Pritzwalk: Ärger über wilde Müllentsorgung
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Pritzwalk: Ärger über wilde Müllentsorgung

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16:09 19.04.2021
Container-Stellplatz in Pritzwalk Nord: Viel Müll landet eher außerhalb der Tonne als innerhalb. Was nicht hierhin gehört, wird einfach daneben gestellt oder über den Zaun dahinter geworfen.
Container-Stellplatz in Pritzwalk Nord: Viel Müll landet eher außerhalb der Tonne als innerhalb. Was nicht hierhin gehört, wird einfach daneben gestellt oder über den Zaun dahinter geworfen. Quelle: Foto: Bernd Atzenroth
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Das ist seit Jahren ein Ärgernis: An der Stellfläche für Müllcontainer in Pritzwalk Nord laden die Menschen auch wirklich ihren Müll ab – nur leider nicht immer in die Altpapier- und Altglas-Container. Und was so daneben oder dahinter steht, gehört hier eigentlich auch nicht hin. Geschweige denn, dass so mancher offenbar seinen Abfall über den Absperrzaun hinter den Containern in die Büsche pfeffert.

„Da liegt nicht nur Pappe, sondern alles“

„Gehen Sie da mal am Wochenende vorbei, da ist alles vermüllt“, sagte dazu zum Beispiel in der vergangenen Woche Werner Sommer, sachkundiger Bürger für die CDU im Ausschuss für Recht, Ordnung, Umwelt und Naturschutz der Pritzwalker Stadtverordneten. „Da liegt nicht nur Pappe, sondern alles.“ Gesagt, getan – die MAZ hat sich das am Wochenende angeschaut und festgestellt: Sommer hat völlig recht.

Er ist auch nicht der erste, der diesen Umstand moniert. Schon seit einem Jahrzehnt melden sich Anwohner in regelmäßigen Abständen bei der MAZ. Und der Befund ist immer der gleiche: Wenn die Altpapier-Tonnen voll sind, wird das Altpapier daneben gestellt. Aber nicht nur: Jede Menge anderer Müll wird hier einfach auch abgestellt. Dabei wäre es so einfach, Sperrmüll bei der Sammelstelle in der Stadt vorbeizubringen.

So sah es am Samstag hinter den Containern aus. Quelle: Bernd Atzenroth

Zuständig für die Müllentsorgung ist der Landkreis Prignitz. In dessen Auftrag werden die Container geleert. Abgefahren wird auch alles, was dort reingehört hätte, aber nicht mehr reingepasst hat. Doch es gibt es ein Zusammenspiel mit der Kommune. Die Stadt ist dazu verpflichtet, Stellflächen für die Container zur Verfügung zu stellen, wie der Ausschussvorsitzende Jean Duwe (FDP) bemerkte, und diese frei und sauber zu halten.

Betriebshof räumt auf, will aber auch keinen Anreiz schaffen

Sabine Kadasch, Amtsleiterin für Verwaltungssteuerung und Bürgerservice bei der Stadt Pritzwalk, erklärte in der Ausschusssitzung, dass der städtische Bauhof bemüht sei, die wild abgestellten Sachen einzusammeln. Der Haken dabei: Wenn die Leute mitbekommen, dass der Bauhof die Dinge wegräumt, „dann wissen die Leute, es funktioniert“. Sprich: Der Anreiz, dort seinen Müll wild abzustellen, wird nicht kleiner, wenn er tatsächlich auf Kosten der Allgemeinheit entsorgt wird.

Was nicht hierhin gehört, wird entweder einfach daneben gestellt oder über den Zaun dahinter geworfen. Quelle: Bernd Atzenroth

Allerdings: Auf jegliches Verständnis darf in Pritzwalk niemand hoffen, der dazu beiträgt, die Stadt unnötig zu vermüllen.

Einen Hinweis hatte noch Uwe Kiefner, sachkundiger Bürger der Bürgerstimme für Pritzwalk. Bei Problemen könne man die Nummer anrufen, die auf den Müllcontainer vermerkt ist. Kiefner: „Die reagieren auch, wenn sie drauf angesprochen werden.“

Von Bernd Atzenroth

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