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Pritzwalk Tag der offenen Tür bei den Landfrauen
Lokales Prignitz Pritzwalk Tag der offenen Tür bei den Landfrauen
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17:43 01.02.2019
Der Landfrauenverein Pritzwalk und Umgebung hatte in seine neuen Räume zum Tag der offenen Tür eingeladen, und viele Menschen kamen.
Der Landfrauenverein Pritzwalk und Umgebung hatte in seine neuen Räume zum Tag der offenen Tür eingeladen, und viele Menschen kamen. Quelle: Bernd Atzenroth
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Pritzwalk

Es kommt selten genug vor, dass die Mitgliederbilanz bei Vereinen eine steigende Tendenz hat. Die Pritzwalker Landfrauen bilden hier eine positive Ausnahme. „Wir sind wieder 85 Mitglieder“, freut sich die Vorsitzende Kathrin Maaß. Dass der Landfrauenverein einen festen Platz im Pritzwalker Vereinsleben und im Herzen vieler Bewohner hat, zeigte sich auch am Freitag beim Tag der offenen Tür in den neuen Räumlichkeiten der Landfrauen.

Der Tag der offenen Tür beim Landfrauenverein Pritzwalk und Umgebung war ein zwangloses Treffen zum Klönen und zum Kennenlernen des Vereins. Hier ein paar vom Nachmittag im alten Stadt- und Brauereimuseum, wo die Landfrauen ihr Domizil haben.

Die waren rappelvoll vorwiegend mit Frauen, die gerne miteinander Kuchen oder Schnittchen vom liebevoll zubereiteten und präsentierten Buffet aßen und dabei ins Gespräch vertieft waren. Viele von ihnen hatten sich lange nicht gesehen und viel zu erzählen.

Handarbeits- und Kreativfrauen

Im zweiten Raum stellten die Landfrauen die Palette der Dinge her, die sie selbst stricken oder basteln. Das tun sie in zwei Gruppen: Die Handarbeitsfrauen kümmern sich vor allem um Socken und Schuhe, die den Besuchern vieler regionaler Märkte sehr vertraut sein dürften. Dazu kommen aber noch andere Sachen von der Gruppe der Kreativfrauen.

Sie alle treffen sich regelmäßig, es gibt einen Mittwochs- und einen Donnerstagstermin. Die Vorsitzende erzählt mit Begeisterung davon, wie es dabei zugeht, wenn die Frauen im Garten sitzen und die Wolle strickfertig machen. Alle freuen sich darauf, bald die Webstühle im Pritzwalker Museum nutzen zu dürfen.

2018 boten sie die Endprodukte alleine auf 37 Weihnachts- oder Ostermärkten an. Das ist beachtlich alleine deswegen, weil sie sich allesamt ehrenamtlich engagieren.

Neue Impulse durch die Nähe zu anderen Vereinen

Seit dem Herbst haben die Landfrauen die ehemaligen Archivräume im alten Stadt- und Brauereimuseum bezogen, ein Stockwerk über der Kreismusikschule und auch in einem Gebäude mit den Kunstfreunden Pritzwalk. „Das ist eine schöne Mischung aus allem geworden“, meinte Kathrin Maaß in ihrer Begrüßungsansprache. Sie erhofft sich auch „neue Impulse dadurch, dass wir an die anderen Vereine heranrücken“. Mit den Kunstfreunden scheint das schon gut zu klappen – für den Vorstand brachten Horst und Ingrid Kontak einen kleinen Geschenkegruß vorbei.

2018 waren die Landfrauen auf 37 Märkten vertreten

Das zwanglose Zusammensein an diesem Nachmittag ist auch als Mitgliederwerbung zu verstehen. Denn auch wenn wieder mehr Frauen dabei sind, möchten die Landfrauen ein etwas jüngeres Klientel für sich begeistern – etwa berufstätige Frauen, deren Kinder gerade aus dem Haus sind. Sie selbst ist übrigens dereinst mit 27 Jahren dazugekommen und von Ilona Lemm für die Landfrauen begeistert worden. Mittlerweile hat sie ihre Schwestern und sogar ihre Tochter für die Landfrauen begeistert.

Wer die Landfrauen nicht auf Märkten sieht, nimmt sie oft wahr , wenn sie bei Veranstaltungen für die Beköstigung sorgen, jüngst etwa bei der Übergabe der Förderbescheide der Jugend- und Kulturstiftung der Sparkasse Prignitz.

„Ein Anruf genügt, und wir sind da“

„Ein Anruf genügt, und wir sind da“, betont Kathrin Maaß. Wobei der viele Aufwand, den die Frauen da ehrenamtlich betreiben, für Außenstehende kaum zu sehen ist.

Das Angebot der Landfrauen ist noch vielfältiger. Einmal im Monat bieten sie eine Veranstaltung an, sei es eine Buchlesung oder eine Fahrt.

Dabei kann auch der landwirtschaftliche Aspekt im Vordergrund stehen. Es gibt bei uns zwar weniger Frauen, die Landwirtin sind“, sagt dazu Kathrin Maaß, „Auch im ländlichen Pritzwalk ist der Bezug dazu noch da.“ So bieten die Landfrauen sowohl Fahrten zum Heubauern als auch in eine große Zuchtanlage an – „unsere Mitglieder sollen sich selbst ein Bild machen können“.

Viele Termine für 2019 stehen schon fest

Der Vorstand tagt einmal monatlich. Neben Kathrin Maaß gehören ihm Bärbel Baude – laut Maaß „die Seele des Vereins“ –, Doris Siemens, Regina Drewitz, Ute Hartfuß, Ingrid Benn und Ilona Lemm an.

Die nächste Veranstaltung der Landfrauen findet bereits am kommenden Freitag, 8. Februar, um 15 Uhr statt. Dann spricht Anne-Katrin Wachs über die „Balance für Körper, Geist und Seele“. Auf dem Terminkalender stehen auch die Frauentagsfeier am 8. März mit „Das Duo – die zwei von nebenan“, eine Tagesfahrt zum Frühlingsfest in Wulfersdorf am 20.  März, eine „Kutsch-Auto-Radtour“ nach Sarnow zjum Hof von Mario Ortlieb am 26. April, eine Fahrt nach Rheinsberg am 21. Mai, ein Besuch im japanischen Garten von Bartschendorf am 18. Juni sowie am 7. September die Fahrt zum Landeserntefest in Passow in der Uckermark.

Wer sich für den Landfrauenverein interessiert, kann sich an Bärbel Baude wenden, entweder unter 03395/30 01 18 oder 0174/1 60 71 32.

Von Bernd Atzenroth