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Pritzwalk Poetisches zwischen Jung und Alt
Lokales Prignitz Pritzwalk Poetisches zwischen Jung und Alt
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16:00 15.11.2019
Hannelore Spange las ihnen das „Tapfere Schneiderlein“ vor. Quelle: Frank Pieperhoff
Pritzwalk

Im Seniorenzentrum Christophorus saßen sie und warteten auf die Kinder. Eine Seite war bestuhlt, die andere Seite wurde für die Rollstuhlfahrer freigehalten. Möglichst sämtliche Bewohnerinnen und Bewohner gleichzeitig in die Cafeteria zu versammeln, erfordert eine gewisse logistische Leistung. Bereit gestellt wurden zwölf Stühle für die jungen Gäste. Ob sechs oder vielleicht 36 Kinder kommen, war den Senioren nicht ganz klar. Beschützt durch die Lehrerinnen kamen sie dann still und leise durch die mittige Gasse der Senioren. Die Klassenlehrerin Beate Robrecht und ihre Kollegin verteilten Sitz- und Stehplätze für die letztendlich 18 Kinder.

Der glatte und glänzende Apfel

Den Bundesweiten Vorlesetag hat die Jahn Grundschule zum Projekttag erklärt. Innerhalb und außerhalb der Schule finden Aktivitäten zum Thema statt. Es wird gelesen, zugehört und auch Sport getrieben. Die Klasse Flex A von Beate Robrecht, zusammengesetzt aus Jahrgangsstufe 1 und 2, hatte sich auf die Lesung zweier Geschichten vorbereitet. Diese wurden am Freitag den Senioren vorgetragen.

Die älteren Kinder entschieden sich für „das Märchen vom hässlichen Apfel“. Die Geschichte wurde von Kind zu Kind weitergetragen, abgelesen von Zetteln mit den großen Buchstaben. So verführte der schöne, glatte und glänzende Apfel die Augen, die Zähne und die Zunge. Der Magen sprach, ebenso die Haare und der Kopf. Es entstand ein Dialog und letztendlich die Ablehnung: Der Kopf möchte keinen Apfel aus der Apfelfabrik. Er möchte einen Apfel, welcher im Regen nass wird und in der Sonne wieder trocknet. Schönheit hin, Schönheit her.

Kleine Helden

Kinder aus der Klasse Flex A der Pritzwalker Jahngrundschule waren für die Vorleseaktion ins Seniorenzentrum Christophorus gekommen. Quelle: Frank Pieperhoff

Ob die Kinder sich selbst schon einmal eine Geschichte ausgedacht hätten? Oder können sie sich an Träume erinnern? Ja, das geht: Pia aus der ersten Klasse hatte einen bösen Traum mit einer Oma. Raffael aus der ersten Klasse hatte einen bösen und ekligen Traum von einer Schlange. Zezillia aus der zweiten Klasse kann vielleicht helfen: Sie möchte Superheldin sein.

Kleine Helden sind sie schon. Denn als Erstklässler etwas vor unbekannten Senioren vorzutragen, erfordert viel Mut. Der Einrichtungsleiter des Seniorenzentrums, Bernd Bartel, erkennt das respektvoll an. Schon allein die Begegnung der Senioren mit den Kindern sei großartig. Neben den traditionellen Festtagen ist diese Veranstaltung für ihn eine Sonderveranstaltung. Ein Aufwand, der sich lohnt.

Lesen öffnet die Welt

Für die Schülerinnen und Schüler lohnt es sich auch. Die Jahngrundschule lädt Menschen aus den Bereichen Politik, Kultur und Sozialwesen ein, um Lesungen zu veranstalten. Oder wie die Klasse Flex A werden kleine Exkursionen gestartet. Es ist ein Projekttag der den Kindern neue Perspektiven öffnet.

Der Bundesweite Vorlesetag wurde 2004 durch „Die Zeit“, die Stiftung Lesen und die Deutsche Bahn initiiert. Am Freitag fand dieser zum 16. Mal statt. Er stand unter dem Motto „Sport und Bewegung“.

Von Frank Pieperhoff

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