Pritzwalk: Ab Montag fast 150 Kitakinder in der Notbetreuung
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15:00 25.04.2020
Auch Pritzwalks Bürgermeister Ronald Thiel trägt jetzt Mund- und Nasenschutz.
Auch Pritzwalks Bürgermeister Ronald Thiel trägt jetzt Mund- und Nasenschutz. Quelle: Bernd Atzenroth
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Pritzwalk

In Zeiten von Corona gibt es viel zu organisieren, um die Dinge am Laufen zu halten. Das ist in der Stadt Pritzwalk auch so und beschäftigt Bürgermeister Ronald Thiel seit der ersten Beratung zu dem Thema am 28. Februar.

„Da wusste ich persönlich nicht, was mich erwartet“, bekannte das Stadtoberhaupt in einem Pressegespräch am Freitag im Rathaus – in einem abstandsgerecht eingerichteten Sitzungsraum und mit der Option auf Mundschutz. Den trägt Thiel auch selbst – gerade hat er ein schickes Exemplar bei Moni K. erworben.

Die Notbetreuung in Kitas ist eine anspruchsvolle Aufgabe

Man sieht: Fast zwei Monate nach dem Beginn hat die Krise die Stadt immer noch im Griff. Fast jeden Tag tagten die Führungsgremien, weil sich die Lage täglich verschärft hatte. Ein besonderes Augenmerk galt von Anfang an der Notbetreuung in den städtischen Kitas. Denn in dieser Hinsicht hat die Stadt eine Menge mehr zu organisieren als andere Kommunen. Schließlich sind es im Pritz­walker Gebiet sieben städtische Kitas.

Werden diese in normalen Zeiten von im Schnitt 750 Kinder besucht, so waren es in der Notbetreuung zuletzt etwa 80. Diese Zahl wird sich ab kommender Woche auf jeden Fall fast verdoppeln. Thiel rechnet mit einer Steigerung auf 140 bis 150 Kinder in Notbetreuung – schließlich haben auch Alleinerziehende und Familien, in denen nur ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf arbeitet, jetzt die Möglichkeit, die Notbetreuung zu beantragen. Und davon haben bereits viele Gebrauch gemacht.

Den Kolleginnen in den Kitas „sehr, sehr dankbar“

Dass bislang die Organisation dieser recht komplizierten Situation so gut geklappt hat, ist Grund für Thiel, seinen Kolleginnen in den Kitas „sehr, sehr dankbar“ zu sein. Sie hätten schließlich die ganze Zeit mit sehr vielen Veränderungen, manchmal von einem Tag zum anderen, klarkommen müssen.

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Erfreut zeigt er sich auch, dass es im Landkreis Prignitz für Feuerwehrleute möglich ist, für ihre Kinder die Notbetreuung zu beantragen. Darin seien sich alle Kommunen mit dem Landrat einig gewesen.

In diesem Jahr keine Schließzeiten

Thiel kündigte darüber hinaus an, dass es in den Kitas in diesem Jahr in der Stadt Pritz­walk keine Schließzeiten geben wird. Damit will man die Eltern auch während der Phase, in der die Wirtschaft wieder anlaufen könnte, unterstützen. Und: „Wir sind bereit, weitere Kinder im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten aufzunehmen.“

Sicher ist für Ronald Thiel eins: „Das Virus wird uns die nächsten Monate nicht loslassen.“

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Von Bernd Atzenroth