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Putlitz Tausende tanzen auf der größten Goa-Party Brandenburgs
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00:20 25.07.2018
Lichtspektakel an der Hauptbühne – Laserstrahlen, auf den Bass abgestimmt, versetzten die Besucher augenscheinlich in Verzückung. Quelle: Marcus J. Pfeiffer
Putlitz

Durch die Stadt streifen bunt gekleidete Menschen. Das Freibad ist selten so voll. Von weitem ist ein dumpfer leiser Bass zu hören. Besucher aus aller Welt pilgern am Wochenende zu einem der ältesten Festivals seiner Art – zur 26. Voov, der 17. in Putlitz.

Langsam füllt sich am Freitagabend der Campingplatz. Noch ist keine Goa-Musik zu hören. Vom Eingang bis zur Hauptbühne haben internationale Händler ihre Zelte aufgeschlagen. Köstlichkeiten und Accessoire gibt es dort das ganze Wochenende.

Lichteffekte und pulsierender Bass faszinierten hunderte Besucher der Voov bei Putlitz. Es ist eines der ältesten Festivals seiner Art und bekannt für seine einzigartigen Dekorationen und Kunstwerke.

Kurz vor Mitternacht strömen die Besucher in Richtung leiser Musik. „Es war ein Experiment“, sagt Veranstalter Yediyar Isik. Mal nicht laut, sondern mit ruhigen und faszinierenden Klängen startet die Voov – erstmals mit einer Band.

Eine Tänzerin eröffnet das Festival. Im Hintergrund dezente Klänge mit besonderen Instrumenten. Erst danach ertönen die großen Musikboxen. Der Musiker Avalon startet auf der Hauptbühne mit einem satten und klaren Sound. „Wir arbeiten jedes Jahr an unserer Musikanlage“, so der Veranstalter.

Besondere Richtlinien in der Nacht

Das sei auch beim Lärmschutz für die umliegenden Städte und Dörfer bemerkbar. „Die nächtlichen Lärmpegelmessungen haben bisher keine Überschreitungen ergeben“, informiert Ordnungsamtsleiter Peter Jonel später. Die Intensität sei aber auch immer vom Wind abhängig.

Von 22 bis 6 Uhr gelten besondere Richtlinien für die Nachtruhe. „Seit vier Jahren übernehmen wir als Behörde die Messungen“, so Jonel. Er bekommt vom Lärmschutzbeauftragten die Ergebnisse direkt auf seinen Computer und könne schnell reagieren.

Fast 55 Stunden lang kam es auf der Tanzfläche nicht zur Ruhe. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Bis in die frühen Morgenstunden des Montags hinein wollen die etwa 4000 Besucher auf der Voov tanzen und feiern – in atemberaubender Kulisse. In diesem Jahr legt der Veranstalter viel Wert auf Holz. „Das stammt zum größten Teil aus der Region“, so Yediyar Isik.

Und der Organisator denkt auch schon weiter. Auch in den nächsten Jahren möchte er an den natürlichen Accessoires festhalten. Große Holzpfähle ragen aus dem Boden. Bänke und Tische sind aus Holzstämmen. Auch ein Bauzaun, der das Betreten des Waldes verhindert, ist mit Baumrinde geschmückt.

Zweite Bühne mit Musik

Ganz besondere Laser- und Lichttechnik überstrahlen in der Nacht das Gelände mit seinen vielen einzigartigen Kunstwerken. Dazu zählt auch ein Vogelgott aus Lehm und Holz von einem brasilianischen Künstler. „Er soll die Bevölkerung schützen“, erklärt der Veranstalter.

Ort und Größe des Festivals sind wie im Vorjahr gleich. Viele Veränderungen gibt es nicht. Neu ist aber eine zweite Bühne. Hier ist die Musik aber bedeutend leiser, als auf der Hauptbühne. „Dort wollten wir uns musikalisch ausprobieren“, verrät Yediyar Isik.

Der Vogelgott aus Holz und Lehm eines brasilianischen Künstlers kommt erst im Dunkeln so richtig zur Geltung. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Neu ist auch der neue, sogenannten Chill-out-Bereich. Den Platz dort musste er mit seinem Team erstmal herrichten. „Es lag dort ein großer Haufen mit Grünabfällen. Zehn Tage haben wir gebraucht, um ihn auf eine gerade Fläche abzutragen“, so der Veranstalter.

Die Kommune schätze die Voov sehr. „Wir alle haben was davon“, sagt Peter Jonel. Die Gäste sind zwar jünger geworden, feiern aber weitestgehend friedlich miteinander. „Bisher gab es auch keine telefonischen Beschwerden laut der Polizei“, teilte der Ordnungsamtsleiter in einem Sicherheitsgespräch während des Festivals mit. Eine Auswertung erfolgt am Montag.

Von Marcus J. Pfeiffer

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