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Prignitz Schlaffke sieht sich als Alternative
Lokales Prignitz Schlaffke sieht sich als Alternative
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00:19 11.08.2017
Thomas Schlaffke ist einer von vier Bewerbern für den Chefsessel im Pritzwalker Rathaus. Gewählt wird am 24. September. Quelle: Bernd Atzenroth
Pritzwalk

Er ist der vierte Kandidat im Rennen um das Pritzwalker Bürgermeisteramt, dabei hatte er Anfang des Jahres als erster seinen Hut in den Ring geworfen und die anderen damit unter Zugzwang gesetzt: Thomas Schlaffke tritt für die AfD an, um das Pritzwalker Rathaus zu erobern. Der 48-Jährige sieht sich als Alternative zu allen anderen Kandidaten. „Sie haben in den vergangenen Jahren bereits Zeit gehabt, etwas für Pritzwalk zu bewegen“, sagt er, „und heute ist Pritz­walk die Stadt, die die schlechtesten Straßen hat.“ Es müsse künftig heißen: „Pritzwalk zuerst“. Schlaffke würde auch für eine künftige Kreisstadt Pritzwalk plädieren, „Platz wäre ja im alten Finanzamt“. Die Kreisgebietsreform lehnt er strikt ab und sieht auch in dieser Hinsicht einen Unterschied zu seinen Gegenkandidaten.

Schlaffke weiß, dass seine Partei polarisiert, und beklagt Ausgrenzung. Dabei sei doch eigentlich die Parteizugehörigkeit bei einer Personenwahl in einer Kommune nicht wirklich wichtig. „Kann ein Einzelbewerber nicht genau dieselben Thesen vertreten wie ich?“ fragt er im Hinblick auf Mario Ortlieb.

„So habe ich die AfD Prignitz geformt“

Auf der anderen Seite sieht Schlaffke sich und seine Partei auch als die Anwälte derjenigen, die sich ausgegrenzt fühlen, und pocht darauf, laut Umfragen mindestens 17 bis 20 Prozent der Brandenburger zu vertreten, „mehr als die Linke“. Wenn er auf dem Markt stehe und mit Menschen rede, dann erfahre er von deren Ängsten und Sorgen. „Da denke ich an die Mutter, die sich vor Angst nicht mehr traut, ihre Tochter ins Hainholz zu schicken.“ Und in der Flüchtlingskrise habe die AfD „den Leuten eine Stimme gegeben, die von Bürgermeister Brockmann keine Antwort erhalten haben“.

Über seine eigene Partei sagt er: „Wir haben Leute, die sind wertkonservativ“, sagt er, „aber es gibt auch Leute, die dem rechten Rand nahestehen.“ Der gläubige Katholik sieht sich selbst im wertkonservativen Lager und „so habe ich die AfD Prignitz geformt“. Er vertrete Anschauungen, „die die CDU vielleicht noch 1990 vertreten hat“. Die Abgrenzung zum rechten Rand umreißt er ungefähr so: „National-konservativ zu sein ist etwas anderes, als Nationalist zu sein.“

„2500 Gäste pro Jahr – ist es dann wirtschaftlich?“

Apropos CDU. Dieser hat er auch einmal angehört, zu DDR-Zeiten. Nach der Wende hat er die Partei schnell verlassen, dort sei es dann zu sehr um Posten gegangen. Darum gehe es ihm nicht, er kandidiere in Pritzwalk „aus Liebe und aus Leidenschaft“. Aus finanziellen Gründen müsse er dies nicht machen. Schlaffke muss seinen Wahlkampf im Übrigen selbst finanzieren.

Dem Handelsvertreter für chemische Erzeugnisse liegt das Thema Wirtschaftlichkeit am Herzen. Etwa wenn es um das im Entstehen befindliche Museum in der Tuchfabrik geht: „Die Prognose dafür lautet: 2500 Gäste pro Jahr – ist es dann wirtschaftlich?“ fragt er. Wichtig ist ihm das Gewerbegebiet Prignitz. Auf der jüngsten Kreistagssitzung schlug er vor, dieses in Gewerbegebiet Pritzwalk-Falkenhagen umzubenennen. Davon verspricht er sich eine höhere Chance, es zu vermarkten. Auch für das Hainholz hat er eine Idee: „Für jedes neu geborene Kind sollte man dort einen Baum pflanzen – als Willkommenskultur.“

Von Bernd Atzenroth

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