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Pritzwalk Ronald Thiel ein Jahr im Amt
Lokales Prignitz Pritzwalk Ronald Thiel ein Jahr im Amt
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18:27 07.01.2019
Eine der schönsten Aufgaben: Bürgermeister Ronald Thiel (Zweiter von links) bei der Straßenfreigabe in Seefeld.
Eine der schönsten Aufgaben: Bürgermeister Ronald Thiel (Zweiter von links) bei der Straßenfreigabe in Seefeld. Quelle: Foto: Stephanie Fedders
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Pritzwalk

Ein Blick auf den Pritz­walker Veranstaltungskalender für dieses Jahr verrät: Neben festen Terminen wie Museumstag, Herbstleuchten oder Eröffnung der Knieperkohlsaison setzt Ronald Thiel viele eigene Akzente und lädt ein zu Bürgerempfang und Babyfrühstück. Einladungen an alle Pritzwalker, um mit ihrem Bürgermeister ins Gespräch zu kommen. Der kurze Draht zu den Einwohnern ist aber nur ein Ansatz, den der Verwaltungschef seit Januar 2018 verfolgt. Eine Bilanz ein Jahr nach Amtsantritt.

Die Zeit als größter Feind

Der Stolz auf die Stadt, die Pritz­walker als Ansporn und das in Anlehnung an Friedrich den Großen übernommene Selbstverständnis, „Diener meiner Heimatstadt“ zu sein, nennt Ronald Thiel als die drei Säulen, die ihn täglich antreiben. Dass er dabei gerne schneller von der Stelle kommen möchte, als die Realität es zulässt, gibt er unumwunden zu. „Die Zeit ist der größte Feind“, sagt Thiel.

Mehr Zeit als gedacht hat beispielsweise der Um- und Aufbau der Verwaltung gekostet, die aktuell aus 220 Mitarbeitern in Voll- und Teilzeit besteht. Mit Vorgänger Wolfgang Brockmann seien viele Kollegen in Ruhestand gegangen. Rund zehn Prozent der Belegschaft mussten neu eingestellt, vier Ämter anstelle der vorherigen Geschäftsbereiche neu aufgebaut werden, listet Thiel auf. Sich selbst von der vorherigen Tätigkeit, zu der unter anderem der Bereich der Wirtschaftsförderung gehörte, zu lösen, sei auch nicht ganz einfach gewesen. „Wir fangen jetzt erst an, mit allen Amtsleitern die Ortsteile zu bereisen“, schildert er. Gerade das sei ihm aber ein wichtiges Anliegen. Die Mitarbeiter sollen auch kleine Details im Blick haben, sich auch um Dinge wie Straßenbeleuchtung oder das Aufstellen neuer Bänke kümmern. Beiträge zum äußeren Erscheinungsbild der Stadt. „Ich möchte, dass zu erkennen ist, wo Pritz­walk beginnt“, betont Thiel.

Alle Wohnungen der Museumsfabrik belegt

Stolz ist der Hauptverwaltungsbeamte auf die Entwicklung der historischen Tuchfabrik, die Anfang 2018 als Museumsfabrik eröffnet wurde und die kulturellen Aktivitäten der Stadt bündeln soll. Mittlerweile seien alle 30 Wohnungen belegt, wodurch viel Leben in den Standort eingezogen sei.

In seiner Ein-Jahres-Bilanz nennt der Bürgermeister neben der Übergabe von vier Fahrzeugen an die Feuerwehren, den Bau von Spielplätzen in den Ortsteilen und der Kernstadt, sowie neben der Sanierung von Straßen wie die in Seefeld auch die Übernahme der Kita „Allerhand“. Es käme nicht oft vor, dass eine Stadt eine Kita kauft, sagt Thiel. Es deckt sich jedoch mit seiner Bilanz nach einem Jahr auf dem Sessel des Bürgermeisters: „Es ist an keinem Tag langweilig.“

Von Stephanie Fedders