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Pritzwalk Welle der Hilfsbereitschaft für erkrankten Jonas Ferner
Lokales Prignitz Pritzwalk Welle der Hilfsbereitschaft für erkrankten Jonas Ferner
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00:19 07.05.2019
Großer Andrang bei der Typisierungsaktion für Jonas Ferner. Quelle: Stephanie Fedders
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Pritzwalk

Es war ein Kraftakt für die Organisatoren, aber es hat sich gelohnt: Der Aufruf zur Typisierung für den an Leukämie erkrankten Jonas Ferner aus Beveringen löste am Sonnabend eine riesengroße Welle der Hilfsbereitschaft aus. Schon nach einer Stunde waren 200 neue Stammzellenspender registriert und bis 15 Uhr sollten es mehr als 600 werden.

Lange Schlange vor der Sporthalle

Als schieren „Wahnsinn“ empfand Janine Gellert den tollen Zuspruch und den Andrang in der Sporthalle der Jahn-Grundschule. Eine lange Schlange hatte sich schnell gebildet, als die Türen zur Halle um 10 Uhr geöffnet wurden. Gellert gehörte zum Organisationsteam der Aktion und dirigierte die Menschenmenge an die Tische, an denen weitere Helfer saßen und die Typisierungen vornahmen.

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Pritzwalks Bürgermeister Ronald Thiel (links) ließ sich auch registrieren. Dafür war ein Wangenabstrich notwendig. Quelle: Stephanie Fedders

Alle, die mit anpacken wollten, hatten sich schon Stunden vorher zur Einweisung getroffen. Mara Scherner und Anna-Lena Schmidt, Werksstudentinnen bei der gemeinnützigen DKMS, die die Deutsche Knochenmarkspenderdatei betreut, übernahmen diese Aufgabe und waren für alle Helfer Ansprechpartnerinnen.

Das blieben sie auch während die Typisierung lief. Immer wieder wandten sich die Helfer an eine der beiden, wenn sie den Fragenkatalog mit den Freiwilligen durchgingen. Kann man auch mit Rheuma Spender werden? Eine Frau hat keine E-Mail-Adresse, ein Mädchen ist erst 17, kann sie dennoch registriert werden? Für Mara Schwerner keine ungewöhnliche Situation. „Es tauchen immer viele Fragen auf“, weiß die Biologie-Studentin aus Erfahrung.

Großes Lob für die tolle Organisation

Der Termin in Pritzwalk kam sehr kurzfristig zustande, da sich die fünfköpfige Initiatorengruppe um Tino Gutsche erst am 12. April gegründet hat. Umso mehr lobte Mara Scherner die hervorragende Organisation: „Mit den Initiatoren haben wir super Glück gehabt, die sind alle ganz motiviert. Als wir kamen, waren schon alle Tische aufgebaut, die mussten wir nur noch mit unserem Material bestücken.“

Marion Parthe, Melanie Krüger und Bettina Hagemann (von links) übernahmen die Endkontrolle. Quelle: Stephanie Fedders

Die positive Stimmung trotz des traurigen Anlasses nahmen auch die vielen Helfer wahr. Gudrun Franke gehörte dazu, sie ist Kollegin von Tino Gutsche bei der Bildungsgesellschaft Pritzwalk. „Ich bin beeindruckt, dass so viele gekommen sind“, sagt sie. Am Tisch für die Endkontrolle saßen Bettina Hagemann, Melanie Krüger und Marion Parthe. Sie haben den Aufruf per Whatsapp bekommen und gleich weiter Werbung gemacht. „Meinen Patienten habe ich den Flyer mitgegeben“, erzählt die Zahnärztin Marion Parthe aus Dahlhausen.

Große Unterstützung leistete auch das Deutsche Rote Kreuz, das mit 30 Kräften verschiedener Einsatzgruppen aus Pritzwalk, Perleberg und Wittenberge vor Ort war. „Einfacher geht es nicht. Man nimmt sich fünf Minuten Zeit und rettet ein Leben“, sagt Annett Meglin. Viele DRK-Helfer haben sich auch registrieren lassen.

Silvana Wildermann (links) und Annett Meglin waren vom DRK dabei. Quelle: Stephanie Fedders

Nächste Hilfsaktion für Jonas Ferner ist schon in Planung

Dazu gehörte ebenso Pritzwalks Bürgermeister Ronald Thiel, der beeindruckt war von der Resonanz. „Es ist schön zu sehen, dass es bei solch einer Aktion keine Grenzen gibt und man nicht allein ist“, sagte der Verwaltungschef im Hinblick auf die Unterstützung aus der Region, unter anderem durch die Feuerwehren aus Halenbeck und Karstädt.

Tino Gutsche will es nicht bei dieser Aktion belassen, um seinem Freund Jonas zu helfen. „Wir wollen nachhaltig an dem Thema dran bleiben und ein Netzwerk aufbauen“, verspricht er. Die nächste Veranstaltung ist schon in Planung: Am 25. Mai soll es ein Benefizspiel im Pritzwalker Hockey-Stadion geben. Auch da wollen Gutsche und alle Helfer wieder für die Knochenmarkspende werben.

Von Stephanie Fedders