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Prignitz Herrenhaus mit Gartendenkmal
Lokales Prignitz Herrenhaus mit Gartendenkmal
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00:21 20.12.2018
Das Renaissanceschloss in Demerthin gleicht nur von außen einem Schloss. Die Fassade wurde einst aufwendig saniert. Der Innenraum aber außen vor gelassen. Quelle: Sandra Bels
Kyritz

Jeden Tag öffnen wir im MAZ-Adventskalender ein Türchen und erzählen die Geschichte eines besonderen Gebäudes aus der Prignitz und Ostprignitz-Ruppin. Diesmal: das Schloss Demerthin.

Theodor Fontane sagte einst über das Schloss Demerthin, dass es das letzte Renaissanceschloss der Mark Brandenburg ist. Das stimmt nicht ganz. In Königs Wusterhausen gibt es auch noch ein Renaissanceschloss.

Das Demerthiner Schloss wurde gebaut und vollendet im Jahr 1604. Jedoch sind auch noch viel ältere Grundmauern im Schloss Demerthin zu erkennen.

Das Renaissanceschloss war bis zum Jahr 1945 fast lückenlos im Besitz der Familie von Klitzing. Das Gebäude ist ein eher schlicht gehaltener zweigeschossiger Putzbau, der an den Längsseiten dicht nebeneinander stehende übergiebelte Zwerchhäuser trägt. Zwei befinden sich auf der Hofseite und drei auf der Gartenseite. Die Zwerchhäuser überragen das Satteldach und täuschen ein drittes Geschoss des Hauses vor.

Imposanter Eingang

Der Eingang zum vorgelagerten Treppenturm ist imposant mit seiner Eichentür und der Akanthusornamentik. Dazu kommt ein Sitznischenportal aus Sandstein mit Wappentafel. Der Schlosspark mit seinem zum Teil noch erhaltenen alten Baumbestand lädt zum Verweilen ein. Für ihn gab es schon viele Ideen.

Einst wollte ein Ungar dort Wollschweine halten, rückte dann aber von seinem Plan wieder ab. Aktuell wird darüber diskutiert, neben dem Schloss einen Spielplatz zu bauen. Dagegen regt sich jedoch Widerstand von Seiten der Gartendenkmalpflege. Sie fordert unter anderem, ein Konzept für das gesamte Schlossensemble zu entwickeln.

Typische Bauform für Herrenhäuser

Die Schlossanlage zeigt die typische Bauform für Herrenhäuser auf dem Lande vor der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Betritt man das Haus über den vorgebauten Treppenturm, erschließt sich eine imposante Wendeltreppe. Im Erdgeschoss gibt es eine große Wohndiele. Von dort aus erschließen sich die übrigen Räume der unteren Etage. Ein kleines Museum mit bäuerlichem Hausrat von einst findet sich in der unteren Etage.

Eigentümerin des altehrwürdigen Baus ist die Gemeinde Gumtow. Sie hat in der Vergangenheit auch zusammen mit der Familie von Klitzing einiges versucht, um das Schloss zu erhalten. Von einem Verwaltungssitz war unter anderem die Rede. Keine Idee konnte bisher verwirklicht werden. Denn das Schloss sieht nur von außen schön aus.

Marode Decken im Innern

Im Innern hat sich seit Jahren nichts getan. Die Decken sind marode. Stroh hängt von oben herab. Es gibt erheblichen Sanierungsbedarf, den die Gemeinde nicht stemmen kann. Alle Konzepte, die angedacht waren, scheiterten letztlich an der Finanzierung. Auch ein Verkauf ist für die Gemeinde ausgeschlossen. Der Grund: Für die Außensanierung hatte sie Fördermittel bekommen.

Die Decken sind marode. Stroh hängt herab. Quelle: Sandra Bels

Die Gemeinde Gumtow wollte in den Haushalt dieses Jahres rund 121 000 Euro für Sanierungsarbeiten am Schloss einplanen, was aber an der fehlenden Zustimmung der Gemeindevertreter scheiterte. Sie wollen nur mit einer Förderung von 100 Prozent bauen.

Denkmalschutz erteilt Auflagen

Der Denkmalschutz sieht aktuell Probleme am Treppenhausanbau an der rechten Seite. Sein Dach ist marode. Es wurde bei der Außensanierung vor mehr als 20 Jahren nicht berücksichtigt, weil es damals noch hieß, der Turm werde aufgestockt. Er führt nicht ins zweite Obergeschoss des Schlosses. Das ist nur über eine Innentreppe erreichbar. Die Gemeinde muss nun schauen, inwieweit Förderprogramme für diese und einige andere Arbeiten in Frage kommen. Notfalls müssen auch mehrere Töpfe angezapft werden.

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2. Dezember: Wie die Pritzwalker Tuchfabrik zum Symbol für die Industrialisierung wurde.

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Von Sandra Bels

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