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Prignitz Alles Eigenbedarf? Polizei findet mehrere Kilogramm Drogen bei Prignitzer
Lokales Prignitz Alles Eigenbedarf? Polizei findet mehrere Kilogramm Drogen bei Prignitzer
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17:16 04.09.2019
Vor dem Landgericht Neuruppin muss sich derzeit ein 39-Jähriger aus dem Amtsbezirk Bad Wilsnack wegen Drogenhandels verantworten. Quelle: Helge Treichel
Neuruppin

Florian S. dachte, alles, was mit Drogen zu tun hat, 2007 hinter sich gelassen zu haben. Zehn Jahre lang klappte das auch. Dann wurde seine Mutter schwer krank und starb sechs Monate später.

Da griff der 39-Jährige wieder zu Betäubungsmitteln. Die brachten ihn nun vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Enddreißiger aus dem Amtsbezirk Bad Wilsnack „Handel mit Drogen in nicht geringer Menge“ vor.

Polizist nennt die Drogen „ein mittelprächtiges Werk“

„Ein mittelprächtiges Werk“ nannte ein Polizeibeamter vor dem Landgericht Neuruppin die Mischung von Drogen, die er und seine Kollegen bei einer Durchsuchung am 20. Februar 2018 im Haus und im Nebengebäude des Hauseigentümers fanden. Ecstasy, Amphetamine, LSD-Trips, Cannabis, Marihuana und halluzinogene Pilze gehörten zum umfangreichen Sortiment.

Aufmerksamer Nachbar

Auf den Angeklagten war die Polizei durch einen Hinweis eines Nachbarn gekommen, der meinte, bei Florian S. gehe es nicht mit rechten Dingen zu. Der Anwohner gab die Kennzeichen von Fahrzeugen durch, die immer nur für kurze Zeit vor dem Grundstück hielten. „Einige waren uns bekannt im Zusammenhang mit Drogendelikten“, sagte ein Beamter.

Der Verdacht gegen Florian S. erhärtete sich, als er von der Polizei angehalten wurde, keine Papiere dabei hatte und die Polizisten nicht ins Haus lassen wollte.

Durchsuchung im Haus von Florian S.

So kam es letztendlich zu der Durchsuchung. Auf der Wache, wie der Beamte sagte, hatte Florian S. den Besitz von Drogen eingeräumt, nicht aber den Handel damit.

Davon rückte er vor Gericht ab – jedenfalls teilweise. Das bei ihm gefundene Cannabis im Kilogrammbereich habe er zum Teil selbst verbraucht. Er selbst vermutet, durch die Situation mit seiner Mutter in eine Depression gerutscht zu sein.

Drei Gramm Cannabis pro Tag

„Ich habe mich ziemlich gehen lassen, habe Haus und Garten vernachlässigt.“ Und seinen Drogenkonsum erheblich gesteigert. Er habe locker pro Tag drei Gramm Cannabis verbraucht. Die Menge hätte er nach eigenen Angaben nicht bezahlen können, wenn er nicht an Bekannte verkauft hätte.

Anders verhalte es sich aber mit den 30 Kilogramm Marihuana, die er eigenhändig gesammelt und nicht gekauft oder selber gezogen habe. „Das war vom Wirkstoffgehalt so schlecht, dass es kaum zu verwenden war. Es war meine Nachlässigkeit, dass ich es nicht direkt auf den Kompost geworfen habe“, sagte er.“

LSD-Papier mit Comicfiguren

Den Besitz anderer Drogen wie halluzinogene Pilze erklärte er mit „seiner Experimentierfreudigkeit und seinem Interesse an exotischen Betäubungsmitteln“. Seiner Sammelleidenschaft seien die mit Figuren wie Bart Simson und Spiderman bedruckten LSD- Papiere geschuldet.

Manche habe er sich auf Parties besorgt, wieder andere habe er geschenkt bekommen von Leuten, die ihn als Comic-Fan kannten. Er ging davon aus, dass diese Papiere keinen Wirkstoff enthielten. Ob das so ist, will das Gericht noch prüfen lassen.

Vom Rheinland in die Prignitz

Der Angeklagte hat ein wechselvolles Leben hinter sich. Geboren und aufgewachsen im Rheinland, lebte er fünf Jahre lang in Hamburg. Seit 2015 ist er in der Prignitz zu Hause.

Mit dem Gesetz kam er das erste Mal wegen Drogen mit 17 Jahren in Konflikt. 2007 wurde er wegen Drogenhandels zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Dann war „bis 2018 Ruhe im Karton“, wie sein Verteidiger sagt. Bis zu dem Zeitpunkt, als ihn die Krankheit seiner Mutter aus der Bahn warf.

Angeklagter sagt, er sei jetzt clean

Seit der Durchsuchung vor eineinhalb Jahren rauche er kein Haschisch mehr. „Seitdem bin ich clean“, sagt der Angeklagte.

Die erste Große Strafkammer will voraussichtlich am 12. September ein Urteil gegen Florian S. verkünden.

Von Dagmar Simons

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