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Prignitz Schlagzeilen und ein Hauch Magie
Lokales Prignitz Schlagzeilen und ein Hauch Magie
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19:22 14.10.2014
Johannes Giertz will die Schlagzeilen der MAZ vorhersagen. Quelle: Claudia Bihler
Pritzwalk

Eine einzige Karte bleibt zum Schluss übrig, nach einem mehrstufigen Auswahlprozess. "Welche haben Sie sich denn ausgesucht?", fragt Magier Johannes Giertz sein "Medium", das bereits vorher immer wieder eine Auswahl treffen musste: Rot oder Schwarz? Herz oder Karo? Jetzt, zum Schluss wählte das Medium: "Herz Zwei!"

Vor Johannes Giertz liegt die ganze Zeit über lediglich eine einzige Karte auf dem Tisch. Er dreht sie langsam um und tatsächlich: Dort liegt ebenfalls die Herz Zwei - zur Verblüffung der Zuschauer. "Das ist das einzige Kunststück, das ich jetzt spontan in der Tasche habe", sagt der 20-jährige Kemnitzer lachend, der gerade erst sein Studium in Deutsch und Chemie aufgenommen hat - auf Lehramt. "Mit diesem Zauberkunststück kann ich immer Mädchen beeindrucken, das klappt ganz gut."

Die wirklich großen, spektakuläreren Kunststücke hebt er sich für seine Zaubershows auf. Mal für Erwachsene, etwa in seiner neuen Show aus seinem studentischen "Leben zwischen Magie und Mensa", bei der statt einer Taube schließlich eine ganze Wäscheleine mit Tanga-Slips aus dem Zylinder hervorgezaubert wird. Mal in der Kindervorstellung, wo es dann doch eher bei Tüchern oder kleinen Süßigkeiten bleibt ("Kinder mögen Klassik"). Und wo Magier Johannes seine Lieblingsdisziplin voll ausspielen kann: "Eigentlich bin ich Comedy-Magier." Denn auch wenn Johannes Giertz inzwischen ein ernst zu nehmender Magier ist: "Meine Shows sollen vor allem Spaß machen."

Spektakulär soll auch das Kunststück sein, mit dem Johannes Giertz in nicht allzu ferner Zukunft nicht nur die Leser der Märkischen Allgemeinen beeindrucken will, sondern auch gleich die Kunden der Sparkasse.

"Ich werde eine Woche vorher vorhersagen, was an einem festzulegenden Tag als Titelgeschichte in der MAZ stehen wird", sagt der Magier selbstbewusst. Dabei soll alles unter strenger Beobachtung stattfinden: "Ich werde auf einem Blatt Papier die Überschrift aufschreiben. Das Blatt kommt in einen Umschlag, der wiederum in einen Acrylkasten gelegt wird." Und damit dann auch wirklich alles mit "rechten Dingen" zugeht, soll die Acrylbox in einem Safe bei der Sparkasse weggeschlossen werden - für eine Woche.

Nach der festgelegten Zeit, also nach dieser Woche, wird der Safe geöffnet und das zuvor Aufgeschriebene mit der Schlagzeile der MAZ verglichen. "Gerne auch vor Publikum", meint der Magier und: "Ich hoffe ja, dass dann an diesem Tag etwas Außergewöhnliches geschehen ist, etwas, das wirklich nicht vorher zu ahnen war."

Ein paar Vorbereitungen muss er noch treffen, bevor die Zaubershow mit der MAZ stattfinden wird. Aber das ist bei allen Shows so. Und davon hat er inzwischen schon einige aufgeführt. Bereits zu seinem fünften Geburtstag bekam der Kemnitzer einen Zauberkasten geschenkt. "Da hab ich dann nur mal reingeschaut, aber dann hab ich ihn gleich wieder in die Ecke geworfen." Mit elf Jahren hat er ihn wieder dann aber wieder rausgeholt: "Im Internet gab's viel über Zauberei, da hab ich dann auch die ersten Tricks gefunden." Der erste, den er vors verehrte Publikum brachte, war beim Dorffest in Kemnitz eine Seilroutine: Ein Zuschauer schnitt ein Seil durch, das durch Johannes Magie wieder zu einem Stück zusammenwuchs.

Wasser in der Zeitung verschwindet ebenso wie Fingerringe der Zuschauerinnen, Dinge tauchen an unvorhergesehenen Orten wieder auf, Geldscheine verwandeln sich in Scheckkarten und umgekehrt - das sind einige Beispiele aus Johannes Giertz' magischem Repertoire, immer in neuen, modernen Formen. Kartentricks liegen ihm eigentlich weniger. Und auch, wenn Comedy sein liebstes Feld ist: Auch mit mentalen Kräften arbeitet er auf der Bühne.

Distanzieren möchte er sich davon, dass seine Magie auf Esoterik oder Übersinnlichkeiten beruht. Auch der Gabelbiegetrick, den er beherrscht: "Natürlich ist es Trick, aber die Leute sollen genießen." Dass auch die berühmten krummen Löffel nur auf Tricks beruhen, habe sich bei Uri Geller gezeigt: "Dem fiel in seinem Heimatland beim Löffelbiegen mal der Magnet aus dem Ärmel."

Zumal die einzelnen Zaubertricks immense Vorbereitungsarbeit kosten. "Dabei hilft mir immer auch mein Bruder Elias." Der Hüter der Zaubertricks ist zwar erst 13 Jahre alt. "Aber beim Requisitenbau ist er mir deutlich überlegen", sagt der große Bruder: "Gleichzeitig ist er mein schärfster Kritiker." Üben, üben, üben: Das ist Johannes Giertz' Grundsatz: Am Wochenende, am Abend, immer wenn Zeit ist. Nicht nur die Tricks, sondern vor allem das Auftreten: "Ich musste das wirklich erst lernen, die Leute pausenlos vollzuquatschen."

Von Claudia Bihler

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