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Pritzwalk Kandidaten werben auf der Straße um die Wähler
Lokales Prignitz Pritzwalk Kandidaten werben auf der Straße um die Wähler
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01:15 26.05.2019
Linke-Kandidaten (v.l): Roland Weber, Ramona Bahl und Hartmut Winkelmann. Quelle: Bernd Atzenroth
Pritzwalk

Der Countdown läuft: Am Sonntag werden die Kommunalparlamente in der Prignitz neu gewählt – klar,dass da auf den letzten Metern noch mal richtig Wahlkampf gemacht wird. In Pritzwalk beispielsweise ist der Markttag auch immer Wahlkampftag.

Christa Pfeifer wider den „braunen Sumpf“

Gleich vier Gruppen buhlen bei dieser Gelegenheit noch um die Wählerschaft. Nicht jeder Bürger will angesprochen und erst recht nicht mit Infobroschüren versorgt werden. „Hab ich schon gelesen“, sagt eine Frau im Vorbeifahren auf dem Fahrrad, als Christa Pfeifer ihr einen Flyer in die Hand drücken will. Christa Pfeifer ist Stadtverordnete für die Freien Wähler Pro Prignitz und würde es gern nach der Wahl auch wieder sein. Sie lässt nicht locker, geht dem einen oder anderen auch hinterher. Neben ihr steht Petra Friese. Sie betreibt seit zehn Jahren eine Jugendeinrichtung in Giesensdorf und will in den Kreistag, um im Jugendhilfeausschuss mitmischen zu können.

Volker Kiefner: „Populismus, was heißt das schon?“

Eins ist Christa Pfeifer wichtig: „Ich werde mich gegen den braunen Sumpf stellen“, sagt sie und deutet dezent auf die andere Seite des Platzes. Dort stehen mehrere Männer in gelben Westen. „Wir sind die Gelbwesten von Pritzwalk“, sagt Thomas Schlaffke.

Christa Pfeifer (r.) und Petra Friese kandidieren für die Freien Wähler Pro Prignitz. Quelle: Bernd Atzenroth

Er leugnet seine AfD-Herkunft nicht: „Ich sitze im Kreistag, ich habe das alles hier aufgebaut“, sagt er. In Pritzwalk jedoch kandidiert er gemeinsam „mit Freunden, die schon immer etwas für Pritzwalk getan haben“. Gemeint sind Uwe Kiefner und Volker Kiefner.

„Populismus, was heißt das schon. Populismus und Polemisieren, das machen sie alle“, sagt Volker Kiefner, „was die Leute wollen, muss man aufgreifen und versuchen umzusetzen.“ Es gehe ihnen nur um Stadtpolitik.

Zweites Kino oder mehr Straßenbau?

Volker Kiefner nennt Themen, etwa eine Verlängerung der Pritzwalker Stadtlinie und ihre Anbindung an die Ortsteile. Kritisch sieht er den Bürgerhaushalt: „Das darf nicht dazu führen, dass normale Aufgaben der Stadt daraus finanziert werden.“

Eine weitere Forderung seiner Gruppe stößt bei den anderen auf wenig Gegenliebe: Auf den Bau eines zweiten Kinos im Kulturhaus zugunsten von mehr Straßenbau zu verzichten. Volker Kiefner, der selbst eine Eventhalle vermietet, findet das „nicht wirklich notwendig“. Man habe dem Kulturhaus schon alles Mögliche zugeschustert.

Sie kandidieren für die rechte „Bürgerstimme für Pritzwalk“ (v.l.): Thomas Schlaffke, Volker Kiefner und Uwe Kiefner. Quelle: Bernd Atzenroth

Andere, ob Christa Pfeifer oder aber am CDU-Stand Klaus-Peter Garlin sehen das anders. Ein zweites Kino könne es ermöglichen, ganz andere Filme nach Pritzwalk zu bekommen, sagt Pfeifer. „Außerdem bekommt man mit dem eingesparten Geld höchstens einen Bruchteil einer Straße gebaut.“

Infrastruktur ist das Thema der CDU

Infrastruktur, das ist genau das Thema der CDU. Wobei es schwieriger geworden ist, mit den Bürgern darüber zu kommunizieren, wie der Stadtverordnete Michael Ballenthien zugab.

Zum Beispiel in Sadenbeck, wo die Bürger ihre Unzufriedenheit an der nicht sanierten Dorfstraße festmachen – dabei kann die Stadt hier nichts ausrichten, weil es sich um eine Landesstraße handelt.

Ballenthien: „Viel ist erreicht worden“

Dabei ziehen Ballenthien und Klaus-Peter Garlin eine positive Bilanz der vergangenen fünf Jahre: Viel sei erreicht worden, ob bei der Tuchfabrik, beim Bahnhof oder jetzt mit den Arbeiten am Bürgerplatz. Mit neuen Wohngebieten wie am Wasserturm werde „etwas für junge Leute“ gemacht.

Der Landtagsabgeordnete Jan Redmann steht mit am Stand. Eigentlich sei es positiv, wenn sich die Bürger für ihre Dorfstraße interessieren. Er sei am Stand, um Auskunft über die Landesebene zu geben.

Am CDU-Wahlstand gemeinsam (v.l.): Michel Ballenthien, Klaus-Peter Garlin uind der Landtagsabgeordnete Jan Redmann. Quelle: Bernd Atzenroth

Winkelmann: „Was haben die Ortsbeiräte wirklich zu melden?“

Zwischen all dem stehen die Linken. Hartmut Winkelmann, der in seiner Publikation auch schon einmal mit den Gelbwesten kokettiert hat, treibt in Pritzwalk um, dass nur die Hälfte der Ortsbeiräte gewählt werden kann. „Das ist schlimm, aber man kann es den Leuten nicht verdenken. Was haben die wirklich zu melden?“

Christa Pfeifer merkt zum gleichen Thema nach einem Gespräch mit einer Sadenbeckerin an: „Wir müssen in die Ortsteile gehen und Leute gewinnen. Das Budget das für die Ortsteile zur Verfügung gestellt worden ist, zieht offenbar nicht. Manche Ortsteile sind im Grunde genommen nur noch Schlafstätten.“

Am Sonntag steht fest, wer von ihnen über all diese Themen künftig in der Pritzwalker Stadtverordnetenversammlung oder im Kreistag weiter diskutiert.

Von Bernd Atzenroth

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