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Putlitz Kleeste wird 600 Jahre alt und alle feiern mit
Lokales Prignitz Putlitz Kleeste wird 600 Jahre alt und alle feiern mit
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00:22 03.07.2019
Kein Wegelagerer, sondern ein „Wegelaberer“ alias Magister Jörg von Winterfeld war gekommen, um das „Volk“ bestens zu unterhalten. Quelle: Kerstin Beck
Kleeste

Aufgehängte Liebestöter und Warpröcke hier und da in dem kleinen Dorf nahe der mecklenburgischen Grenze. Wird hier etwa heute – am Samstag – ein gemeinsamer Waschtag begangen? Vor einem Grundstück steht ein Schild: „Schön, daß ihr da seid“. Mit Wäschemangel und Uralt-Radio.

Diese beiden jungen Damen boten sogar einen "Zacken aus der Krone von Königin Luise" und "Haare vom Lieblingshund Friedrich des Großen" feil. Quelle: Kerstin Beck

Kleeste (Amt Putlitz-Berge) hat sich historisch herausgeputzt, denn hier wird schon seit Wochen ganz gemächlich die 600-Jahrfeier begangen: 1419 wurde das Runddorf erstmals als „to Clesten“ erwähnt.

Zugang gibt es zu einen ehemaligen und richtig großen Lehnschulzenhof, dessen seltene Pflasterung allein schon eine Sehenswürdigkeit ist. Hier hat Gemeindevorsteher Thomas Gloss in einem der Wirtschaftsgebäude eine sehenswerte Ausstellung zur Geschichte des Dorfes und seiner Bewohner aufgebaut – und zusätzlich können etliche Spinnräder bewundert werden.

Als Besitzer hatte der Ort im Jahr der Ersterwähnung die Familie von Rohr zu Neuhausen, ab 1715 bis 1872 dann die dort sesshafte Familie von Winterfeld. Angereist ist sogar ein Nachkomme der alten Winterfelds. Doch Magister Jörg, der zwar danach aussieht, ist kein Wegelagerer wie die alten Kämpen, sondern ein „Wegelaberer“.

In Kleeste war am Samstag "Wäschetag" zu Ehren der 600-Jahr-Feier des Runddorfes. Quelle: Kerstin Beck

In schönstem Altdeutsch parliert der Komödiant, um sich in seinen eigenen Wortspielen zu verlieren, aber dennoch den Faden wieder aufzunehmen. Der „Herold mit Langfanfare“ sagt über sich: „Seit ich mich im Jahre 1992 erfunden und erdacht habe, ist es mein ständiger Begleiter – das pralle Leben.“ Und beides sorgt hier unter den hohen Eichen dafür, dass bei kleinen und großen Zuhörern wirklich kein Auge trocken bleibt.

„Den habe ich im vergangenen Jahr beim Familientreffen der von Winterfelds kennengelernt, war begeistert und habe gleich Nägel mit Köpfen gemacht“, erzählt Thomas Gloss dazu.

Gemeindevorsteher Thomes Gloss lädt alle Gäste ein, nach Kleeste zu kommen. Quelle: Kerstin Beck

Ein Rundgang führt an den Vorgärten der Anwohner mit Flohmarkt-Ständen vorbei, wo man nicht nur Schönes, sondern auch Wertvolles erwerben kann: Zwei junge Damen bieten tatsächlich einen Zacken aus der Krone von Königin Luise sowie ein Haarbüschel vom Lieblingshund des Alten Fritzen feil – und bei nur zwei Euro heißt es „Zugreifen!“.

Bis zur großen Kaffeeschlacht im Festzelt ist noch Zeit. Bis dahin gibt es eine wunderbare Geschichte, sorgsam, liebevoll, gekonnt und sehr unterhaltend: Die Geschichte über Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, dargebracht vom Lindenberger Marion-Etten-Theater. Und begeisterte Gäste: „Ein großartiges Fest ist das hier!“

Von Kerstin Beck

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