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Putlitz Putlitzer Schüler lernen gesunde Ernährung
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17:52 05.03.2019
Mit Spaß dabei: Linda Otto zeigt den Putlitzer Schülern, wie man seinen Atem kontrollieren kann. Quelle: Stephanie Fedders
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Putlitz

Das Tohuwabohu im Klassenzimmer war gewollt. Keiner schimpfte und rief zur Ordnung, als die Jungen und Mädchen der zweiten Jahrgangsstufe an der Grundschule Putlitz wie aufgedreht herumalberten und dabei noch versuchten, einen kleinen Styroporball mit Hilfe eines Blasrohres in der Luft zu halten.

Grundschule Putlitz erstmals dabei

So sah der Auftakt aus zu einem Projekt, das die Kinder sensibilisieren soll für gesundes Essen und körperliche Fitness. Schule 2000 heißt die Aktion, die 1991 vom Lungenfacharzt Pál Bölcskei ins Leben gerufen wurde.

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Erstmals dabei ist die Grundschule in Putlitz, die mit beiden Flex-Klassen teilnimmt. Als Begleiterin steht den Mädchen und Jungen Linda Otto zur Seite, die als Köchin und Ernährungsberaterin mit eigener Praxis voll im Thema steckt.

Atemübungen für die Entspannung der Kinder

Eine große Tasche voller Materialien steht bereit für die erste Unterrichtseinheit, in der die Mädchen und Jungen spielerisch an die Thematik herangeführt werden. Den kleinen Styroporball so lange wie möglich in der Luft zu halten, macht nicht nur Spaß und sieht lustig aus – dahinter steckt auch ein ernst zu nehmender Ansatz – nämlich den Atem zu trainieren.

Als auch dem letzten die Puste ausgeht, legt Linda Otto den Hebel um. Alle nehmen wieder Platz. „Anlehnen, Füße auf den Boden, Augen zu“, fordert Otto. Sie zeigt eine Übung, wie man seinen Atem nutzen kann, wenn man aufgeregt ist, beispielsweise vor einer Klassenarbeit – Neuland für die Kinder.

Aber das ist das Gute an dem Projekt – allen bleibt genug Zeit, sich mit Prävention zu beschäftigen. Die Teilnahme geht über vier Jahre und wird die Kinder bis zur vierten, beziehungsweise fünften Klasse begleiten.

Noch gibt es Süßigkeiten zum Frühstück

Unterstützung bekommt die Schule von Patin Anja Wenglewski, die das Projekt finanziell unterstützt. Als Chefin eines Pflegedienstes weiß sie um die langfristigen Folgen, wenn ihre Patienten Raubbau am eigenen Körper betreiben. „Das Projekt ist gut geeignet, Kinder frühzeitig zu sensibilisieren“, sagt Wenglewski, die die Nachhaltigkeit lobt.

Nach einer Unterrichtsstunde ist der Anfang gemacht und die Klasse hat Zeit zu frühstücken. Die Dosen werden hervorgeholt und geben den Blick auf den Inhalt frei. Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke kommen zum Vorschein. Das wird in spätestens vier Jahren hoffentlich nicht mehr der Fall sein.

Von Stephanie Fedders