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Prignitz Pritzwalker Kantor übernimmt Posaunenchor
Lokales Prignitz Pritzwalker Kantor übernimmt Posaunenchor
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18:51 06.01.2014
Maxim Burtsev an der Orgel in der Pritzwalker Winterkirche.
Maxim Burtsev an der Orgel in der Pritzwalker Winterkirche. Quelle: Beate Vogel
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Pritzwalk

Wenn der neue Pritzwalker Kantor Maxim Burtsev die Schuke-Orgel von 1956/57 in der Pritzwalker Sankt-Nikolai-Kirche erklärt, klingen dem Laien schnell die Ohren: Nicht nur deshalb, weil der ausgebildete Organist die verschiedenen Töne an der Klaviatur jeweils anschlägt, um die Unterschiede deutlich zu machen. "Hier ist das Oberwerk und da das Brustwerk", erläutert er, zieht Register und tritt Pedale. Man merkt, dass der 43-Jährige das Spiel auf dem anspruchsvollen Instrument liebt.

Der Kantor hat zum 1. November 2013 seinen Dienst angetreten. Jetzt ist die "Schonzeit" vorbei. Am Freitag wird er die Bläserarbeit im Pritzwalker Ortsteil Falkenhagen übernehmen. Der Pfarrer im Ruhestand Ulrich Preuß hatte den Posaunenchor vertretungsweise geleitet, seit die vorherige Kantorin Rebekka Leitloff den Kirchenkreis verlassen hat. Er übergab dem Kantor am Montag symbolisch eine Posaune. Die Kindergruppe soll Burtsev ab dem Frühjahr unterrichten. Bis dahin muss er noch seine Fähigkeiten an den Blechblasinstrumenten verbessern, sagt er.

Dabei hat der gebürtige Russe eine weitreichende musikalische Ausbildung, erzählt er. Anders als in Deutschland ist für den Besuch einer Musikhochschule in Russland eine Vorbildung zwingend: "Man muss eine Musikakademie absolvieren, sonst kann man nicht studieren", so Burtsev. Bereits als Kind sang er im Kinderchor, später erlernte er das Bajan, das russische Knopfakkordeon. An der Hochschule in Nischni Nowgorod erlernte Burtsev während seines Studiums die Orgel und wurde Klavierstimmer. "Dazu wollte ich natürlich auch noch Klavier spielen, und so ging ich ein zweites Mal zur Musikakademie, um das zu lernen." Danach arbeitet er als Musiklehrer, Klavierspieler und an der Musikakademie.

Durch Kontakte seiner lutherischen Gemeinde in Jaroslawl in die Region um Kassel kam Burtsev nach Deutschland. Er war geschickt worden, um eine Orgel für seine Kirchengemeinde abzubauen und für später in der Heimat wieder aufzubauen. Zunächst war er Gast, 2001 kam er für ein Praktikum bei der Orgelbaufirma Werner Bosch im Kreis Kassel. Es folgte ein Kurs, in dem der Musiker lernte, wie man eine Orgel abbaut. 2004 legte er in Hessen die Prüfung ab. Im gleichen Jahr schrieb Burtsev mehrere Musikhochschulen in Deutschland an und bemühte sich um ein Stipendium beim diakonischen Werk. Ab 2006 konnte er an der Musikhochschule in Dresden studieren. "Dort lernte ich dann meine jetzige Frau Valerie kennen", erzählt er.

Zu Burtsevs Aufgabenbereich gehört neben der Kantorei die Leitung des Kinderchores in Pritzwalk, die er ab Februar übernehmen wird. Außerdem startet Burtsev jetzt mit der Bläserarbeit. "Bei meiner vorherigen Stelle war die Posaunenarbeit ehrenamtlich und ich hatte dort zwei Streichorchester und Blockflöten", blickt er zurück. "Als Kirchenmusiker muss man viel können", meint er. Unterstützt wird er dabei von seiner Frau Valerie, die Flöte spielt.

Burtsev hofft, dass seine neue Stelle etwas für länger ist: "Wenn es klappt, möchte ich hier bis zur Rente bleiben." Ihm gefallen die Arbeitsbedingungen für Kirchenmusiker in Brandenburg, sie seien besser als in Sachsen, wo der Druck wegen der Sparmaßnahmen groß sei. Außerdem seien die Arbeitswege kurz: Das Ehepaar wohnt in der kircheneigenen Wohnung in der Grünstraße. So könne der Organist in der Pritzwalker Sankt-Nikolai-Kirche seine geforderten acht Stunden pro Woche an der großen Schuke-Orgel üben.

Von Beate Vogel

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