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Prignitz Besondere Ehre für einen vor 100 Jahren gestorbenen Pfarrer
Lokales Prignitz Besondere Ehre für einen vor 100 Jahren gestorbenen Pfarrer
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14:31 07.10.2019
Alle Nachfahren des letzten Pfarrers Heinrich waren im Gedenken zu dessen 100. Todestag aus ganz Deutschland sowie den Niederlanden gekommen. Quelle: Kerstin Beck
Wustrow

Einen festlichen Gottesdienst gab es kürzlich in der Wustrower Kirche zu erleben. Was dort nicht alltäglich ist. Noch ungewöhnlicher aber war, dass das Gotteshaus nahezu voll besetzt war und obendrein auch noch mit nur wenigen dort bekannten Kirchgängern.

Der Grund: 1919 war der hiesige Pfarrer verstorben. „Heinrich Friedrich Rudolf, geboren am 17. Oktober 1846, Sohn des zu Gardelegen verstorbenen Pastors a. D. Joh. Friedrich Heinrich und dessen in Groß Garz verstorbenen Ehefrau Dorothee Marie Emilie geb. Kannegießer, Pfarrer in Wustrow und Bochin. Er hat 44 Jahre hindurch das Pfarramt der Parochie Wustrow verwaltet“, so ist es im Kirchenbuch nachzulesen: „Verstorben am 22. Juli infolge Schwäche nach kurzer Krankheit im Alter von 72 Jahren, neun Monaten und zwei Tagen, begraben auf dem Wustrower Kirchhof.“

Der einzige Tag, an dem alle Zeit hatten

Anlässlich dessen 100. Todestages hatten sich nun 27 Nachkommen in Wustrow versammelt, um dieses Ereignisses zu gedenken. „Und damit das Treffen zustande kommt, haben wir bereits vor anderthalb Jahren damit begonnen, alles zu organisieren“, war vom Kirchenältesten Siegmund Mackel zu erfahren. „Der einzige Tag, an dem alle dazu Zeit hatten, ist heute.“

Erhalten ist noch das ehemalige Wustrower Pfarrhaus: Etliche Zeit unbewohnt, hat es längst wieder einen neuen Eigentümer gefunden und ist seitdem von Grund auf saniert worden. Quelle: Kerstin Beck

Schließlich waren die Nachfahren aus ganz Deutschland sowie den Niederlanden zu diesem einmaligen Ereignis angereist. Die wohl weiteste Anfahrt hatte eine Lehrerin aus dem Allgäu und die nördlichste ein Ehepaar aus Schleswig-Holstein. Die jüngste Nachfolgerin kam aus Amsterdam. Und diejenige, die sich inzwischen mit großen Verdiensten an der Wustrower Kirche eingebracht hat, ist Regine Santoni. Die Hannoveraner Künstlerin hat diverse Antipendien angefertigt – Altarzierden.

Grabkreuz aus weißem Marmor verschollen

Bei dieser Gelegenheit nahmen natürlich alle Heinrich-Nachfolger Aufstellung vor der Wustrower Kirche. Und hätte es das Grabmal ihres Vorfahren noch gegeben, hätte es hinter ihnen – rechts neben dem Eingang zur Kirche – gestanden.

„Das war ein wertvolles Kreuz aus weißem Marmor“, erinnert sich Siegmund Mackel. „Und nachdem die damalige Bürgermeisterin Hilde Stapelfeld in den 1980er Jahren dazu aufgerufen hatte, dass ältere Grabsteine weg müssten, war dieses eines Tages plötzlich verschwunden, obwohl wir einen kirchlichen Friedhof haben.“

Bis in die 1980er Jahre hinein gab es vor der Wustrower Kirche noch den wertvollen Grabstein des Pfarrers Heinrich. „Dann war er plötzlich weg", erinnert sich Kirchenältester Siegmund Mackel Quelle: Kerstin Beck

Wer den Gästen ins Gesicht sah, konnte unschwer auch die Heinrichsche Familienähnlichkeit ausmachen: ein längliches, gern lachendes Gesicht mit hoher Stirn, klugen Augen und energischem Kinn. Natürlich kennen sich alle Stamm-Nachfolger, die bei Familientreffen hin und wieder zusammenkommen.

Und dann kam auch diesmal wieder die Rede darauf, wer von den Heinrichs die wohl größte Ähnlichkeit mit dem Pfarrer hätte. Dazu gab es eine eindeutige Antwort: Winfried Heinrich. Die Frage, ob er als Urenkel beruflich seinem Wustrower Vorfahren nachgeeifert hätte, wurde vom 76-jährigen Hamburger jedoch verneint: „Das wäre eine viel zu große Verpflichtung gewesen. So bin ich eben etwas ganz anderes, nämlich Rechtsanwalt, geworden.“

Dann berichtete Pfarrer Nier noch etwas Interessantes über seinen Vorgänger: „Er hatte eine wunderbare, gut lesbare Schrift – ganz im Gegenteil zu seinem damaligen Nachfolger, dem Lanzer Pfarrer Masberg, der dann den Todeseintrag geschrieben hat.“

Von Kerstin Beck

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