschaft und eben der Rochow-Oberschule. Karriereplus findet am Sonnabend, 18. Januar, statt. Andreas Pils und die Lehrerin Helga Bonacker sind für die Rochow-Oberschule die treibenden Kräfte.

Praxislernen wurde breit flächig in das Schulsystem eingefügt

Die Rochow-Oberschule hat sich in das Thema Praxislernen hineingekniet. Schon von der siebten Klasse an gibt es ein breites Wahlangebot im Bereich Arbeitslehre: vom Arbeiten mit Holz oder Metall über Elektrotechnik, Maschinentechnik, Hauswirtschaft, textiles Gestalten bis hin zu allgemeinen Themen wie Wohnen und Lebensvorbereitung.

Innerhalb eines Schuljahres werden die Themen dreimal mitsamt den Lehrern gewechselt. Andreas Pils betont, es gehe hierbei sowohl um die Praxis als auch um die Theorie.

Der andere auffällige Praxisbezug sind die insgesamt vier Praktika außerhalb der Schule, welche die Schüler absolvieren müssen: Zwei Praktika über je zwei Wochen und zwei jeweils über ein halbes Jahr. Im halbjährigen Praktikum besuchen die Schüler den Betrieb jeweils an einem Tag in der Woche. „Wer clever ist, der schaut sich vier unterschiedliche Betriebe an“, bemerkt Andreas Pils. Die Betriebe bringen oft unerwartetes mit sich. „Manchmal ist der Ton etwas rauer“, sagt Helga Bonacker. Die Schülerinnen und Schüler verstehen, dass im wirklichen Berufsleben vieles anders läuft. Auch die Eltern müssen mitmachen, denn im Bezug auf die Logistik muss einiges geleistet werden.

Echte Perspektiven für die Schüler

Das Interesse der Firmen ist enorm. Es gibt bereits mehr als 60 Kooperationspartner und eine weitaus größere Zahl an angebotenen Lehrstellen. Sie können bei weitem nicht alle besetzt werden. Es werden sogar explizit Arbeitsplätze für arbeitslose Eltern angeboten: Neunzig an der Zahl waren es im vergangenen Jahr.

Gewinner sind alle. Die Schülerinnen und Schüler bekommen nicht nur einen Einblick in das Berufsleben. Sie bekommen und verfestigen eine Vision für ihr eigenes Leben.

Und diese bleibt keine Idee. Die Betriebe, welche die Schüler kennengelernt und die sie als sympathisch und interessant erlebt haben , freuen sich auf eben genau diese Lehrlinge. Zukünftiges Fachpersonal wird noch lange Zeit sehr gefragt sein. Die jungen Schulabgänger haben in den Betrieben eine echte Perspektive.

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Von Frank Pieperhoff

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