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Prignitz Löcknitztaler Musikanten feiern 50-jähriges Bestehen
Lokales Prignitz Löcknitztaler Musikanten feiern 50-jähriges Bestehen
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09:00 05.10.2019
In der Laaslicher Gaststätte ging am Donnerstag "der Bär ab" - denn schließlich feierte hier die wohl bekannteste lokale Musikgruppe - die Löcknitztaler Musikanten - ihr 50-jähriges Bestehen. Quelle: Kerstin Beck
Laaslich

Voller ging es nicht mehr, und den meisten Gästen sah man es an, dass sie viele Feste ihres Lebens mit den Jubilaren verbracht hatten. Am Donnerstag feierte die wohl bekannteste lokale Musikgruppe, die „Löcknitztaler Musikanten“, in der Laaslicher Gaststätte ihr 50-jähriges Bestehen. Die erste Feier dieser Art hatte es bereits Ende Februar dieses Jahres im Wittenberger Festspielhaus gegeben, aber doppelt hält bekanntlich besser.

Blasmusik zum Erntefest

Seit fünf Jahrzehnten ist die fidele Gruppe bei Stadt-, Dorf- und Blasmusikfesten, Karnevalsveranstaltungen und Umzügen sowie Jubiläen aller Art immer mit dabei - auch außerhalb der Prignitz. Und natürlich auch bei Erntefesten. „So war das früher, beim Erntefest gab es eben Blasmusik, und da tanzten wir immer begeistert mit“, erinnerte sich eine ältere Dame, die dann selbst aber auch noch auf die Tanzfläche geholt wurde.

Kultur zum Tag der Republik

Begonnen hatte alles 1969: Damals wurde die Gruppe in Lanz als „kulturelle Verpflichtung zum Tag der Republik“ unter Leitung von Gemeinderatsmitglied Otto Koß aus einer Schalmeiengruppe heraus gegründet. Seitdem gab es nahezu 70 Musiker, die im Orchester mitspielten. Das Repertoire der Gruppe umfasst etwa 200 Stücke, die von böhmischer bis hin zur Tanzmusik reichen.

Und da die meisten Gäste bereits in den vergangenen Jahrzehnten zu den "“öcknitztalern" getanzt hatten, wurde geschwoft, was die Beine hergaben. Quelle: Kerstin Beck

Und wenn die „Löcknitztaler“ am Lütkenwischer Elbufer zur Einheitsfeier auftreten – was im kommenden Jahr wieder der Fall sein wird – gibt es zwei Stücke, die traditionell immer gespielt werden: die deutsche Nationalhymne und die der Prignitzer: die „Märkische Heide“.

Beifall für den „Alten Dessauer“

Zum Spielprogramm gehören aber auch preußische Märsche. Und als einen besonderen Höhepunkt der Feier wurde den Gästen der „Alte Dessauer“ dargebracht – wozu es nach der Aufführung einen ganz besonders lautstarken Beifall gab. Denn: Der Musikwissenschaftler und in Schwerin tätige Musiklehrer Hans Jacob begleitete das für ausgefeilte Trompetensoli geschriebene Stück bravourös als Solotrompeter.

Für die vielen aufgeführten Stücke gab es vom Publikum begeisterten Beifall. Quelle: Kerstin Beck

Dieser Infanteriemarsch soll dem Fürsten Leopold I. von Anhalt-Dessau nach der Schlacht von Cassano 1705 als Volkslied vorgespielt worden sein. Die Melodie hatte dem Befehlshaber so gut gefallen, dass er sie daraufhin immer wieder hören wollte.

„Und zum letzten ,Tag der Republik’“ wurde dieser Marsch auch gespielt, aber der Trompeter war danach plötzlich verschwunden“, wusste Lysann Jacob, die als Moderatorin durch das Programm führte, zu erzählen. „Aber inzwischen haben sich die Wogen geglättet, so dass wir den Marsch immer gern spielen!“

Frauen singen Loblied

Auch der Lanz-Lenzener Frauenchor, der unlängst selbst seinen 50. „Geburtstag“ begangen hatte, war bei der Feier anwesend. Und von den Damen gab es ein besonderes Loblied für die Jubilare. Nach der Melodie „Wie lieblich schallt durch Busch und Wald“ brachten die Sängerinnen – und dazu hatte Chormitglied Ingeburg Neumann fröhlich gedichtet – zu Gehör: „Wie kraftvoll klingt, und wie beschwingt, der „Löcknitztaler“ Ton. In Stadt und Land, seid Ihr bekannt, nun 50 Jahre schon!“

Von Kerstin Beck

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