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Prignitz Schon wieder Wolfsriss bei Rühstädt
Lokales Prignitz Schon wieder Wolfsriss bei Rühstädt
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15:29 07.10.2018
Von diesem  Kalb der Agrargenossenschaft Abbendorf blieb nicht mehr viel übrig.
Von diesem Kalb der Agrargenossenschaft Abbendorf blieb nicht mehr viel übrig. Quelle: privat
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Rühstädt

Zum dritten Mal innerhalb einer Woche meldet der Geschäftsführer des Bauernbundes Prignitz, Reinhard Jung, jetzt einen Riss von Weidetieren in der Prignitz, die offenbar auf einen Wolf zurückzuführen sind. So habe in der Nacht zu Samstag Wölfe auf den Ländereien der Agrargenossenschaft Abbendorf auf einer Mutterkuhweide in Rühstädt ein Kälbchen gerissen. Das Tier wurde bis auf die Hinterläufe und Teile von Kopf und Genick aufgefressen.

Es handelt sich bereits um das dritte Kälbchen, das die Agrargenossenschaft innerhalb von anderthalb Jahren an das Raubtier verloren hat. „Mir graut davor, dass diese furchtbaren Bilder für uns zum Alltag werden könnten, wenn der Wolf sich hier weiter ausbreitet“, sagt Falk Dahms, der im Agrarbetrieb für die Mutterkühe verantwortlich ist.

Drei Fälle innerhalb einer Woche

Die Vorfälle häufen sich. So hatten offenbar in der Nacht zu Dienstag der vergangenen Woche Wölfe auf einer Schafweide bei Lenzen gewildert. Zwei Tiere wurden durch einen Kehlbiss so schwer verletzt, dass sie notgetötet werden mussten. Ein drittes Schaf war durch einen Keulenbiss verletzt worden. Es war zunächst verarztet worden. Ein weiterer Angriff hatte sich vor einer Woche in Bad Wilsnack ereignet. Auch dort waren Schafe angegriffen worden.

Bad Wilsnack und Legde/Quitzöbel hatten sich aus Protest gegen die Ausbreitung der Wölfe im September zu Wolfsfreien Zonen erklärt und von der Landesregierung die Freigabe von Abschüssen gefordert, in Rühstädt steht ein solcher Antrag auf der Tagesordnung der nächsten Gemeindevertretersitzung. Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung, Biobauer aus Lennewitz, fordert die Verantwortlichen im Biosphärenreservat in Rühstädt auf, Sorgen ernst zu nehmen, die aus der Bevölkerung heraus geäußert werden. „Ich befürchte, dass sonst die Akzeptanz für Naturschutz in unserer Region leiden wird.“

Von MAZ-online