Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Prignitz Sibirische Schwäne in der Prignitz
Lokales Prignitz Sibirische Schwäne in der Prignitz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:29 17.01.2017
Knapp vor dem Schnee ästen die Singschwäne auf einem abgeernteten Maisfeld bei Putlitz. Quelle: Claudia Bihler
Putlitz

Aufgereiht auf einer unsichtbaren Linie standen die rund 100 Singschwäne auf dem abgeernteten Maisfeld bei Putlitz – so mancher Autofahrer stoppte, um den Tieren beim Umgraben der nahrhaften Stoppeln zuzusehen.

Auch wenn an diesem Tag der Winter endgültig über der Prignitz hereinbrach: Für die Schwäne ist die Prignitz wegen ihrer „milden“ Temperaturen auch Überwinterungsdomizil, sofern es sie nicht noch weiter nach Südwesten zieht: In Sibirien, dort,wo die Schwäne den Sommer verbringen, herrscht eisige Kälte. Bis zu minus 27 Grad werden in Irkutsk gemessen, in Jakutsk sinkt das Thermometer nachts gar auf bis zu minus 42 Grad. Die Prignitz bibbert, wenn auch bei schönstem Sonnenschein. Doch Kälte, das zeigt sich bei den Schwänen, ist ganz offensichtlich auch Ansichtssache.

„Manchmal bleiben die Schwäne zwar zum Überwintern in ihren Brutgebieten“, sagt Torsten Langgemach, Leiter der staatlichen Vogelschutzwarte des brandenburgischen Landesumweltamtes. Doch sobald die Temperaturen sinken, fliegen die Schwäne durchaus auch mal spontan nach Westen. Oder konkret aus Ost-Nord-Ost nach West-Süd-West, wie Langgemach korrigiert: „Die Vogelzugrouten verlaufen nicht wie allgemein vermutet von Nord nach Süd.“ Der spontane Aufbruch nach Westen geschieht immer dann, wenn eine Kaltfront naht und die Tiere nichts mehr zu fressen finden – und abgeerntete Felder weiter westlich wie das bei Putlitz mehr Nahrung versprechen. „Eigentlich wurden von den Tieren zuvor vor allem Rapsfelder aufgesucht“, sagt der Leiter der staatlichen Vogelwarte: „Seit einiger Zeit sind nun aber Maisfelder das Ziel der Tiere. Zuerst haben die Gänse damit angefangen, Mais zu fressen. Nach einer Verzögerung von mehreren Jahren ernten nun auch Schwäne Maismelder ab. Offenbar haben sich die Tiere so neue Nahrungsquellen erschlossen.“

Porträt eines Singschwanes. Quelle: Wikipedia, Estormiz

Auch, wenn ihr Name es vermuten lässt: Singschwäne singen nicht wirklich, sondern geben ausschließlich Trompetentöne von sich. Das ist gut zu hören, wenn die Tiere im Formationsflug am Himmel reisen: „Bei Nebel sind manchmal nur ihre Rufe zu hören“, sagt Langgemach. Im Gegensatz zu den fauchenden Flügelschlägen der etwas größeren Höckerschwäne ist beim Flug der Singschwäne ansonsten nichts zu hören: „Das liegt an der längeren und spitzeren Flügelform der Singschwäne.“

Die Paare bleiben ein Leben lang zusammen

Auch im Verhalten unterscheiden sich die beiden Arten: Während fast jeder Schwimmer oder Paddler in brandenburgischen Gewässern bereits Bekanntschaft mit den unzweideutigen Drohgebärden eines Höckerschwans gemacht haben dürfte, haben die Singschwäne eine weitaus größere Fluchtdistanz und weichen den Menschen eher aus. Und während die Tiere im Winter in großen Gruppen auftreten, ziehen sie während der sommerlichen Brut- und Elternzeit die traute Zweisamkeit vor. Singschwanpaare bleiben ein Leben lang zusammen und ziehen ihre Jungen gemeinsam groß. Die Arbeitsteilung der Tiere geht sogar so weit, dass sich sogar ihre Mauserzeit nicht überschneidet: Wenn das Weibchen sein Federkleid wechselt und deswegen flugunfähig ist, bewacht Herr Schwan Nest und Weibchen und umgekehrt.

Schon seit einiger Zeit gibt ein weiteres Phänomen den Vogelkundlern Rätsel auf. Wandern die Tiere normalerweise zur Brut zurück nach Sibirien oder auch in die finnische Tundra, bleiben einige Tiere inzwischen auch im Sommer in den hiesigen Gefilden. Bis zu 18 Brutpaare von Singschwänen werden allein in Brandenburg gezählt: „Es ist deswegen interessant, weil der Klimawandel ja eigentlich eher dafür sorgen müsste, dass die Arten ihren Lebensraum weiter nach Norden und nicht wie die Schwäne nach Süden verlagern“, sagt Langgemach, „für die zunehmende Zahl von Brutpaaren in Deutschland gibt es bisher keine Erklärung.“

Komplettsanierung für das Nest

Die Schwanennester sind meist an der Wasserkante angelegt. Die Tiere beziehen ihre Nester zu Beginn der Schneeschmelze wieder, nicht ohne sie zuvor einer Komplettsanierung zu unterziehen. Als Hügel ragen sie ein Stück weit über die Wasseroberfläche heraus, in einer Mulde legt das Weibchen dann zwischen drei und fünf Eiern. Nach drei Wochen schlüpfen die Jungen, die sofort das Nest in Richtung Wasser verlassen und dort die Suche nach Wasserpflanzen von den Eltern erlernen. Erst wenn sie sich genügend Gewicht angefressen haben, geht es in die Flugschule.

Von Claudia Bihler

Wegen eines Reifenschadens fing ein Sattelzug am Montagabend auf der A 24 zwischen Meyenburg und Pritzwalk Feuer. Der Fahrer kam raus, der Lkw brannte aus. Folge war ein langer Stau. Die Autos stauten sich kilometerweit.

17.01.2017

Schwerer Unfall auf der A 24 bei Wittstock: Mit hoher Geschwindigkeit rast ein Kleinwagen unter den Auflieger eines Sattelzuges. Der Autofahrer ist allein im Wagen, hat als „Beifahrer“ aber zunächst offenbar einen Schutzengel. Doch dann stellt die Polizei 2,11 Promille Alkohol fest.

17.01.2017

Ein Leitbild für die Stadt Pritzwalk soll dabei helfen, Selbstverständnis und Selbstbewusstsein zu stärken. Es ist als Teil des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts vorgesehen, dass in diesem Jahr überarbeitet werden soll. Neu ist der Anspruch der Dömnitzstadt als touristisches Ziel im Reiseland Prignitz wahrgenommen zu werden.

19.01.2017