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Prignitz Projekttage mit dem Rapper Zweischneidig
Lokales Prignitz Projekttage mit dem Rapper Zweischneidig
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18:41 18.01.2018
Ein Selfie mit dem Rapper für Franka Jager und Emely Saldsieder (r.). Quelle: Fariba Nilchian
Pritzwalk

Eine Rauscherfahrung hatten die Jugendlichen in der Turnhalle der Freiherr-von-Rochow-Schule - allerdings nur eine visuelle. Der Rapper Zweischneidig alias Martin Rietsch hat den Siebt- und Achtklässlern eine Rauschbrille mitgebracht, mit der die optischen Eindrücke bei 1,3 Promille Alkoholgehalt simuliert werden. Keine angenehme Erfahrung, wie die zwölf bis vierzehnjährigen Jugendlichen berichten, während sie mit der Brille einen kleinen Geschicklichkeitsparcours absolvieren. Als schwindelig, unangenehm und wackelig beschreiben sie das Empfinden. Aber warum trinkt man dann Alkohol? Eine Frage, die sich nach dieser Erfahrung zwangsläufig aufdrängt. So kommen die Jugendlichen ganz ohne erhobenen Zeigefinger und Moralpredigten zu den richtigen Schlussfolgerungen.

Gleich zwei Ziele hatten die Projekttage mit dem Rapper Zweischneidig in der Pritzwalker Rochowschule: Zum einen ging es darum, Suchtverhalten vorzubeugen, zum anderen ging es um den Abbau von Vorurteilen und den Kampf gegen Rassismus. Hier ein paar Eindrücke aus der Schule.

Der Musiker und ausgebildete Präventionsberater Zweischneidig tourt bereits seit dem Jahr 2000 an deutschen Schulen. Ein inhaltlicher Schwerpunkt ist das Projekt „Suchtlos“, das sich der Prävention von Suchtverhalten in allen Formen widmet. Von Alkohol und Zigaretten, bis hin zu Playstation, PC und Social Media. Mit der Initiative „Against Racism“ kämpft er gegen das Entstehen von Vorurteilen und Rassismus.

Wie er aus eigener Kraft Drogen und Kriminalität hinter sich ließ

„Toleranz und Respekt voreinander sind die große Präambel, unter der wir das hier machen“, erklärt die Schulleiterin Gisa Michaelis ihre Motivation zu der Veranstaltung. „Die Themen Rassismus und Zivilcourage ziehen sich durch alle Klassenstufen.“ Zweihundert Schüler nehmen an den beiden Projekttagen mit dem farbigen Rapper aus Bad Münder teil und in der Turnhalle herrscht reges Treiben. Es wird gesungen und getanzt, Filme werden gezeigt und die schwierigen Themen werden spielerisch mit Quizfragen bearbeitet.

Der Rapper erzählt in der Oberschule aber auch von seiner eigenen Geschichte. Er erzählt von seiner Kindheit ohne die leiblichen Eltern und ohne die richtigen Vorbilder. Mit dem rassistischen Mobbing seiner Umgebung musste er als Kind allein umgehen. „Lauf schneller Neger“, konnte sein Fußballtrainer ihm damals ungestraft zurufen, seine Pflegeeltern unternahmen nichts. Mit dem Rappen fing als Jugendlicher auch eine Zeit des Drogenkonsums für ihn an. In der Folge wurde er obdachlos, kam in Konflikt mit dem Gesetz und mit fünfzehn Jahren in Jugendarrest. „Man muss nicht jede Erfahrung machen, um zu wissen was gut ist“, sagt der Musiker heute, „die Grenze zwischen Genuss und Sucht ist fließend“. Die Wende kam für Martin Rietsch, als er während einer Bewährungsstrafe bei einer Rentnerin Unterschlupf fand. „Sie hat mir viel Liebe gegeben und mir christliche Werte ­vermittelt. Ich bin dann auch selber Christ geworden und nur so konnte ich aus eigener Kraft die Drogen und die Kriminalität hinter mir lassen.“

Zivilcourage statt Gruppenzwang

Die Jugendlichen hängen in der Turnhalle an den Lippen des Rappers. Da steht jemand, der weiß, wovon er spricht. Jemand, der in ihrem Alter echte Probleme hatte, sie aber erfolgreich bewältigt hat. „Das war interessant“, sagt Max Klemann, „Zweischneidig ist echt cool.“ Der Rapper stellt den Jugendlichen die richtigen Fragen, er regt zum Denken an, ohne sie zu bevormunden. „Warum trinkt man auf dein Wohl oder auf deine Gesundheit?“ fragt er in die Runde. „Alkohol ist nicht gesund, in größeren Mengen schädigt er sogar jedes Organ im Körper.“

Dinge, die mit großer Selbstverständlichkeit unseren Alltag prägen, werden im Projekt neu hinterfragt. Die Jugendlichen können sich eine eigene Meinung bilden und diese dann auch vertreten. Zivilcourage kann so an die Stelle von jugendlichem Gruppenzwang treten – so die Hoffnung der Veranstalter. Der dreizehnjährige Vincent Knacke hat für sich schon einen Entschluss gefasst: „Mit ausländerfeindlichen Leuten will ich zukünftig nichts mehr zu tun haben.“

Von Fariba Nilchian

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