Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Pritzwalk Einkaufs-Endspurt in Pritzwalk
Lokales Prignitz Pritzwalk Einkaufs-Endspurt in Pritzwalk
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:13 31.12.2018
Sieht sehr nach Party aus: Die Laufbänder an den Kassen bei Real waren voll mit Süßigkeiten und Getränken für die lange Nacht zum Jahreswechsel. Quelle: Fotos (4): Stephanie Fedders
Anzeige
Pritzwalk

Aus einem Guss. Einer wie der andere. Pfannkuchen in Hülle und Fülle. Ausnahmezustand in der Backstube. Erst recht am letzten Tag im Jahr. Wer im Dienstleistungssektor arbeitet, muss los. Manche früher, manche später. Einige sind rund um die Uhr gefordert. Ein Streifzug durch die Pritzwalker Geschäftswelt.

Frische Ware per Lkw

Der Tatort ist gerade vorbei, da laufen in der Bäckerei Jahnke die Maschinen an. Sonntagabend geht es los, damit die ersten Kunden, die am Montag ab 6 Uhr vor der Tür stehen, frische Ware erhalten. Wer aus der Nachtschicht kommt, greift als erstes zu. Wer auf Nummer sicher gehen will, hat vorbestellt.

Anzeige

Um kurz vor sechs öffnen sich auch bei Real die Türen – per Lkw kommt frische Ware für die Fleisch- und Gemüseabteilung. Ab 7 Uhr können die Kunden einkaufen. Drei Stunden später geht nicht mehr viel auf dem Parkplatz. Alle acht Kassen sind geöffnet. 40 Mitarbeiter haben Dienst. Es piept ohne Unterlass, jedes Mal, wenn ein Produkt über den Scanner gezogen wird.

Weinachtsfeier erst im Januar

Die Belegschaft von Taxi Wagner lässt es am Vormittag ruhig angehen. Zwei Fahrer teilen sich die Silvesternacht, sie starten um 18 Uhr. „Zwischen null und drei Uhr ist am meisten los“, weiß Inhaberin Katja Pfennigschmidt aus Erfahrung. Die letzten Wochen des Jahres waren für sie und ihr Team vom Umzug in die Havelberger Straße geprägt. Dazu Dienst an den Weihnachtstagen. Und Sonntag stand auch noch der Jahresabschluss an. Jetzt fiebert sie dem 2. Januar entgegen, dann werden die Telefone umgestellt. „Wenn das geschafft ist, dann stoßen wir an“, verspricht die Chefin. Und am 19. Januar wird die Weihnachtsfeier nachgeholt – mit allen 13 Kollegen.

Kurz nach halb zwölf werden bei Bäcker Jahnke die letzten bestellten Pfannkuchen abgeholt. Fünf Stück mit Pflaumenmus liegen noch auf dem Blech. Sylke Hinze öffnet die Tür. Mit dem Fahrrad ganz aus Putlitz angereist. Für Bienenstich und – zwei Pfannkuchen. Sie hat noch nicht alles eingepackt, da dreht sie sich erneut zur Verkäuferin um. „Jetzt geben sie mir noch zwei mit.“

Noch schnell eine neue Toilette kaufen

Endspurt bei Hagebaumarkt. Es geht auf 13 Uhr zu. Von den einstmals sieben Paletten Böller ist nicht mehr viel zu sehen. Marktleiter Björn Zillmann ist zufrieden. „Wir hatten viele Kunden, die hochwertiges Feuerwerk gekauft haben“, blickt er zurück. Die Kollegin an der Kasse erinnert sich an einen 450-Euro-Einkauf – nur für Pyrotechnik. Aber nicht am Montag. Schrauben, Toiletten, Rindenmulch, Farbe, das liegt jetzt im Einkaufswagen. „Silvester ist für Baumärkte kein interessanter Tag“, weiß Zillmann. „An Brückentagen ist mehr los.“

Annika Gutsche kann das egal sein. Die Apotheke im Real hat alle 13 Tage Notdienst. Dieses Jahr zum Jahreswechsel, bis 8 Uhr am Neujahrstag. Wenn es am Eingang klingelt, meldet sich Gutsches Handy. Sie hat Glück, wohnt in Pritzwalk und muss nicht die ganze Zeit in der Apotheke verbringen. Im Notfall wäre sie in wenigen Minuten zur Stelle. Da bleibt Zeit für Raclette am Abend in kleiner Runde. Das Telefon immer in der Nähe.

Nach neun Stunden ist Feierabend

Als die Apotheke gegen 14.30 Uhr schließt, wird es auch bei Real ruhiger. Drei Kassen sind noch geöffnet. Heike Schmidt-Heinke wirkt entspannt, obwohl es „kein normaler Arbeitstag“ ist. Die Marktleiterin ist seit 30 Jahren dabei. Zum Jahreswechsel macht es immer viel Spaß, „die Leute sind gesprächiger“, hat sie festgestellt. Trotz des Andrangs. „Wenn es nicht voll wäre, wäre es ja nicht Silvester.“ Nach neun Stunden erfüllt um 16 Uhr ein letztes Piepen den Kassenbereich. Feierabend.

Von Stephanie Fedders