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Pritzwalk Stausee könnte zum Landschaftssee werden
Lokales Prignitz Pritzwalk Stausee könnte zum Landschaftssee werden
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00:21 03.05.2019
Betreten verboten: Der Damm am Sadenbecker Stausee wurde zum Baustellenbereich erklärt und abgesperrt - es besteht Lebensgefahr. Quelle: Bernd Atzenroth
Sadenbeck

Der Sadenbecker Stausee am Dienstag: Die Sonne scheint auf eine strahlend blaue Wasserfläche, die umgeben ist von Schilf und Wald. Vereinzelt sitzen Angler am See und versuchen ihr Glück. Der ganze See macht schon jetzt den Eindruck dessen, was er einmal werden könnte: ein Landschaftssee.

Und dieser dürfte sogar die billigste aller möglichen Varianten bei der anstehenden Umgestaltung des Gewässers sein.

Machbarkeitsstudie ist fast fertig

Im Moment ist eine Machbarkeitsstudie in der Mache, deren bisherige Erkenntnisse am Montag in Pritzwalk bei einer Informationsveranstaltung in der Museumsfabrik vorgestellt wurden. Ein Komplettrückbau dürfte demnach nicht mehr in Frage kommen – er wäre die teuerste Variante.

In der Studie werden jeweils zwei Varianten für den Erhalt eines Stausees oder den Umbau zum Landschaftsee aufgezeigt. Die Tendenz in der Versammlung war recht eindeutig: Der Umbau zu einem Landschaftssee würde bevorzugt.

Landschaftssee wäre die billigste Variante

In beiden vorgeschlagenen Varianten, die sich im wesentlichen durch die angestrebte Höhe des Wasserspiegels unterscheiden, würden mehr als 3,4 Millionen Euro Kosten anfallen. Das ist aber immer noch billiger als die Sanierung des Stausees. Und die Folgekosten würden bei nur noch 600 Euro pro Jahr liegen – gegenüber 18 000 Euro bei Erhalt des Stausees.

Ein Paradies für Angler ist der Sadenbecker Stausee. Quelle: Bernd Atzenroth

Ein Landschaftssee würde auch das zweite große Problem möglicherweise lösen – nämlich einen neuen Seebetreiber zu finden. Denn der Landesanglerverband hatte dies lediglich für die Stauseevariante abgelehnt. „Wir wollen keine wasserbauliche Anlage betreiben. Bei einem Landschaftssee sieht das aber natürlich ganz anders aus“, meinte Ulrich Thiel als Vertreter des Landesanglerverbandes.

Bemühungen für einen Beschluss noch vor der Wahl

Kurt Augustin, Leiter der Abteilung Wasser und Boden im Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, verwies darauf, dass alles was er vortrage, „noch sehr grob“ sei. „Wir sind noch nicht mal in der Vorplanung“, betonte er.

Die beiden Landtagsabgeordneten im Raum, Jan Redmann (CDU) und Thomas Domres (Linke), zeigten sich zufrieden. „Was mich freut: Ein Rückbau hat sich als falsch herausgestellt“, sagte Redmann.

Der Damm am Sadenbecker Stausee undseine Anlagen sind marode. Im Moment ist er gesperrt - wegen Lebensgefahr und anstehender Bauarbeiten. Quelle: Bernd Atzenroth

Augustin versprach, zeitnah ein Papier vorzubereiten, das in einen Entschließungsantrag münden könnte. Auch Redmann und Domres bemühen sich darum, noch auf der letzten Landtagssitzung vor der Wahl eine Entscheidung herbeiführen zu können, sofern bis dahin die Studie fertig vorliegt und damit die Optionen auf dem Tisch liegen.

Das Ablassen das Wassers war dringend geboten

Nicht betreten werden kann aber derzeit die Staumauer des Speichersees – Gitter versperren den Weg, und darauf wird auf Bauarbeiten und Lebensgefahr hingewiesen. Bauarbeiten selbst sind aber noch nicht zu beobachten.

Die Tatsache, dass die Mauer offenbar brüchig ist, war der Grund dafür, dass im April Seewasser kontrolliert abgelassen werden musste. In Pritzwalk hatte das sofort Spekulationen darüber ausgelöst, dass der See trotz einer anderen Vereinbarung vom vergangenen August doch noch rückabgewickelt werden könnte.

Land will den See sanieren und danach abgeben

Dem traten nun die Vertreter des Landes auf der Veranstaltung entgegen. Demnach war es dringend erforderlich, etwas zu tun.

Stadtspitzen, Stadtverordnete, Vertreter von Behörden und einfach nur Interessierte kamen zu der Versammlung, um sich über den Sachstand beim Sadenbecker Stausee zu informieren. Quelle: Bernd Atzenroth

Im vergangenen August hatte sich das Land verpflichtet, für fünf weitere Jahre den See zu betreiben und in dieser Zeit zu sanieren. Danach aber will das Land den See an einen anderen Betreiber abgeben.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Bernd Atzenroth.

Von Bernd Atzenroth

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