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Prignitz In diesem Umzug steckte viel Historie gleich zweier Dörfer
Lokales Prignitz In diesem Umzug steckte viel Historie gleich zweier Dörfer
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13:53 11.08.2019
Die Stimmung war bestens, als der Tross von Garz bis Hoppenrade zog.. Quelle: Susanne Gloger
Garz/Hoppenrade

„Enorm, was die beiden kleinen Dörfer alles auf die Beine stellen!“ Anerkennendes Raunen unter den Schaulustigen, die die Straße säumen. Sie haben es sich am Samstag auf Gartenstühlen vor den geschmückten Häusern gemütlich gemacht, um den Umzug zu sehen, der zum Dorfjubiläum 675 Jahre Garz und Hoppenrade durch beide Dörfer zieht.

675 Jahre Ersterwähnung wurden in Garz und Hoppenrade auch mit einem großen Umzug gefeiert.

Eigentlich ist Garz schon ein Jahr älter, berichtete Anja Kramer, die Bürgermeisterin der Gemeinde Plattenburg am Freitagabend, die den historischen Abriss bis ins 20. Jahrhundert gab.

Die Dorfgeschichte im Schnelldurchlauf

Ortsvorsteher Ulrich Schulz hatte Rüdiger von Freier und weitere Zeitzeugen zu Vorträgen aus der Geschichte geladen. Mit großem Bedauern musste er den Spross der für Hoppenrade und Garz so wichtigen Familie Freier entschuldigen, nicht ohne ihm die besten Genesungswünsche sowie höchste Anerkennung für die andauernde Verbundenheit seiner Familie zu übermitteln.

„1946 hatten wir die meisten Einwohner, über 800. Heute sind es insgesamt 281“, begann er selbst dann seinen Bericht über die Bodenreform, die Neuansiedlungen, die Einstellung des „Pollo“ bis hin zu den Sorgen und Plänen der Gegenwart.

Der betagte Garzer Herr Sülter schilderte die letzten Kriegstage, deren Schrecken er mit kleinen Anekdoten zu mildern wusste und dabei bewies, dass er das Prignitzer Platt nicht vergessen hat. In jedem Haus, in jeder Familie waren Flüchtlinge einquartiert, irgendwie sind alle recht und schlecht satt geworden, und dann noch die Berliner Hamster!

Fantasievoll geschmückte Fahrzeuge

Zum Abschluss des offiziellen Teils, nachdem auch Jörg Stricker, CJD, der Schulleiter Ulrich Resch und Pfarrer Christian Gogoll zu Wort kamen, bedankte sich Ulrich Schulz bei allen Beteiligten für die ausnehmend gute Zusammenarbeit und wünschte allen gutes Wetter, gute Laune und gutes Gelingen für den nächsten Tag. Und die Wünsche gingen in Erfüllung.

Der erste Traktor kommt mit Musik – das Wittenberger Blasorchester, „Märkische Heide, märkischer Sand“. Nun geht es los, die Wagen folgen dicht auf dicht. Sie haben sich einiges einfallen lassen, die Garzer und die aus Hoppenrade: der Kartoffelroder in voller Aktion, der Wagen unter dem Motto „Die Zeiten ändern sich“, was mit der sich wandelnden Mode von Damenunterwäsche dokumentiert wird, der Feuerwehrnachwuchs, der Pastor sitzt im Talar mit Beffchen auf seinem alten Deutz, der Jahrgang 1961 in bester Partylaune – alle machen gut gelaunt in fantasievoll geschmückten Fahrzeugen und Kostümen mit.

Anlässlich 675 Jahre Garz und Hoppenrade wurde ein großer Umzug organisiert. Quelle: Susanne Gloger

Allein die betagten Zugmaschinen lassen so manchen Oldtimerfan schwärmen, aber auch Rasentrecker, Mopeds, Fahrräder und natürlich Pferde kommen zum Einsatz. Besonders tapfer die Teilnehmerinnen, die zu Fuß den ganzen Weg absolvieren, durch ganz Garz nach Hoppenrade, wo sie jubelnd begrüßt werden.

Auf dem Gelände des Landschaftsparks ist alles gerichtet, in der Orangerie stehen sage und schreibe 48 Kuchen zur Auswahl, auf der Wiese verspricht der Flohmarkt manches Schnäppchen, für die Kinder ist die Hüpfburg, für die Größeren sind Bier- und Grillbuden im Angebot. Schule und Wohnheim des CJD geben am diesem Tag der offenen Tür Einblicke in ihre Häuser. Das Marion-Etten-Theater gibt am Nachmittag eine Vorstellung und abends spielt „3-Live“ auf zum Tanz im Park.

Ein rundum gelungenes Jubiläum, in Hoppenrade und Garz weiß man eben zu feiern.

Von Susanne Gloger

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